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10.04.1992 - 

Grid hat ihn schon - NEC entwickelt noch

Mini-PCs zum Umhängen sollen Anwender richtig mobil machen

10.04.1992

TOKIO (IDG) - Tragbare Rechner werden ständig kleiner und leichter. Die Bewegungsfähigkeit des Benutzers, der den PC unterwegs einsetzt, ist aber dennoch eingeschränkt. In den Köpfen der NEC-Entwickler spukt daher eine neue PC-Variante herum: leichtgewichtige Geräte, die sich ums Handgelenk und um die Taille schnallen oder über die Schulter hängen lassen. Grid hat ein solches Gerät bereits realisiert.

Neben dem klassischen Anwender, der den PC an einem festen Arbeitsplatz nutzt, hat die DV-Branche seit einigen Jahren eine neue Zielgruppe entdeckt: Leute, die unterwegs auf den Computer nicht verzichten wollen oder können. Zuerst kamen die noch recht schweren Portables, dann die etwas leichteren Laptops sowie die Notebooks, die rund zwei bis drei Kilogramm wiegen. Diese Rechner sind zwar tragbar, doch zur Dateneingabe erfordern sie eine Stellfläche. Als logischer Schritt folgten dann Pocketcomputer, Handhelds sowie Palm- und Pentops, die sich meist mit einer Hand bedienen lassen. Diese Rechner werden überwiegend für die Datenerfassung und als Notizbuch verwendet, während zum Beispiel Versicherungen ihren Außendienst gerne mit größeren Geräten, etwa Notebooks, ausstatten.

Bis auf die ganz kleinen Rechner und Organizer, die sich in die Westentasche oder an den Gürtel stecken lassen, haben die tragbaren PCs eines gemeinsam: Sie müssen unter dem Arm oder in der Hand getragen werden und beeinträchtigen damit die Beweglichkeit des Anwenders. Jetzt wollen Grid und NEC tragbare Leichtgewicht-PCs auf den Markt bringen, die, wie Branchenkenner meinen, dem Wort "Benutzerfreundlichkeit" eine neue Bedeutung geben.

Wie bereits berichtet (Vgl. CW Nr. 14 vom 3. April 1992, Seite 29: "Palmpad von Grid...") hat der US-Hersteller Grid auf einer New Yorker Techno-Show den 1,3-Kilogramm schweren "Palmpad" vorgestellt. Der Rechner basiert auf einer V-20-CPU von NEC und arbeitet unter DOS 5.0. An Speicherkapazität steht neben 2 MB RAM eine 20-MB-Flash-Karte zur Verfügung. Außerdem ist ein Erweiterungs-Slot vorhanden. Der Miniatur-PC arbeitet im Batteriebetrieb etwa acht Stunden und soll rund 2900 Dollar kosten. Bei dem Palmpad-Modell hat Grid realisiert, was zum Beispiel bei Kameras längst zum State of the Art gehört: Der Rechner läßt sich über die Schulter oder an den Gürtel hängen. Außerdem soll es möglich sein, den Kleinstcomputer um das Handgelenk zu schnallen.

Die Design-Modelle von NEC wurden ursprünglich für die wohl außergewöhnlichste Form menschlicher Mobilität entwickelt: für die Arbeit in der Schwerelosigkeit. Aus diesem ursprünglichen Konzept entsprangen verschiedene Rechnerversionen.

Momentan handelt es sich dabei allerdings erst noch um Studien. Hideji Takemasa, einer der Entwickler, hält es jedoch für möglich, daß bereits im nächsten Jahr ein Testmodell herauskommt. NEC, die Nummer eins im japanischen PC-Markt - anders als in Deutschland, wo die PC-Verkäufe mit weit weniger als zehn Prozent Marktanteil (geplant waren 25 Prozent im ersten Jahr) erheblich niedriger sind als erwartet - will acht verschiedene Versionen entwickeln, die jeweils für ein spezielles Anwendungsgebiet optimiert sind.

"Lap-Body" für Journalisten

Mit einem "Lap-Body"-Modell das sich wie ein Fotoapparat um den Hals und über die Schulter hängen läßt, sollen Journalisten angesprochen werden. Auf einer Ausstellung in Japan präsentiert, inkorporiert der körpernahe Rechner unter anderem einen CD-Speicher. Die Tastatur und das Display werden an der Hüfte befestigt. Im Unterschied dazu will man bei einer Variante, die für Bestandsaufnahmen konzipiert ist, die Tastatur am Arm des Benutzers festmachen.

Obwohl die Rechner weniger als ein Kilogramm auf die Waage bringen sollen, stehen die Entwickler noch vor einigen Problemen. So ist zum Beispiel die Ergonomie ein wichtiges Kriterium für die Hersteller. NEC arbeitet daher mit der Chiba University zusammen, um das optimale Gewicht sowie die bestmögliche Positionierung des Rechners am Körper herauszufinden. "Wenn der Arm ein zu schweres Keypad tragen muß, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen", erklärt Takemasa.

Der NEC-Entwickler schätzt, daß die neue Rechnergeneration größtenteils für Anwendungen wie Datenerfassung oder auch als Hilfsmittel für Sicherheitstechniker genutzt wird. Der gleichen Meinung sind auch spanische Marktbeobachter. Für die Branchenkenner wird sich auch der mit einem hintergrundbeleuchteten 61/2-Zoll-Display ausgestattete Grid-Palmpad am ehesten bei Journalisten und für die Inventurarbeit absetzen lassen.

Takemasa hat jedoch noch andere Vorstellungen: So gebe es i einen Rechner, der mit einer VCR-Kamera und einem Monitor arbeitet und beispielsweise Seglern oder Skifahrern Auf zeichnungsmöglichkeiten bietet. Eine andere Variante soll in einer Röhre ähnlich einer Wirbelsäule untergebracht werden. Dieser Computer soll Mechanikern helfen, beschädigte Autokarosserien zu untersuchen und eventuell ein Bild des Schadens via Telefax an die Kfz-Hersteller zu senden.

Außerdem haben die Japaner Ideen für einen "Westentaschen"-Computer, mit dem Polizisten sich schnell Informationen über gesuchte Personen sowie deren Konterfei auf den Monitor einlesen lassen können. Ferner soll mit diesem Computer die Möglichkeit bestehen, über einen Image-Scanner Nummernschilder einzulesen, um über ein Netzwerk den Fahrzeughalter zu ermitteln. *