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19.06.1981 - 

Bifoa-Seminar über Personal Computer im Büro- und Verwaltungsbereich:

Mikros für Mehrplatz-Einsatz gerüstet

KÖLN (CW) - Die nächste Generation von "Personal Computern", auf 16-Bit-Struktur getrimmt und mehrplatzverdächtig, ist startklar und steht vor der Markteinführung. Dies berichtete Professor Manfred Bues, Furtwangen, auf einem Fachseminar des Bifoa in Köln über den Einsatz von Kleincomputern auf Mikroprozessor-Basis im Büro- und Verwaltungsbereich.

Die heute schon tausendfach kommerziell eingesetzten Geräte mit Tastatur, Bildschirm, Drucker, Programmspeicher von 32 bis 64 KB, 8-Bit-Prozessor und Disketten mit 140 KB bis 1 MB zu Kaufpreisen von knapp 10 000 Mark werden in unmittelbarer Zukunft stark ausgebaut. Bues: "Die Verwendung von 16-Bit-Prozessoren wird die Hardware nicht wesentlich verteuern; durch den größeren Befehlsvorrat, die größere Mächtigkeit der hardwaremäßigen Befehle und den größeren Adreßraum für Programmspeicher aber die interne Durchsatzrate und die Programmleistung ganz wesentlich erhöhen."

In Verbindung mit dem S-100 Bus, der vor allem das einfache Zustecken von Anschlußmoduln peripherer Einheiten gestatte, werde sehr bald eine externe Speicherkapazität von fünf bis 40 MB auf der Basis von Harddisks (Winchester) und vor allem Mehrplatzfähigkeit Standard sein. Es gebe schon heute Mikros, die 64 Arbeitsplätze steuern könnten.

Die Zukunft der kommerziellen Datenverarbeitung habe wieder einmal "gerade erst begonnen", weil die Betriebssysteme den Kinderschuhen der Heimcomputer entwachsen seien. Das heute weltweit am weitesten verbreitete Betriebssystem für Mikros, CP/M, kranke an einer unzulänglichen Dokumentation und auch daran, daß es nach wie vor Elemente aus der ersten Zeit der Personal Computer nutze, an die immer wieder Zusätze angehängt worden seien. Bues sprach von sogenannter Rucksacksoftware, ein Ausdruck, den auch System-Ingenieure von IBM-Kunden gerne untereinander verwenden.

CP/M, gedacht als Mehrbenutzer-Version, unterstütze gleichwohl nur zwei Arbeitsplätze, und das Gesamtsystem gelange unter Umständen an die Leistungsgrenzen des zugrunde liegenden 8-Bit-Prozessors. Die jüngste Entwicklung von Digital Research, CP/Net, sei als Betriebssystem für den Mehrbenutzerbetrieb intelligenter Arbeitsplätze bei Benutzung zentraler Datenbanken oder anderer zentraler Einrichtungen des Systems konzipiert.

Das zweite, weltweit bedeutende Mikro-Betriebssystem ist "Oasis", im Unterschied zu CP/M nicht von unten nach oben entwickelt, sondern von vornherein für den Mehrbenutzerbetrieb und 16-Bit-Prozessoren konzipiert. Bues stuft "Oasis" deutlich höher als CP/M ein: "Die eingesetzten Interpretatoren werden im Mehrbenutzerbetrieb nur einmal geladen und von den Teilnehmern gemeinsam genutzt."

Das Spitzenprodukt "Xenix" ist neu im Markt. Es sei von Bell Laboratories aus dem ausgereiften Betriebssystem "Unix" für große Timesharing-Anlagen auf Mikros umgeschrieben worden und laufe auf 16-Bit-Anlagen.