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Siemens entwickelt elektronisches Stellwerk:


06.05.1983 - 

Mikrorechner kontrolliert die Weichen

MÜNCHEN (CW) - Das elektronische Stellwerk, das die Siemens AG, München, entwickelte, basiert auf einem Mikrocomputer und als Übertragungsmedium der Glasfasertechnik. Das System ist derzeit in der Erprobungsphase.

Der Fahrdienstleiter im künftigen elektronischen Stellwerk hat keine wandbreiten Gleisbildtafeln und klobigen Stelltische mehr vor sich. Er gibt seine Stellbefehle über eine alphanumerische Tastatur ein. Ein Farbbildschirmgerät zeigt ihm das Gleisbild mit allen wichtigen Daten an, wobei sich bestimmte Teile des Gleisbildes auch vergrößert darstellen lassen.

Alle eingegebenen Kommandos verarbeitet ein signaltechnisch sicheres Mikrocomputersystem, in dem die gesamte Stellwerklogik enthalten ist. Die daraus entstehenden Steuerbefehle laufen dann über Lichtwellenreiter - wie die Glasfaserkabel exakt heißen - zu den Signalen. Dieses neuartige Prinzip der elektronischen Fahrwegsicherung im Schienenverkehr wird derzeit bei der U-Bahn in Berlin bei einer Industriebahn in Duisburg und demnächst bei der niederländischen Eisenbahn in Hilversum erprobt.

Das elektronische Stellwerk ist nach dem sogenannten Bereichsrechnerprinzip aufgebaut. Die Gleisanlage eines Bahnhofs wird in mehrere, möglichst gleichgroße Stellwerkbereiche aufgeteilt, denen jeweils ein eigener Rechner zugeteilt ist. Diese Bereichsrechner haben die eigentlichen Stellwerksfunktionen wahrzunehmen - also Prüfen, Einstellen, Überwachen und Auflösen von Fahrstraßen, Umstellen von

Weichen, Gleissperren.

An der Schnittstelle zu den Außenanlagen wie Weichen oder Signale nutzt man die Lichtwellenleitertechnik. Steuerbefehle eines Mikrocomputers wären viel zu schwach, um etwa ein weit entferntes Signal zu beeinflussen. Die Befehle werden deshalb in Lichtimpulse umgesetzt, über ein Lichtwellenleiterkabel zum Signal geleitet und dort wieder in den ursprünglichen Steuerbefehl zurückverwandelt.

Zur Sicherheit sind bei dem Sicheren Mikrocomputersystem "Simis" alle Mikrocomputer-Bausteine verdoppelt und somit auch alle Verarbeitungsergebnisse doppelt vorhanden. Sie werden ständig miteinander verglichen, wobei eine Nichtübereinstimmung sofort erkannt und das System abgeschaltet wird.

Auch die Anzeige auf dem Farbdatensichtgerät muß sicher sein, da von ihr Bedienungshandlungen mit sicherungstechnischem Charakter abgeleitet werden. Die Geräte sind deshalb so geschaltet, daß sich ein Fehler in der Gerätesteuerung sofort auf dem Bildschirm bemerkbar macht. Und ob die Überwachungsschaltung selbst überhaupt auch arbeitet, erkennt die Bedienungsperson an einem ständig blinkenden Meldersymbol.

Informationen: Siemens AG, Postfach 103, 8000 München 1, Tel. 089/23 41.