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14.08.1981 - 

Entwicklungstendenzen im Distributed Data Processing (DDP):

Mikroprozessoren erhalten neuen Stellenwert im DDP-Konzept

NÜRNBERG - Mikroprozessoren realisieren heute in neuen Systemen bereits teilweise die Distributed-Data-Processing-ldee. Gerd, F. Weber, Product Manager der Nürnberger ICL Deutschland, meint weiter, daß die konsequente Durchführung dieser Technik dazu führen werde, wirklich alle Aufgaben innerhalb eines Systems auf die Mikros zu verteilen Einheitliche Schnittstellen ermöglichten schließlich die Verwendung Hardware-unabhängiger Betriebssysteme und Programmiersprachen. Im folgenden Beitrag macht sich Weber Gedanken zu Entwicklungstendenzen im DDP.

Begriffe und Inhalte wandeln sich besonders schnell in der Datenverarbeitung. Distributed Data Prosessing (DDP) ist dafür ein gutes Beispiel. Um Entwicklungs-Tendenzen aufzuzeigen, muß daher diesem Beitrag eine Definition von DDP vorangestellt werden. Erst an Historie und Status lassen sich zukünftige Entwicklungen messen.

"Distributed Data Processing" ist die Verteilung von Funktionen auf Unter- oder eigenständige Systeme, die entsprechend ihrer eigenen Intelligenz die ihnen zugedachten Teilaufgaben erfüllen. Die Summe wiederum dieser Lösungen von Teilaufgaben ergibt die Lösung der Gesamtaufgabe. DDP organisiert die EDV demnach spiegelbildlich zur Untemehmensorganisation und zu seinen Problemlösungsinstanzen.

Wo stehen wir heute?

Nach der Datenverarbeitung im Rechenzentrum wurde die Computerleistung am Arbeitsplatz propagiert: Mit Bildschirmen, mehr oder weniger sinnvoll, konnten Sachbearbeiter den "großen Bruder" für Eingaben und Abfragen nutzen. Es folgte der "Computer am Arbeitsplatz", eine sinnvolle Ergänzung der zentralen Verarbeitungsmöglichkeiten. Terminals wurden zu Kleincomputern erklärt und MDT-Anlagen wurden zusätzlich und werden es auch noch heute mit Terminaleigenschaften versehen.

Diese Entwicklung zur Dezentralisierung hat überhaupt erst den Einsatz modernster Computertechnik in allen Bereichen eines Unternehmens möglich gemacht. Hersteller und Anwender haben heute einen Standard erreicht, der mit den zur Verfügung stehenden Systemen Datenverarbeitung vor Ort, Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit weitestgehend gewährleistet.

Nachteile dieses manchmal atemberaubenden Mix' aus Anlagen verschiedenster Hersteller mit unterschiedlichster Programmierung sind erhöhte Kosten für Software-Erstellungen, für Pflege und Wartung sowie Kompatibilitätsprobleme. Oft wurde dieser Zustand schon Distributed Computing genannt und damit der Eindruck vermittelt, die Technik sei am Ende, der Endzustand im Komfort der Datenverarbeitung wäre erreicht. Doch weit gefehlt !

Wir wissen alle um die Bedeutung der Mikro-Prozessoren und um deren rasante Entwicklung. Schon die neuesten Systeme gehen damit einige Schritte weiter. Mikro-Prozessoren werden über Datenbusse gesteuert, die somit DDP bereits teilweise in den Systemen selbst realisieren.

Am Beispiel dieser hochentwickelten DV-Systeme läßt sich vielleicht am einfachsten auch die Entwicklung des DDP im allgemeinen darstellen: Mikros steuern und verwalten die Peripherie, bewältigen mit assoziierten Speichern Verarbeitungsaufgaben und kommunizieren miteinander wiederum durch einen Mikro-Prozessor gesteuert, über Datenkanäle.

Die konsequente Durchführung dieser Technik wird dahin führen, daß wirklich alle Aufgaben innerhalb eines Systems auf Mikro-Prozessoren verteilt werden, die aufgrund ihrer Schnelligkeit, ihren hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnissen und ihrer "modularen" Verwendbarkeit das Ganze wiederum positiv beeinflußen.

Einheitliche Schnittstellen ermöglichen dann die Verwendung Hardware-unabhängiger Betriebssysteme und Programmiersprachen. Trotz autonomer, dezentraler Verarbeitung ist die Leistung eines solchen Systems nicht schwerfälliger, sonder sogar komplexer und auch flexibler geworden.

Verlassen wir nun einmal das DV-System selbst und erweitern die Anwendung von Mikro-Prozessoren zusätzlich, so läßt sich unschwer die Tendenz erkennen: Für die vielfältigen und unterschiedlichen Aufgaben einer Verwaltung beispielsweise werden Untersysteme zur Verfügung stehen, die ihrerseits aus den gleichen Prozessoren mit den gleichen Aufgaben bestehen.

Ein Bildschirm ,bisher nur zur Datenerfassung online und zu Abfragen benutzt, kann durchaus und das ohne große Kosten zum eigenständigen System werden. Mit eigenem Mikro und eigenem Speicher kann ein Programm gefahren werden, das gerade an diesem Platz benötigt wird. Die Kommunikation zum Zentralrechner (warum eigentlich nur zu diesem?) erfolgt über einen separaten, integrierten Prozessor, der wirklich nur die notwendigen Daten in das Netz gibt. Empfangen werden diese Daten wiederum über einen Mikro, der die Funktionen einer Netzwerk-Schnittstelle hat.

Innerhalb des Rechners gelangen die Daten über einen Kanal zum Beispiel zu dem Mikro, der die Magnetplettenlaufwerke bedient und kontrolliert, gleichzeitig aber auch für Zwischenspeicherung, Prioritätenvergaben und andere Aufgaben zuständig ist. DDP also im Rechner und im Verbund!

Bleiben wir einmal bei dem Bildschirm und spielen wir mit den bereits heute vorhandenen technischen Möglichkeiten. Wie leicht läßt sich dieser Bildschirm mit dezentraler Datenaufzeichnungskapazität versehen ? Einen eigenen Speicher hat er schon für ein Programm, anschließbar ist doch in jedem Fall der gleiche Mikro-Prozessor, wie er im Rechner verwendet wird ,für Floppy oder Magnetplatte. Die Aufgabe ist die gleiche, die Schnittstelle ist ebenfalls gleich.

Wenn also mehrere Bildschirme mit diesen Möglichkeiten versehen werden, ist der Zugriff nicht nur auf den zentralen Rechner, sondern auch auf Dateien "benachbarter" Arbeitsplätze durch ein lokales Netzwerk möglich. Vorausgesetzt, wie anfangs gesagt, das Betriebssystem ist verteilt auf, entsprechende Funktionsprozessoren.

Autonom oder im Verbund

Ob sich in einem solchen Fall der Begriff des "zentralen Rechners" aufrechterhalten läßt, ist noch die Frage. Mit Sicherheit jedoch ist "Distributed Processing" realisiert und das im Verbund mit gleichen Rechnern, mit gleichen Mikro-Prozessoren und gleichen Schnittstellen

Ob das Ganze autonom oder - Verbund arbeitet, ist letztendlich abhängig von der Ausstattung des einzelnen Systems. Die verstärke Anwendung von Mikros auch für die Datenfernverarbeitung (Firmware) bietet darüber hinaus die Möglichkeit des Zugangs zu

den öffentlichen Netzen.

Die Entwicklung zum wirklichen Distributed Data Processing ist vorgezeichnet. Besonders die großen Computerhersteller arbeiten daran, den Mikro-Prozessoren einen neuen Stellenwert im Rahmen eines zukünftigen DDP-Konzeptes zu geben. Ständiges Hardware-Updating kombiniert mit Hardware-unabhängigen Betriebssystemen und Programmiersprachen führen zu neuen Lösungen-und damit zu mehr EDV-Leistung am Arbeitsplatz - dem Grundgedanken des Distributed Data Processing.