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17.01.1975 - 

Neue Datel-Pläne. Zunächst aber Kündigungen:

Mindestens ein Monatsgehalt als Trostpflaster

17.01.1975

DARMSTADT - Die 90 Datel-Mitarbeiter, die im Zug der ersten Entlassungswelle bei Datel gehen müssen, bekommen als Trost auf jeden Fall ein Monatsgehalt. Der Sozialplan sieht für Normal-Mitarbeiter, die zum 31. März gekündigt wurden, außerdem vor: die 40- bis 46jährigen bekommen ein Monatsgehalt, die 47- bis 52jährigen zwei Gehälter, die über 52jährigen drei Gehälter dazu. Unabhängig vom Alter bekommt jeder, der länger als ein Jahr dabei war, pro Halbjahr noch ein halbes Monatsgehalt.

Der Wasserkopf wird abgebaut.

Entlassen werden nur Mitarbeiter in der Zentrale - überwiegend Programmierer und andere EDV-Fachleute, aber auch kaufmännisches Personal. In einer zweiten Welle sollen nochmals 20 bis 30 Mitarbeiter entlassen werden, so daß die Zentrale auf 20 bis 25 Mann schrumpft und damit nicht mehr größer ist als die Zentrale der neuen Mehrheitsgesellschafterin Generale de Service Informatique. Bei der GSI-Zentrale in Brüssel sitzen nur 27 Mann, die die Aktivitäten von derzeit 900 Mitarbeitern steuern.

Die Datei hatte bislang 460 Mitarbeiter, die Personalkosten ungefähr in der Höhe des Umsatzes verursachten.

Gehen werden auch die, etwa 20 Amerikaner, die im Rahmen der Lizenzvereinbarung mit der Computer Science Corporation von Los Angeles nach Darmstadt gekommen waren, um ein Datel-Rechnerverbundnetz aufzubauen.

Geschäftsstellen als Profit-Center

"Die Geschäftsstellen bleiben unberührt", erklärte Pressesprecherin Angelika Loewenheim von der Datel GmbH. "Ein Großteil der Verantwortung wird von der zentrale dorthin delegiert; die Geschäftsstellen werden künftig als Profit-Center geführt - die Zentrale wird nur noch koordinieren und überwachen." Ein weiteres Profitcenter wird mit den verbleibenden Spezialisten für Rechnerverbund bei der Zentrale gebildet. Sie sollen gegen Honorar Studien und Beratung für Firmen bieten die interne oder externe Verbundnetze schaffen wollen. Das bisher erworbene Know-how soll also verkauft werden.

Stop für Programm-Entwicklung

Neue Programme werden nicht mehr entwickelt - diese Arbeiten hatten in der Zentrale viel Personal gebunden, aber auch zu zahlreichen, jetzt fertigen Programmen geführt. Sofern neue Software gebraucht wird und sie nicht von der GSI bezogen werden kann, soll sie am weltweiten freien Markt gekauft werden.

Auch bei der Hardware, die zur Zeit monatlich gut eine Million Mark Miete kostet, wird gespart: Zunächst wird spätestens Anfang Februar die TR 440 abgebaut. Mit den Arbeiten für die bisherigen Time-sharing-Kunden kann man entweder auf eine andere TR 440 (zum Beispiel in Konstanz) oder auf die vorhandene Siemens-Anlage ausweichen. Langfristig will man Time-sharing-Aufträge in England rechnen lassen - die GSI verhandelt zur Zeit mit verschiedenen britischen Rechenzentren. Ob es eine Kooperation oder eine GSI-Beteiligung in England geben wird, ist noch offen. "Das dauert mindestens ein Jahr, bis die Leitungen aufgebaut sind und alles klappt - baldigen Abschluß der jetzigen Verhandlungen vorausgesetzt.

Das Hochhaus wird verkauft

Das Verwaltungsgebäude in Darmstadt wird von der Datel für Rechnung der Altgesellschafter verkauft - man verhandelt mit ortsansässigen Industriebetrieben: "Für 20 Mann", so PR-Frau Löwenheim, "brauchen wir kein neunstöckiges Hochhaus." Die neue kleine Zentrale soll dann nach Frankfurt. - Ob das Darmstädter Rechenzentrum auch nach Frankfurt umzieht, ist noch offen.

Ausbau des Vertriebs

Außerdem bleiben die Geschäftsstellen Hamburg, Berlin, Essen, München und Stuttgart bestehen. Die kleinen Filialen in Augsburg, Göttingen und Heidenheim werden jedoch geschlossen. Ihre Arbeit übernehmen die benachbarten größeren Geschäftsstellen. Der Vertrieb wird in einer Übergangszeit durch den Franzosen Genovesi verstärkt. Der bisherige Vertriebsleiter Matt bleibt jedoch in Amt und Würden. Die Unternehmensspitze ist allerdings französisch geworden: der neue Geschäftsführer J. Bentz wird durch den gebürtigen Vietnamesen Dr. Nguyen als kaufmännischem Leiter unterstützt-beide lernen zur Zeit Deutsch.