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21.10.1988 - 

Von der Küste Malaysias zu Sotheby's nach London:

Mikrocomputer unterstützen die Schatzsuche

SINGAPUR (IDG) - Personal Computer spielen eine Hauptrolle bei der Bergung der Ladung einer 1638 gesunkenen spanischen Galeere. Der Ort, an dem das Schiffswrack liegt, wurde 1987 von der Bergungsfirma Pacific Sea Resources, Singapur, entdeckt, der Schatz letzt endgültig gehoben.

Im Februar 1987 wurde eine 30köpfige Expedition an die Bergungsstelle vor der Küste von Saipan gebracht, einer Insel im Südpazifik in der Nähe von Guam. Die Crew fand Goldgegenstände und zerbrochenes Porzellan, während das Teakholz, die Seide und das hölzerne Schiff bereits vor langer Zeit in dem warmen Wasser verrottet waren. Die Bergungs-Operation dauerte von Februar bis Ende Mai und wurde rechtzeitig abgebrochen, bevor die regionale Taifunsaison begann. Im Januar 1988 nahm das Unternehmen die Bergung wieder auf und beendete die Aktion schließlich im vergangenen Monat.

Die Computertechnik spielt beim eigentlichen Vorgang der Schatzbergung eine wichtige Rolle. Die Pacific Sea Resources verpflichtete einen Softwarespezialisten aus Kentfield/ Kalifornien, um ein System zu entwickeln, mit dem die Crew alle Objekte katalogisieren kann, die vom Meeresgrund an die Oberfläche geholt werden. Die Gegenstände sollen dann vom Londoner Archäologie-Institut untersucht werden: Eine Authentizitäts-Erklärung würde sowohl den kommerziellen als auch den akademischen Wert erheblich steigern.

Um diese Aufgabe nun bewältigen zu können, wurde eine ganze Schiffsladung von High-Tech-Material zusammengestellt, um Photographien von über 2500 Kunstgegenständen zu sammeln, zu dokumentieren und zu klassifizieren, bevor diese vom Bergungsort wegtransportiert wurden. Taucher fotografierten die Bergungsstelle mit Unterwasserkameras, die online mit PCs auf dem Expeditions-schiff verbunden waren. Die Gegenstände wurden dann in den verschiedenen Phasen ihrer Restauration fotografiert. Diese Fotos erhalten schließlich in einer Datenbank Textkommentare, die als Referenz für die Archäologen sowie den Auktionator von Sotheby's gedacht ist.

Die Einrichtung der Datenbank begann, als die Taucher noch unter Wasser waren. Crewmitglieder arbeiteten an den vier IBM-kompatiblen PC-ATs und wählten Bilder aus der direkten Videoübertragung aus, hielten die wichtigen Bilder fest und gaben sie direkt in die Datenbank ein. Das Archiv selbst wurde unter Verwendung von Ashton-Tates Dbase aufgebaut, zusammen mit Picturepower von Pictureware. Dieses Software-Paket nimmt Fotos von der Videokamera auf und integriert sie zusammen mit einem Text in einer relationalen Datenbank.

Die Taucher fotografierten zuerst den gesamten Meeresboden um die Bergungsstelle herum, um eine erste Orientierung zu liefern. Die Archäologen konnten somit Beziehungen zwischen den einzelnen Kunstgegeständen aufgrund ihrer Nähe zueinander herstellen. Jeder Gegenstand wurde dann fotografiert, während er vorsichtig vom Meeresboden entfernt wurde. Zuletzt wurden die Gegenstände in den verschiedenen Restaurations-Phasen fotografiert.

Die zahlreichen Bilder von jedem Gegenstand versah die Crew mit einer dem Gegenstand zugehörigen Nummer, mit den Koordinaten des Fundortes, einer Datums- und Zeitangabe des Fundes sowie mit einem Titel. Alle diese Datensätze wurden in die Picturepower-Datenbank eingegeben, um beliebige Querverbindungen herstellen zu können.

Eine Kopie der Datenbank auf Diskette lag der Sendung der Kunstgegenstände an die Universität London bei. Die Archäologen waren somit in der Lage, den ganzen Fundort und den Fundort jedes einzelnen Kunstgegenstandes im richtigen Zusammenhang einzuordnen.

Einige der Kunstgegenstände wurden von Sotheby's bereits auf mehrere zehntausend Dollars geschätzt, aber der gesamte Gewinn der Saipan-Expedition könne noch nicht bewertet werden, teilte die Pacific Sea Resources mit.