Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.02.1976 - 

Anwenderbericht: Textverarbeitung im Service

Minicomputer ersetzt den Schreibautomaten

Seit langem gehören Korrespondenzautomaten zum Ausrüstungsstandard von schreibintensiven Büros. Neuerdings beginnen die Minicomputer sich auf diesem Markt einzunisten. In dem einzigen kommerziellen Korrespondenz-Service-Zentrum in Deutschland wird derzeit ein solches computergestütztes System installiert.

Zunächst war da eine Marktnische: Industriefirmen, die einen Korrespondenzautomaten angeschafft hatten, konnten ihn zwar richtig bedienen, aber eine konsequente Baustein-Korrespondenz verlangt - soviel wissen wir heute - intensive und systematische Vorbereitungsarbeit. Schließlich sollen die Bausteine so konzipiert werden, daß sie in mehreren verschiedenen Briefen Verwendung finden können und trotzdem in Stil und Inhalt aufeinander pressen.

Viele Firmen sind an dieser programmierten Textverarbeitung gescheitert und haben ihre Maschine zurückgegeben. Eine solche mißglückte Installation bei Geschäftsfreunden gab den Anstoß zur Einrichtung unseres Korrespondenz-Service. Wir wagten ein Angebot auf Fixkostenbasis und Erfolgsgarantie - und gewannen. In minuziöser Kleinarbeit erstellten wir das Baustein-Handbuch und boten dann an, auf dem Automaten eines befreundeten Herstellers die Korrespondenz auch zu erledigen. Heute hat es ich eingespielt, daß der Auftraggeber uns täglich eine Korrespondenzmappe mit Schreibaufträgen schickt. Sie enthalten nur die Adressaten, die Reihenfolge der Bausteinnummern und die einzufügenden Variablen. Bis zum nächsten Tag setzen wir Aufträge in fertige Briefe um. Heute gehören beispielsweise Klöckner-Humbold-Deutz und die Werft Blohm und Voss zu unseren Kunden. Aber wir sind mit den Schreibautomaten nicht zufrieden und stellen um.

Durchschnittliche Zugriffszeit von zwei Minuten

Wesentlichen Anteil an unserem Korrespondenz-Service haben Angebote mit Hunderten von einzelnen Positionen. Das Programm, die Zahl der verfügbaren Bausteine, ist entsprechend umfangreich. Auf unseren Schreibautomaten verwenden wir Band-Kassetten mit Bändern von 180 Meter Länge. Ein solches Band läuft von Anfang bis Ende vier Minuten. Unter der Voraussetzung, daß die Bausteine nicht in der Reihenfolge abgerufen werden, in der sie auf dem Magnetband stehen, ist mit einer mittleren Zugriffszeit von zwei Minuten pro Baustein zu rechnen. Das führt bei 200 Positionen zu sehr langen System-Wartezeiten und zu ungemütlichen Koordinationsproblemen.

Abhilfe durch Floppies und Platten

Hier können nur Direkt-Zugriffsspeicher wie die Floppy-Disk oder eine Magnetplatte Abhilfe schaffen. Konsequenterweise entschlossen wir uns jetzt zu einer ausgewachsenen Minicomputer-Konfiguration mit vier Bildschirm-Terminals, Sternrad-Drucker und 64 KB Zentraleinheit. Für die Aufnahme des Programms und das Zwischenspeichern der auszudruckenden Briefe halten wir eine 5 Megabyte-Platte derzeit für ausreichend. Das Herz dieses von Reuthal und Interscan in Deutschland vertriebenen Systems ist ein Alpha Naked-Mini von Computer Automation. Das System ist so leistungsfähig, daß wir daran denken, einem Teil unserer Kunden Terminals hinzustellen, die bei uns angeschlossen werden sollen. Diese Kunden können dann über Wählleitung den entsprechenden Auftrag übermitteln und anderntags die unterschriftsreifen Ausfertigungen erhalten. Die Möglichkeit der Pufferung erlaubt es, die Schreibarbeiten, die zu einem Kunden gehören, zusammen ausdrucken zu lassen. Unser Problem besteht jetzt darin, gute Textprogrammierer zu finden. Die besten Erfahrungen haben wir mit EDV-Programmierern gemacht.

*Volker Thomas ist Gründer und Inhaber der Firma Volker Thomas Textprogrammierung in Hamburg.