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17.11.1978 - 

Bayerns Wirtschaftsminister präsentiert Regional-Studie:

Mikroelektronik sichert Arbeitsplätze

MÜNCHEN - "Im Gegensatz zu den vielen negativen Prognosen" stehen die Ergebnisse der Studie "Auswirkungen der Mikroelektronik auf die bayerische Wirtschaft", die Staatsminister Anton Jaumann anläßlich der "electronica 78" in München präsentierte. Jaumann: "Ich ziehe aus der Untersuchung den Schluß, daß im Herstellerbereich durch Mikroelektronik Arbeitsplätze eher gesichert als gefährdet werden."

Etwa 145 000 bayerische Arbeitsplätze, mit einem Produktionswert von 11 Milliarden Mark, sind vom Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung der Fraunhofer-Gesellschaft in Intensivbefragungen analysiert worden. Die positiven Aussagen der Studie, die sich "wegen technischer Schwierigkeiten" auf die Hersteller beschränkte, in deren Produkten Mikroelektronik eingebaut werden könnte, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß dieses Ergebnis nicht mit den Verhältnissen bei den "Anwendern" übereinstimmen muß.

Konkrete Aussagen trifft die Studie zu folgenden Industriebereichen: Meß-, Steuer- und Regelungstechnik; Werkzeugmaschinenbau; Spielzeugindustrie und Büro- und Informationstechnik, in der die Mikroelektronik schon am weitesten vorgedrungen sei, was zum Dominieren von Großbetrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern geführt habe

Die unterschiedlichen Strukturverhältnisse in den Teilbranchen DV und Büromaschinen spiegeln die Auswirkungen der Mikroelektronik auf Betriebe und Arbeitsplätze wider: So lag 1977 die Produktion je Beschäftigtem in der DV bei 180 000 Mark - bei Büromaschinen dagegen nur bei 55 000 Mark. Der Anteil der Lohn- und Gehaltssumme liegt in der DV mit 20 Prozent weit unter den 34 Prozent der Büromaschinen, bei denen Arbeitertätigkeiten überwiegen (52 Prozent) während im DV-Bereich 64 Prozent der Beschäftigten Angestellte sind.

Aussage der Studie: Durch den Einsatz der Mikroelektronik wird die Fertigung bei starkem Beschäftigungsrückgang kapitalintensiver, dafür gewinnen die der Produktion vor- und nachgelagerten Bereiche Entwicklung und Vertrieb an Bedeutung. Die Qualifikation der Beschäftigten hat sich dadurch im Durchschnitt erhöht, vor allem weil niedrig qualifizierte Arbeitskräfte in großem Umfang freigesetzt werden, wobei mittlere Facharbeiterqualifikationen zugunsten spezialisierter Angelerntenqualifikationen seltener werden.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Softwarehäuser und kommt zu dem Schluß, daß zwar "aufgrund der expansiven Nachfrage nach Software hier ein neuer mittelständischer Dienstleistungszweig entstehe, dessen quantitative Beschäftigungsauswirkungen jedoch begrenzt sind, weil es sich überwiegend um hochqualifizierte Arbeitsplätze handelt".