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Finnische Staatseisenbahnen:


05.09.1975 - 

Mini-Mix und 36 Terminals

HELSINKI - Neue Minicomputer und 36 Terminals sind seit kurzem bei der Finnischen Staatseisenbahn für die automatische Platzbuchung eingesetzt. Für die gleiche Anwendung ist bei der Französischen Staatseisenbahn SNCF (Société Nationale des Chemins de Fer Françaises) ein Rechnerverbund aus IBM- und Univac-Jumbos (IBM 370/165 und 155, Univac 1110 MP) installiert. Wenn auch im SNCF-Netz wesentlich mehr Nachrichten verarbeitet werden - ein Vergleich beider Fernverarbeitungs-Systeme muß deshalb "hinken" -so bleibt doch festzuhalten, daß die finnische Lösung technologisch interessant ist, weil sie mit einem Minimum an Hardware-Kosten auskommt.

"Bei der DB geht's nicht so schnell"

Hierzulande sitzt man dagegen noch in den Startlöchern: Die Deutsche Bundesbahn will - nach jahrelangen Vorbereitungen -

in diesem Herbst ihr elektronisches Platzbuchungssystem in Betrieb nehmen, an das auch die Schweiz und Italien angeschlossen sein werden. "Wir befinden uns endlich in einer heißen Phase", erklärt ein Sprecher aus der DB-Zentrale in Frankfurt, "die ersten Verbindungen in die Schweiz sind bereits geschaltet". In Finnland haben Zugreisende beinahe Rund-um-die-Uhr die Möglichkeit, Plätze in den Schnellzügen der Staatseisenbahnen zu buchen. Das elektronische Platzbuchungs-System RAP soll nicht nur den gesamten Buchungskomplex rationalisieren, sondern auch dem Bahnpersonal Entscheidungshilfen für die Planung des Zugeinsatzes und der Waggonzahl geben.

Hierarchische Netzstruktur

Für das finnisch Bahn-Platzbuchungssystem haben Digital Equipment die Rechner und ein finnisches Systemhaus die Software geliefert. In Helsinki stehen als Zentralrechner eine PDP-11/40 mit 96 K (16-Bit-Worte) Hauptspeicher und eine weitere PDP-11/40 mit 64 KW- Während der erste Prozessor das Reservierungs-System betreibt, ist der zweite als Backup-Rechner eingesetzt. Die Anlagen laufen unter dem DEC-Echtzeitbetriebssystem RSX-110. Die Verbindung zum Fernverarbeitungsnetz übernehmen zwei PDP-11/40-Front-End-Prozessoren mit je 24 KW Hauptspeicher, die über parallele Datenkanäle mit direktem Speicherzugriff mit dem Zentralrechner kommunizieren. Die Verbindung zwischen den Vorschaltrechnern und vier Konzentratoren (ebenfalls PDP-11/40-Minis mit einer Hauptspeicherausstattung von 24 KW) wird über Telefonleitungen (Übertragungsgeschwindigkeit von 2400 Baud) hergestellt. Für die Platzbuchung in den Reservierungsbüros sind bisher 36 Terminals installiert, die über Telefonleitungen an die Konzentratoren angeschlossen sind.

Dialog und Fahrkarten

Das Buchungsterminal hat einen eigenen kleinen Speicher und besteht desweiteren aus einer alphanumerischen Tastatur sowie einem Drucker für Groß- und Kleinschreibung (30 Zeichen/Sek., 132 Druckpositionen). Das Druckfeld ist in zwei Hälften geteilt - links wird die Fahrkarte ausgedruckt, rechts ist Platz für den Dialog mit dem System.

Die Schalterbeamten fragen vor jeder Buchung die letzte Reservierungssituation eines Zuges über das Terminal ab.

Mit einem Buchungsvorgang können bis zu 30 Plätze für Gruppenreisende reserviert werden. Eine Warteliste für Schlafwagenplätze wird automatisch erstellt, ebenso Reservierungslisten zum Aushang an den Abfahrtsbahnhöfen der Züge.