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05.08.1994

Millionenstueckzahlen durch Systemverkaeufe an Kunden nicht erklaerbar Herstellerdaten ueber Lieferungen von Power-PC-Chips angezweifelt

MUENCHEN (CW) - Die Branche raetselt ueber den Verbleib von einer Million Prozessoren. So viele Power-PC-Chips will naemlich die IBM bis Ende Juli 1994 verkauft haben. Allerdings sind nicht annaehernd so viele Systeme mit diesen CPUs ausgeliefert worden.

Bis zum Ende des Jahres moechte Big Blue gemeinsam mit Motorola gar 2,5 Millionen Power-PC-Chips absetzen, zitiert der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" Firmenquellen. IBM verkuendete ferner, die Nachfrage nach den blauen RISC-Chips uebersteige die Erwartungen. Industriebeobachter machten eine andere Rechnung auf: Sie glauben, dass die IBM oder Motorola die Chips horten. Anlaesslich einer Veranstaltung der Analysten von Paine Webber, die sich mit der Frage befasste: "Ist der Power-PC- Chip ein Staubfaenger?", aeusserten Insider, IBM produziere viel mehr Chips, als der Markt aufnehmen wolle.

In ihrem Report rechnen die Paine-Webber-Analysten Stephen Smith und Neil Herman vor, dass Apple bis Ende Juni etwa 400 000 Power- Macintosh-Systeme ausgeliefert haben koennte. Andere grosse Power- PC-Abnehmer wie die Advanced Workstation Systems Division (AWSD) der IBM selbst liefern nach den Schaetzungen der beiden Marktforscher bis zu 50 000 Einheiten pro Quartal aus.

Dataquest-Mann Dominic Ricchetti findet sich mit diesen Untersuchungen weitgehend im Einklang. Danach duerften dieses Jahr rund 550 000 Power-Macs sowie etwa 40 000 Workstations und andere RISC-basierte Systeme ausgeliefert werden, die mit der

Power-PC-CPU rechnen. Ricchetti: "Auch wenn Apple es schaffen sollte, 700 000 Einheiten zu verkaufen, reicht das immer noch bei weitem nicht aus, um IBMs Aussage von einer Million ausgelieferter Prozessoren zu stuetzen."

Vertreter der IBM Microelectronics, Lieferwerkstatt der Power-PC- Chips, bestritten, die Prozessoren zu horten. Bei Speicherbausteinen mache es zwar Sinn, sie auf Halde zu fertigen, bei CPUs jedoch nicht.

Bleibt die Moeglichkeit, dass sich ein Rechnerhersteller von den Power-PC-Systemen das grosse Geschaeft versprochen und im Vorfeld zu grosse Mengen der RISC-Bausteine geordert hat. Dataquest-Analyst Ricchetti denkt in diese Richtung. Er tippt auf Apple oder Big Blues Power Personal Systems Division. IBM, so seine Vermutung, bereite sich moeglicherweise auf eine riesige Nachfrage nach PCs mit Power-PC-Prozessoren vor, die momentan schon

in Produktion gegangen sein koennten.