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13.07.1990 - 

PKI-Sprecher: Keine weiteren Entlassungen bei deutscher Computertochter

Milliardenverlust erwartet - Philips streicht 10000 Stelle

EINDHOVEN (CW) - Jan D. Timmer versäumt es nicht, seinem Ruf gerecht zu werden. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung der NV Philips Gloeilampenfabriken nutzte der neue Chairman zur Ankündigung drastischer Maßnahmen: Einer Restrukturierung des gesamten Konzerns werden 10 000 Arbeitsplätze, die meisten davon in Europa, zum Opfer fallen.

Peter Dörntlein, Sprecher der Philips Kommunikationsindustrie AG (PKI) in Nürnberg, schloß "nach seinem derzeitigen Wissensstand" aus, daß die deutsche Computertochter von Philips von den Entlassungen betroffen sein werde. Von dieser Feststellung unberührt seien natürlich die bereits im Mai angekündigten rund 300 Stellenstreichungen beim Siegener DV-Vertrieb von PKI.

Der Sanierer Timmer schockte Analysten und Investoren mit einer Verlusterwartung von zwei Milliarden Gulden für das Geschäftsjahr 1990, resultierend aus Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,7 Milliarden Gulden. Das Maßnahmenpaket, nach Timmers Vorstellungen in wenigen Monaten zu realisieren, umfaßt eine Reihe von Eingriffen: So soll der Verkauf von Computersystemen künftig mit wesentlich geringerem personellen Aufwand stattfinden. Nach Timmers Darstellung ist der DV-Markt durch eine Betonung der indirekten Verkaufskanäle gekennzeichnet, vor allem wegen seiner Tendenz, sich von der Mittleren Datentechnik hin zu PCs sowie von proprietären zu offenen Systemen zu orientieren.

Timmers Darstellung zufolge ist ein Ausstieg von Philips aus der Computertechnik kein Thema, gleichwohl werde man sich auf Produktbereiche konzentrieren, in denen das Unternehmen stark sei. Er nannte in diesem Zusammenhang den Bankensektor sind die optische Bildverarbeitung. Produkte der Informationsverarbeitung werden demnach künftig weniger von den Holländern selbst entwickelt und produziert, als auf dem Weltmarkt zugekauft werden. Die Unternehmensbereiche Professionelle Produkte, Systeme und Komponenten erbrachten in den ersten fünf Monaten des laufenden Geschäftsjahres ein operatives Minus von 166 Millionen Gulden.

Dem Thema Kooperationen - Verhandlungen mit Olivetti sind vor kurzem gescheitert räumte Timmer vorerst nur zweite Priorität ein. Zuerst wolle man sein "eigenes Haus in Ordnung" bringen; nach erfolgtem Konzernumbau stünden dann wieder Verhandlungen auf der Tagesordnung. +