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21.09.1984 - 

Zeit für eine erste Bilanz über die Kleinsten auf dem Markt:

Mikroeinsatz häufig noch unklar

BRÜSSEL (CW) - Personal Computing ist den Kinderschuhen entwachsen, behaupten die Autoren der European Software Company in Brüssel. Der Anwender vereint unter diesem Begriff sowohl seinen Homecomputer als auch die DV-Büromaschine. Mit dem professionellen Gebrauch wachsen jedoch die Probleme, etwa das der Kontrolle oder das des Informationscenters. Die Übersicht der bisherigen Entwicklung soll zu einer Diskussion über anstehende Fragestellungen auffordern.

Personal Computing sollte besser DIY (Do It Yourself) heißen. Der Begriff Personal Computer umfaßt nämlich inzwischen Heimcomputer für Spiele und Büromaschinen - was die Benutzer-Schnittstelle anbelangt, kommt das DIY-Image der Wahrheit weitaus näher als die propagierte Illusion, für die häufig geworben wird ein Management-Tool zu sein. Dieses Vorhaben bleibt weiterhin die Zielsetzung. Die ursprünglichen Gründe für DIY-Computing lagen in den rund 50prozentigen Anwendungen für Listenerstellung im weitesten Sinne - hauptsächlich Versuche, Informationen aus DV-Daten zu erhalten - die Nachfrage und die Möglichkeit, die die frühen "persönlichen" Bürocomputer wie "Apple" und "Pets" den DIY-Leuten boten, voranzukommen.

Das Hauptargument für DIY-Computing war und ist die Kontrolle. Man könnte jetzt zynisch auf die Gründe für den Wunsch einer DV-Abteilung nach Kontrolle eingehen, doch die negativen Folgen fehlender Kontrolle für ein Unternehmen sind recht offensichtlich. Nicht wenige Unternehmen bedauern heute wehmütig ihre mangelhafte Beurteilung der realen Kosten von Kleincomputern und der Notwendigkeit von Wachstumspfaden. Die Kontrollmittel variierten zwischen fiskalischen - Abgrenzung von Kapital- und Einkommensposten, doch fallende Preise haben dies torpediert - und Ressourcen-Management, also dem Aufzwingen eines Bewilligungsverfahrens für Computerkäufe; doch Computer bieten viele Definitionen. Heute scheint die Hauptrichtung auf der Kompatibilität zu liegen. Leider ist die Kompatibilität ein technisch heikles Konzept, im Grunde kaum genau definierbar. Hierin allerdings liegt Hoffnung. . .

Ein weiteres Thema ist der Zentralrechner contra Mikrocomputer-Lösung. Es ist kein eigentliches Thema, da es sich um keine ausschließenden Lösungen handelt, obgleich dies manchmal so dargestellt wird. Professor Hoare von der Universität Oxford stellte vor weitaus mehr als einem Jahrzehnt fest, daß es das Ziel eines Timesharing-Systems sei, jedem Benutzer die Illusion zu vermitteln, für sich allein einen PDP-8 zu besitzen; heute sind die Illusion und die Realität gleichermaßen gegeben. Die Würdigung dieses Problems durch IBM führte zu einer Zentralrechner-Lösung, da sie damals keine andere Idee zu diesem und zum Konzept des Infocenter hatte

Die Infocenter-Lösung erfordert nicht unbedingt einen Zentralrechner, obwohl sie erlaubt, veraltete Maschinen weiterhin einzusetzen. IBM bietet inzwischen andere Wege an. Allerdings sind Informationszentren inzwischen fest etabliert. Sie haben eine beträchtliche Entwicklung durchgemacht und Erfahrungen gesammelt, die für andere nützlich sind. Ob das Informationszentrum der richtige Ansatz ist, bleibt allerdings weiterhin offen.

Dieser Aspekt wird zuweilen als Entscheidungsunterstützung beschrieben. Dies ist zwar eine zutreffende Bezeichnung, da jedoch alles - von Visicalc bis zur NASA-Bodenkontrolle - als Entscheidungsunterstützung bezeichnet wird, hilft der Begriff keineswegs, die wirkliche Problematik zu beschreiben. Maßgebend ist allein das, was erreicht werden soll.