Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.07.1996 - 

Aufruhr bei der Telefongesellschaft Telstra

Millionen-Schaden wegen des Problems 2000

Beim Test des neuen Programms "Flexcab" hatten Projektmitarbeiter entdeckt, daß das fast fertiggestellte Gebührenabrechnungssystem zweistellige Jahreszahlen enthält und zur Jahrtausendwende Fehler produzieren würde. Telstra hatte bereits schätzungsweise 300 Millionen Mark in die Entwicklung investiert. Das Unternehmen muß jetzt den gesamten Code durchforsten, obwohl der Test ergeben hatte, daß voraussichtlich nur ein Prozent des Codes geändert werden muß.

Kalkulierte Gesamtkosten von 100 Millionen Mark

Adam Suckling, Pressesprecher der Telstra Information Technology Group, erklärte: "Wir haben etwa 45 geschäftskritische Anwendungen. Wir schätzen, es wird uns bis zu 30 Millionen australische Dollar kosten, um sicherzustellen, daß diese Programme im Jahr 2000 korrekt laufen."

Er bestätigte, daß Telstra insgesamt rund 1000 Applikationen nutze und es eine Kalkulation gebe, wonach deren Sanierung insgesamt 100 Millionen Mark kosten könnte. Grundlage dieser Annahme seien Berechnungen der Gartner Group, wonach die Jahreszahlen-Umstellung einen Dollar pro Programmierzeile kostet. Suckling erklärte: "Diese Zahl von 100 Millionen Dollar kann nach oben oder unten variieren, weil wir uns möglicherweise entschließen, einige Programme nicht weiterzuverwenden."

Laut Suckling will Telstra das Problem nicht durch Outsourcing, sondern mit eigenen Kräften lösen. Gegenwärtig beschäftigt sich ein Team von drei DV-Spezialisten mit der Umstellung. Es soll auf bis zu zehn feste Mitarbeiter ausgebaut werden, und ad hoc sollen andere Fachbereiche zuarbeiten.

Die Kosten der Umstellung auf vierstellige Jahreszahlen sind unter anderem schon deswegen so hoch, weil die besonders häufig betroffenen Cobol-Programme die Nachfrage nach entsprechenden Programmierern und damit deren Honorare in die Höhe getrieben haben.

In den USA hat sich der Preis der Arbeitsstunde für einen externen Cobol-Auftragsprogrammierer innerhalb der letzten zwölf Monate von 31 auf 70 Dollar erhöht. Nach australischen Schätzungen werden die Kosten für freie Cobol-Programmierer bis zum Jahr 2000 alljährlich um 30 Prozent steigen.