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25.05.1984 - 

Besteht gute Aussichten in der Telekommunikation:

Mikroelektronik bleibt ein schwacher Punkt

MÜNCHEN (CW) - Die empfindliche Stelle der deutschen elektronischen Industrie bleibt nach einer Feststellung des Ifo-lnstituts für Wirtschaftsforschung e.V. München, die Mikroelektronik. Die Schwächen in diesem Bereich sowie in der Datenverarbeitung könnten nach Einschätzung der Münchner Marktbeobachter mit der Telekommunikation und hier vor allem mit der Optoelektronik kompensiert werden. Es sei allerdings zu befürchten, daß die Chance, in diesem Wachstumsmarkt eine führende Weltmarktposition einzunehmen, vertan sei. Nach Untersuchungen der Ifo dürfte der Markt für Telekommunikation von 7,3 Milliarden Mark 1982 auf 8,80 Milliarden Mark 1987 wachsen.

Der Grund für die verspielte Chance liege weniger an der Industrie als vielmehr an dem Verhalten der Deutschen Bundespost, die als Monopolunternehmen Marktöffnungsfunktion ausübt, aber aus unternehmenspolitischen Gründen gegenwärtig nicht wagt, diese Funktion in Richtung auf den Einsatz der Glasfasertechnologie im Ortsnetz wahrzunehmen. Zwar wirke sich eine innovative Glasfaserstrategie in den nächsten fünf Jahren kaum auf die deutsche Telekommunikationsproduktion aus, doch sollten wegen der Vorlaufzeiten bereits heute Entscheidungen getroffen werden, wenn Anfang der 90er Jahre nennenswerte Stückzahlen produziert werden sollen und der deutsche Markt die Basis für eine starke Weltmarktposition der deutschen Industrie sein soll.

Insgesamt ergebe sich, wie Ifo schreibt, für die deutsche Elektronikindustrie ein recht differenziertes Zukunftsbild, das in seiner Struktur durchaus dem der Vergangenheit entspreche. Impulse werde der Markt durch die Heimcomputer erhalten. Ab 1985/86 dürfte sich die Verbreitung von Kabelfernsehen und Bildschirmtext auswirken.

Das höchste Wachstum erwartet das Institut am Markt für Datenverarbeitung. Hier werde die Verbreitung von CAD/CAM-Systemen durch Mikrocomputer gefördert. Das Marktvolumen werde 1987 fast 19 Milliarden Mark erreichen nach 9,2 Milliarden Mark 1982. Als Produktionsvolumen werden 1 6, 9 (8, S) Milliarden Mark bei einem jährlichen Zuwachs von 14,6 Prozent erwartet. In der Industrieelektronik (Meß-, Steuer- und Regeltechnik sowie Medizintechnik) dürfte die deutsche Industrie vom allgemeinen Konjunkturaufschwung profitieren und die Produktion um jährlich 7,7 Prozent auf 15,3 (10,5) Milliarden Mark ausweiten können.

Auch der Markt für Bauelemente werde von der Konjunktur profitieren, so daß bei einer Wachstumsrate von sieben Prozent integrierte Schaltungen gut doppelt so schnell zunehmen dürften. Für 1987 wird hier mit einem Markt von 6,1 Milliarden nach 4,3 Milliarden Mark 1982 gerechnet. Die deutsche Produktion dürfte gleichzeitig um 4,4 Prozent auf knapp 4,5 (3,6) Milliarden Mark steigen.

Mittelfristig sieht Ifo, daß die deutschen Hersteller bei unveränderter Exportsituation etwas an Boden verlieren werden. Während der Gesamtmarkt für Elektronik in der Bundesrepublik bis 1987 um jährlich 8,6 Prozent auf 56,57 (1982: 37,441) Milliarden Mark zunehme, werde die Produktion nur um 7,7 Prozent auf 58,746 (40,52) Milliarden Mark steigen. Parallel dazu werde der Anteil der europäischen Produktion am Marktvolumen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien) von 1982 bis 1987 in der Elektroindustrie insgesamt um ein auf 86 Prozent, bei der Datenverarbeitung um vier auf 74 Prozent und bei Bauelementen um drei auf 72 Prozent sinken. Bei Konsumelektronik und bei der Telekommunikation wird er mit 63 beziehungsweise 112 Prozent unverändert bleiben und nur bei der Industrieelektronik von 111 auf 116 Prozent zunehmen.