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Massenanwendung steht erst noch bevor:


30.01.1981 - 

Mikroelektronik wirkt als Prozeßinnovation

KÖLN (VWD) - Die Massenanwendung der Mikroelektronik steht nach Ansicht von Dr. Ernst Hoffmeister, Leiter des Referats Forschung und Entwicklung der Siemens AG, erst noch bevor. Wie Hofmeister auf einer Veranstaltung des 5. Wissenschaftlichen Forums des Instituts der deutschen Wirtschaft unterstrich, werde die Gesamtzahl der Arbeitsplätze durch den Einzug der Mikroelektronik nicht wesentlich beeinflußt. Probleme könnten jedoch durch branchenspezifische Arbeitsplatz-Verschiebungen entstehen.

Die technologische Lücke, die zwischen den USA und Westeuropa bestand, sei weitgehend geschlossen, allerdings liege Europa beim Produktionsvolumen von integrierten Schlatungen und beim Einsaz der Mikroelektronik hinter den USA und Japan zurück. An der Weltproduktion von Bauelementen waren laut Hofmeister die USA 1979 etwa mit zwei Drittel, Japan mit 25 Prozent und Westeuropa mit zehn Prozent beteiligt. Beim Einsatz von Bauelementen kommen in den USA 92 Prozent aus der Produktion heimischer Unternehmen, während es in Westeuropa nur 30 Prozent waren.

Zitiert wurde von Hofmeister eine kürzlich veröffentlichte Studie des VDI-Technologiezentrums Berlin, die in einer Befragung von 1000 Maschinenbau-Unternehmen ermittelte, daß 70 Prozent aller Produkt-Gruppen für den Einsatz von Mikroelektronik prädestiniert sind. Allerdings waren 1979 erst fünf Prozent von mikroelektronisch relevanten Produkten mit einer Steuerung auf Mikroelektronik-Basis ausgestattet. Von den befragten Unternehmen hatten sich sieben Prozent noch gar nicht mit Mikroelektronik bechäftigt, 56 Prozent befanden sich in der Informations- und Planungsphase, 25 Prozent in der Entwicklungsphase und zwölf Prozent fertigten und verarbeiteten Produkte mit Mikroelektronikanteilen.

In einem anderen Referat wies Dr. Günter Friedrichs von der IG-Metall in Frankfurt darauf hin, daß durch die Mikroelektronik keine neuen Arbeitsplatze im Investitionsgüter-Sektor geschaffen werden könnten, da sie haupsächlich als Proessinovation und nicht als Produktinnovation diene. So habe in den Jahren 1970 bis 1978 in der Büromaschinen- und DV-Industrie der Produktivitätszuwachs bei 61,5 Prozent gelegen. Gleichzeitig habe es aber 19,4 Prozent weniger Beschäftigte gegeben.