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29.05.1992 - 

Vor allem bei den Zeitschriften werden Stellen gestrichen

Millionenverlust zwingt Markt und Technik zu hartem Sparkurs

MÜNCHEN (CW) - Dramatisch abgestürzt ist Markt und Technik im Geschäftsjahr 1991: Weniger Umsatz und ein Verlust von 13,7 Millionen Mark in der AG rissen den 1990 noch profitablen Konzern ins Minus: Auf 4,7 Millionen Mark belief sich der Gesamt-Fehlbetrag. Erst 1993 erwartet der Fachbuch-, Zeitschriften- und Softwareverlag wieder schwarze Zahlen.

Zur Markt-und-Technik-Gruppe gehören neben der AG, die Bücher, Zeitschriften und Software verlegt, einige Softwarehersteller, darunter MSPI und KHK, die Vertriebsfirma Access Agora sowie Tochtergesellschaften im Ausland.

Der Umsatz der Aktiengesellschaft sank um acht Prozent auf 160 Millionen Mark, im Konzern stieg das Geschäftsvolumen dagegen um 36 Prozent auf 648 Millionen Mark. Das teilte Vorstandssprecher Otmar Weber vor der Presse in München mit. 1990 hatte die Aktiengesellschaft noch einen Gewinn von 9,1 Millionen Mark erwirtschaftet, der Konzern ein Plus von 6,8 Millionen Mark.

Als Ursache des schlechten Ergebnisses nannte Weber Schwierigkeiten im Verlagsgeschäft der AG, insbesondere gesunkene Anzeigeneinnahmen und verschärften Wettbewerb. Auch die Umstrukturierung des Unternehmens habe sich belastend ausgewirkt. Das teilweise gute Abschneiden der Tochtergesellschaften habe das Ergebnis nicht ausgleichen können.

Als Reaktion greift die Unternehmensleitung zu drastischen Maßnahmen, besonders in der AG. Von den gegenwärtig 560 Stellen will sie 100 bis Ende 1992 abbauen. Dazu werde man vor allem die Fluktuation nutzen, teilte Finanzvorstand Rainer Doll mit. Für dennoch notwendige Entlassungen sei ein Sozialplan in "einstelliger Millionenhöhe" vorgesehen. Außerdem will die Firmenleitung die AG in fünf selbständige Profit-Center gliedern, die später in GmbHs umgewandelt werden könnten. Auch die Produktpalette im Buch- und Zeitschriftenbereich der AG wolle man bereinigen, so Weber. Die Zeitschrift "Deckblat" soll zum Kauf angeboten werden, erklärte Vorstand Lutz Glandt.

Weber, der einer der beiden Haupteigentümer von Markt und Technik ist, teilte außerdem mit, er werde auf der Hauptversammlung am 2. Juni 1992 von seinem Posten als Vorstandssprecher zurücktreten und sich dort zur Wahl in den Aufsichtsrat des Unternehmens stellen.

Im laufenden Geschäftsjahr werde man noch Verlust machen, prognostizierte Finanzvorstand Doll. 1993 jedoch wolle Markt und Technik wieder schwarze Zahlen schreiben.