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13.03.1987 - 

Bereits zwei Produkte zum Downloading des TP-Monitors auf dem US-Markt:

Mikros übernehmen Programmierung unter CICS

CHICAGO/LOS ANGELES (cw) - Mainframe-Kapazität soll von Programmentwicklungs-Pflichten freigehalten werden. Zu diesem Zweck bieten zwei US-Softwarehersteller Produkte an, mit denen die Entwicklung von ClCS-Programmen auf die Mikrocomputer-Ebene heruntergezogen werden kann. Ein IBM XT oder AT mit 512 KB Kernspeicher und einer 10-MB-Festplatte genügt, um CICS-Programme für IBM-Mainframes zu entwickeln und zu testen. Das behauptet jedenfalls Joe Koc, Verkaufsdirektor der Realia Inc., Chicago, die kürzlich ihr Downloading-Produkt "RealCICS" vorgestellt hat. Denjenigen, die ganz sicher gehen wollen, empfiehlt Koc die doppelte Plattenkapazität.

"RealCICS" besteht aus einem Cobol-Compiler und verschiedenen Dienstprogrammen. Auf dem amerikanischen Markt sind beide Komponenten für jeweils 1000 Dollar erhältlich. Die Analyst International Corp., Minneapolis, hat das Produkt zwei Monate lang im Beta-Test eingesetzt. Es wurde auf einem XT installiert, um Cobol-Programme zu codieren und auszutesten. Dadurch, daß der Batch-Betrieb umgangen wurde, konnte das Anwender-Unternehmen eigenen Aussagen zufolge Testkosten einsparen.

Zukunftsträchtiger Markt könnte sich auftun

Mit Hilfe des Softwareprodukts hat die Analyst International bereits einen Anwendungsgenerator entwickelt, den sie demnächst auch vertreiben will. Der Generator arbeitet, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, sowohl in CICS- als auch in Data-General-Programmierumgebungen.

Etwa zweieinhalbmal so teuer wie "RealCICS" ist ein Produkt der Unicorn Systems Co., Los Angeles; es trägt die Bezeichnung "MicroCICS'' und läuft auf den /370-Mikros der IBM. Diese Maschinen sind nach Aussagen einer Unicorn-Sprecherin eigentlich keine PCs, sondern Schreibtisch-Mainframes. Von den meisten anderen Mikros unterscheiden sich die /370-Rechner dadurch, daß sie VM-kompatible Mainframe-Software und EBCDIC-Strukturen nutzen.

PCs, so die Sprecherin weiter, unterliegen für gewöhnlich der durch das DOS-Betriebssystem vorgegebenen Speicherbeschränkung von 640 KB; ebenfalls beschränkt seien die Data-Management-Records und die Dateigröße. Deshalb könne ein PC immer nur ein Teil der Programmentwicklung übernehmen.

Diese Argumentation muß selbstverständlich vor ihrem marktstrategischen Hintergrund gesehen werden. Die offensichtlichen Vorteile des Offloading stehen dem entgegen: Die Mainframe-Ressourcen werden entlastet, und kürzere Antwortzeiten erhöhen die Produktivität des Programmiervorgangs. Es könnte sich hier also ein zukunftsträchtiger Marktbereich auftun, zumal ein entsprechendes Potential durchaus vorhanden ist. Koc schätzt, daß CICS für mehr als die Hälfte aller interaktiven Programmierumgebungen auf IBM-Rechnern eingesetzt wird.

Die Zahl der bislang installierten /370-Mikros ist allerdings noch relativ gering und zeigt auch keinen nennenswerten Aufwärtstrend. Tom Roberts, Analyst bei der International Data Corp. (IDC) in Framingham/Massachusetts, nennt eine Basis von 9700 Installationen. Den schleppenden Absatz der Rechner begründet Unicorn-President Michael Scroggie damit, daß es den Maschinen an "Pferdestärken" mangele und Big Blue noch immer keine entsprechende VSAM-Version auf den Markt gebracht habe. Es bestehe jedoch die berechtigte Hoffnung, daß sich das in absehbarer Zeit ändern werde.

Die Strategie der IBM bestehe - so Scroggie - darin, VM/SP über ihre gesamte Hardwarepalette hinweg anzubieten. Bereits die von der IBM angekündigte 80386-Maschine soll dieses Betriebssystem unterstützten teilte der Marktbeobachter Roberts mit. Seiner Ansicht nach könnten sich mit dem Markteintritt des neuen Rechners die Absatzchancen für CICS-Downloading-Software entscheidend verbessern.

Der eine Teil des Marktpotentials besteht aus den bereits vorhandenen CICS-Installationen; Scroggie spricht von 12 000 allein in den USA. Daneben vermutet der Unicorn-President noch ein bislang unbeackertes Feld bei Softwareentwicklern, die sich die Investition in einen Mainframe sparen wollen.