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19.01.1979

Mikroprogrammierung - nur für Spezialisten?

Grundsätzlich kann jedes Programm in Form von Mikrocode - sprich

Mikroprogrammen - in die Maschine verlagert werden. Traditionell durch das Betriebssystem ausgeführte Funktionen in die Hardware zu übernehmen wird von den Herstellern seit langem und immer öfter praktiziert. Viele sprechen in dem Zusammenhang von "Firmware". Daß dieser Begriff zwar in die Lexika der Datenverarbeitung, nicht jedoch in die Branchensprache Eingang gefunden hat, mag daran liegen, d aß er nicht von IBM stammt. Der Marktführer schert sich scheint's wenig um Definitionen, er handelt: So wurde beim System /38 der Firmware-Gedanke zum wichtigsten (Architektur-)Prinzip erhoben. Das Ergebnis ist bekannt: Hinter einer - so IBM - "hochangelegten Maschinenschnittstelle" vergibt sich eine "Black Box", in der Benutzerfunktionen durch Mikroprogramme ausgeführt werden. Diese Politik hat Konsequenzen: Die Einwirkungsmöglichkeiten der Anwender werden technisch mehr und mehr eingeschränkt. "Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie den Begriff Mikrocode hören?" fragte CW sechs EDV-Speziatisten. de

Herbert Hauswald

Hauptabteilungsleiter EDV Blendax Werke - R. Schneider & Co., Mainz

Der Begriff "Mikrocode" ist mir und meinen Mitarbeitern noch nicht bekannt. Wir haben deshalb einen externen Spezialisten, der derzeit in unserem Haus beschäftigt ist . , um seine Stellungnahme gebeten. Seiner Ansicht nach handelt es sich beim Mikrocode um eine Programmiersprache, in der die Mikroprogramme geschrieben sind.

Dietmar Kaletsch

Leiter der Anwendungs- und Systemprogrammierung, BHF-Bank, Berliner Handels- und Frankfurter Bank, Frankfurt

Spontan assoziiere ich mit dem Begriff "Mikrocode" das Bestriebssystem einer EDV-Anlage. Genauer gesagt: Früher wurden bestimmte Teile des Betriebssystems fest verdrehtet. Jetzt können diese festen Verdrahtungen in Mikrocode verlegt, also gewissermaßen als ein Programm - anstelle von

Hardware-Teilen - auf eine kleine Platine gebracht werden.

Der Vorteil hierbei ist, daß dieser Mikrocode, die Platine, schneller geändert werden kann, da es nicht mehr erforderlich ist, an der Hardware "herumzulöten".

Der Mikrocode hat meines Wissens bereits seit längerer Zeit seinen festen Platz in der Datenverarbeitung: Die Systeme der Zukunft werden sicherlich immer mehr mit diesen Mikrocodes ausgestattet. Hardware-Hersteller zum Beispiel schützen sich so vor dem Kopieren ihrer Systeme durch die Konkurrenz. Was fest verdrehtet ist, kann kopiert werden, das hat die Großcomputer-Geschichte der letzten Jahre bewiesen. Je mehr aber Mikrocode verwendet wird, desto weniger kann analysiert und nachgebaut werden, wie ja auch ein Software-Produkt nicht so ohne weiteres auf einer anderen Anlage arbeiten kann.

Ich selbst kenne den Begriff Mikrocode bereits seit meinem ersten "Job" nach dem Studium im Jahre 1972.

Frank N. Stockebrandt

Leiter der Abteilung Systementwicklung Deutsche BP AG, Hamburg

Den Begriff "Mikrocode" habe ich gerade zum ersten Mal in der COMPUTERWOCHE gelesen. Hier wurde - so meine spontane Erinnerung - von Platinen geschrieben, die Software nicht mehr "soft", sondern "hard" werden lassen.

Man kann zudem, so meine ich, die Bedeutung des Begriffes ziemlich klar aus dem Zusammenhang erkennen, in dem er benutzt wird: Es wird von erhöhten Anforderungen an die Software-Entwicklung berichtet. Wenn Mikroprozessoren mit derartig "vercodeten" Programmen in großer Stückzahl zu niedrigem Preis verkauft werden, müssen an die Phase des Programmtests wesentlich höhere Anforderungen gestellt werden, als es bei der herkömmlichen Software-Entwicklung erforderlich war: Das Produkt ist sehr weit gestreut; es müssen also "vor Ort" Hardware-Komponenten ausgetauscht werden, wenn Fehler auftauchen.

Daß man sich mit diesem Begriff in kürzester Zeit auseinandersetzen muß, daran besteht meines Erachtens kein Zweifel. Ich sehe hier ein logisches Weiterdenken des "Distributed Processing"-Konzeptes.

Roland O. Ücker

Leiter der EDV Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt

Der Begriff "Mikrocode" ist uns seit der Ankündigung der IBM 370/148 bekannte Hierbei handelt es sich - grob gesagt - um Soft-Hardware-Verdrahtungsfunktionen, die eine Maschine benötigt, um Oberhaupt starten beziehungsweise gewisse Kanalsteuerungen vornehmen zu können.

Durch diese neue Technologie hat man jetzt einen Übergang geschaffen zwischen der Festverdrahtung und der festen Adressierung oder Programmierung - austauschbar durch Disketten beziehungsweise feste Einbausätze.

Mikrocodes werden bald - so meine ich - bei allen neuen Einheiten wie etwa Peripherie (Drucker, Platteneinheiten) und CPUs vorzufinden sein.

Die Anwender selbst kommen eigentlich mit dem Mikrocode kaum in Berührung. Ein EDV-Chef kann seinen Job auch dann noch erfüllen, wenn er den Begriff nicht kennt. Ich selbst mußte mich mit dem Mikrocode auseinandersetzen, als bei unserem Rechner Probleme mit der Systemsteuerung auftraten und wir den Mikrocode ändern mußten. Den Mikrocode kennen muß meines Erachtens auf jeden Fall der Systemprogrammierer eines Unternehmens, vielleicht sogar der Leiter des Rechenzentrums, wenn er für die Installation verantwortlich ist.

Peter Glänzel

Leiter der DV-Systementwicklung, DEMAG Fördertechnik, Wetter

Der Begriff "Mikrocode" ist mir gerade in den letzten Wochen beim Literaturstudium aufgefallen, eine genaue Definition ist mir noch nicht möglich. Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß dieser Begriff für einen internen Code steht, bei dem bestimmte Betriebssystem-Funktionen von der Hardware übernommen werden.

Volker Lowitsch,

Leiter der Systemprogrammierung, Karstadt AG, Essen

Spontan geantwortet steht der Begriff "Mikrocode" für die Verlagerung von Software-Funktionen in die Hardware beziehungsweise die Substitution von Hardware-Funktionen durch die Software

Ich kenne den Begriff "Microcode" bereits seit September 1978 durch das Lesen von Fachliteratur sowie Besuche bei verschiedenen IBM-Veranstaltungen. Dort wurde der Mikrocode als wesentlicher Bestandteil der neuen IBM-Strategie vorgestellt.

Zudem sind in unserem Haus neben IBM-Rechnern auch Tandem-Computer installiert, bei denen ebenfalls Bestandteile des Betriebssystems per Mikrocode in die Hardware verlegt wurden.

Der EDV-Chef sollte sich meiner Ansicht nach unbedingt mit diesem Begriff auseinandersetzen, um vor allem künftige Systementwicklungen beurteilen zu können.

Dennoch könnte es nicht schaden, wenn die EDV-Fachpresse speziell zu diesem Thema mehr schreibt. Mit Sicherheit muß sich jeder Anwender künftig mit Mikrocode auseinandersetzen, da diese Entwicklung meiner Meinung nach bald genauso wichtig sein wird wie seinerzeit das Auftauchen der Mikroprozessoren: Künftig werden sicherlich immer mehr Software-Funktionen in die Hardware verlegt, die Hardware wird flexibler. Man ist dann wesentlich schneller in der Lage, bestimmte Schnittstellen zu ändern oder anzupassen.

Diese Definition trifft natürlich nur für die 148 zu.

Generell kann man den Begriff "Mikrocode" so erklären, daß hier bestimmte Softwarefunktionen fest verdrehtet oder auf Diskette in die Maschine eingebaut werden. Ich sehe den Mikrocode als eine Unterstufe des vorhandenen Betriebssystems.