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GIL-Tagung über Arbeitsplatzcomputer in der Landwirtschaft:


01.02.1985 - 

Mikros machen Düngemittelplanung effizienter

FREISING (sch) - Mikros, die im Agrarbereich zum Einsatz kommen, sollen mit einer bis zu 512 KByte aufrüstbaren Arbeitsspeicherkapazität sowie Schnittstellen für die Kommunikation mit Mainframes und Bildschirmtextsystemen ausgestattet sein. Zu diesem Ergebnis kamen Fachleute auf einer Vortragsveranstaltung der GIL zum Thema "Personal Computer in der Landwirtschaft".

Als geeignete Einsatzgebiete im Rahmen der Viehhaltung wurden auf der Expertentagung der Gesellschaft für Informationsverarbeitung in der Landwirtschaft (GIL), Freising bei München, unter anderem die Berechnung von Futterrationen, die Prozeßsteuerung im Milchviehbetrieb mit Kraftfutterzuteilung und die Erstellung von Kuhkalendern genannt.

Im Pflanzenbau gewinnt der Arbeitsplatzcomputer den Angaben der Agrarspezialisten zufolge besonders beim gezielten Einsatz von Dünge- und Pflanzenmitteln- an Bedeutung. Eine zentrale Stellung nehme dabei die mit Hilfe des Mikros geführte Schlagwortkartei ein, in der alle durchgeführten Maßnahmen, Beobachtungen, ausgebrachte Dünge- sowie Pflanzenschutzmittel und erzielte Erträge sowie Erlöse erfaßt werden. Auf der Basis solcher Aufzeichnungen könne man beispielsweise während der gesamten Vegetationszeit einer Fruchtart Entscheidungsmodelle für die Sortenwahl, die Düngeplanung, die Unkraut- und Krankheitsbekämpfung elektronisch abrufen.

In diesem Zusammenhang spricht die GIL auch ein EDV-Düngemittelplanungsmodell für Arbeitsplatzcomputer an, das nach einer zweijährigen Testphase in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz in der Düngeberatung jetzt verstärkt Eingang finden soll. Dieses Konzept errechnet Düngepläne mit Hilfe von Meßwerten, die bei Bodenanalysen sowie Untersuchungen von Pflanzen gewonnen wurden und berücksichtigt gleichzeitig alle anderen Nährstoffquellen aus dem Stall und den Ernterückständen.

Die auf diesem Weg erzielbaren Einsparmöglichkeiten sollen beträchtlich sein. So gelang es laut GIL einigen viehhaltenden Betrieben in Bayern und Baden-Württemberg, ihr jährliches Düngerkonto ohne Ertragsverminderungen zu halbieren. Bis heute seien für zirka 700 Betriebe in den genannten Bundesländern EDV-Düngepläne errechnet worden.

Auch das Thema Bildschirmtext wurde auf der GIL-Tagung abgehandelt. So kamen die vertretenen Experten zu dem Schluß, daß Btx billige Computerleistung auf den Bauernhof bringen könne. Über Post- oder externe Rechner sei es beispielsweise möglich, Programme zur benutzerfreundlichen Führung einer Ackerbauschlagkartei und zur Prognose der Weizenkrankheit Spelzenbräune abzurufen.

Schließlich und endlich wurde auf der Informationsveranstaltung auch auf die landwirtschaftliche Ausbildung an Hochschulen und Fachhochschulen eingegangen. Eine GIL-Umfrage bei Unternehmen, Verbänden und Behörden hätten eindeutig zum Vorschein gebracht, daß bei Stellenbewerbungen Aspiranten mit EDV-Kenntnissen bevorzugt eingestellt würden. Leider ließen sich aber im Moment noch erschreckende Defizite im einschlägigen Lehrangebot erkennen.

Weitere Informationen: Band acht der Buchreihe "Informationverarbeitung Agrarwissenschaft", Titel: "Der Personal Computer in der Landwirtschaft" von A. Mangstl, N. Meier und O. Vogt-Rolf, Verlag Ulmer, Stuttgart.