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31.08.1979 - 

Kodak-COM-Printer online zu einer IBM 370158:

Mikrofilm ist mehr als verdichteter Papierersatz

Bisher war die Akzeptanz von COM-Anlagen als UV-Ausgabeeinheiten bei den Datenverarbeitern sehr niedrig. In den letzten Monaten jedoch wächst das Interesse der DV-Anwender an der Installation von COM-Printern. Waren in der Vergangenheit fast ausschließlich Offline-Anlagen installiert, so ist heute eine gravierende Interessenverschiebung in Richtung Online-Printer zu sehen.

Die Gründe für die wachsende Installationsbereitschaft überhaupt sind einerseits in der Erkenntnis zu sehen, daß Mikrofilm ein wichtiges Mittel in der Organisation geworden ist. Dies gilt für die Speicherung statischer Daten für Archivierung und Bearbeitung in gleicher Weise wie für die Ausgabe von Informationen intern und extern. In einer ganzen Reihe von Branchen ist der Mikrofilm bereits ein wichtiger, äußerst rentabler Informationsträger geworden; so in der Autoindustrie, bei Banken und Versicherungen, bei Herstellern von DV-Anlagen, in der Pharma-Industrie, in vielen Kundendienstorganisationen etc.

Andererseits haben die jüngsten Neuvorstellungen von COM-Printern eine starke Annäherung an EDV-Standards gezeigt. Die letzten DV-Ressentiments gegen eine Akzeptanz dieser Art von Ausgabe-Einheiten dürften mit den jetzt am Markt befindlichen Mikrofilm-Online-Printern ausgeräumt sein. Die Bedenken vieler DV-Manager über zu viele manuelle Eingriffe in den DV-Ablauf sowie das Arbeiten mit Chemikalien im Rechenzentrum sind mit dem Einsatz dieser neuen Laser-Printer gegenstandslos.

Natürlich setzt der Einsatz des Datenträgers Mikrofilm ein fundiertes Wissen über die organisatorischen Möglichkeiten voraus, um ihn in seiner vollen Wirtschaftlichkeit und mit allen gebotenen Möglichkeiten einzusetzen. Mikrofilm ist eben nicht nur ein verdichteter Papier-Ersatz, er kann mehr sein.

Der Einsatz ist sehr unterschiedlich, doch zeigt sich, daß durch den nun möglichen Online-Einsatz der Mikrofilmprinter neue Anwendungen erschlossen

werden können wie rechenzentrumsinterne Arbeiten wie Dumps, Systemgenerierungslisten - Job Controll etc.

Durch diese Erweiterungen wird die Rentabilitätsschwelle eines eigenen Mikrofilm-Printers erreicht, wobei die Rentabilität meist nur im Vergleich Computer-Output-Mikrofilm zu Computer-Output-Papier - ohne die Berechnung anderer Vorteile innerhalb der Organisation - gesehen wird.

Wie arbeitet aber ein COM-Online-System?

Dies sei am folgenden Beispiel einer Installation mit einer IBM 370/158, welche in Kürze durch eine IBM 3031 erweitert wird, mit einer online angeschlossenen Komstar 200 von Kodak erläutert.

Kodak hat für ihre Online-Laser-Printer eine Spezial-Software entwickelt und die IBM-FCB's entsprechend den Anforderungen des Mikrofilms und der Komstar KFCB's (K steht für Kodak) erweitert. Diese KFCB's werden pro Liste einmal erstellt, auf einer Plattenbibliothek gespeichert und von PME (Parametrierte Management Exekutive) verwaltet.

Diese Bibliothek enthält alle Daten, welche für den Filmprint benötigt werden, so Titelgestaltung, Fiche-Nummerngenerierung, Indexgenerierung.

Bei Aufruf der Daten zur Verarbeitung erfolgt auch die Verknüpfung mit dem dazugehörigen KFC, durch PME, das als Monitorprogramm sowohl das Listenausgabeprogramm aufruft, als auch dessen Druckdateien eröffnet; dabei erhält der Operator eine Meldung, ob zum Beispiel ein Dia (Formular) mit Angabe der Dia-Nummer verwendet wird und welche Filmart zur Verwendung kommt (16-mm-Rollfilm, 105-mm-Fiche). Die Ausgabedaten werden auf der Spool-Platte abgestellt.

Der Minicomputer der Komstar prüft seinerseits alle internen Funktionen und meldet die Betriebsbereitschaft an die Konsole.

Ist der Komstar nicht betriebsbereit, so erscheint über Leuchtanzeige an der Operator-Konsole der DV-Anlage eine entsprechende Meldung. Jetzt kann die Ausgabe auf Mikrofilm beginnen. Die Daten werden vom Spool-Output-Writer auf den Printline-Buffer der Komstar übertragen.

Die Ausgabegeschwindigkeit liegt bei 48facher Verkleinerung einem Fiche-Inhalt von Titel und 270 Seiten mit je 64 Zeilen bei 7800 Seiten pro Stunde. Die Ausgabegeschwindigkeit hängt vom Inhalt der Datenseiten ab. Bei sehr geringem Fiche-Inhalt (wenige Datenseiten) ist jedoch die Verweildauer des Films in der Hitzekammer ("Entwicklung") maßgebend (pro Fiche zirka 35 Sekunden).

Der Film wandert nach der Belichtung durch den Laserstrahl in eine Hitzekammer zur Stabilisierung des Bildes und verläßt geschnitten sofort verwendungsfähig den Komstar-Printer.

Die Zeichendarstellung ist immer positiv (heller Grund - schwarze Schrift).

Das bedeutet, daß bei dem Wunsch nach Negativkopien die Versikulartechnik angewandt werden muß. Die Kapazität einer Einweg-Filmkassette liegt bei 500 Fiche; dies entspricht bei 48facher Verkleinerung einer Datenausgabe von etwa 130 000 Seiten ohne Operatoreingriff.

Bei der gezeigten Installation hängt die Komstar derzeit aIs schnellste Einheit am 0-Kanalende der langsamen Peripherie. Nach Erweiterung der DV-Anlage erfolgt die Installation an der Schalteinheit ESM 2914, um den Zugriff beider DV-Anlagen auf den Drucker zu ermöglichen.

Außer dieser DV-Erweiterung ist vorgesehen, den Komstar-Drucker mit einer eigenen Bandeinheit auszustatten, um die COM-Verfilmung auch offline, also unabhängig vom DV-System, einsetzen zu können. Die Komstar wird durch Switch auf offline umgeschaltet. Die Job-Parameter (PME) können bei offline auf Band vorgeschaltet oder über Lochkarten direkt an der Anlage eingelesen und die für Papierdruck aufbereiteten Druckbänder verfilmt werden.

Der Komstar-Drucker kann neben dem Anschluß an einen Byte-Multiplexer auch über BIockmultipIexer oder Selektor an die DV-AnIage angeschlossen werden.

Die Hardware-Auslegung der Komstar-Datenseiten mit 213 Zeichen pro Zeile und 120 Zeilen pro Seite aufzeichnen zu können, deutet darauf hin, daß die Anlage nach Bereitstellung der entsprechenden Programm-Modulen durch Kodak auch in der Lage sein wird, Ausgaben, welche für den IBM-3800-Laserdrucker aufbereitet wurden, zu verarbeiten.

Da derzeit nur ein Interface für IBM-Anlagen 360/370, 3031-33 beziehungsweise 4300 zur Verfügung steht, ist ein Anschluß der Komstar an andere DV-Anlagen online noch nicht möglich.

Neben den bisher offline abgewickelten Jobs, welche nun alle online gefahren werden, sind jedoch einige neue Arbeitsgebiete erwähnenswert.

Diese sind aus Zeitgründen ausschließlich online auszugeben:

- Job Control Nachrichten

- Systemgenerierungen

- Compilierungslisten

- Syslog

- Systemauswertungen für Kostenverrechnung.

Durch die gravierenden Zeit- und Kostenvorteile sowie die enormen Platzeinsparungen werden weitere RZ-interne Daten in Kürze umgestellt.

Die vorbeschriebene Arbeitsweise DV-lBM/Komstar Kodak gilt für dieses System. Andere COM-Printer-Systeme haben neben anderem Software-Aufbau auch andere Hardware-Eigenschaften.

* Martin Bittel ist Geschäftsführer der MAO-Mikrofilm- und ADV-Organisation Beratungsgesellschaft MBH, München