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07.12.1979 - 

Sperry Univac im Untergrund:

Minicomputer im-Netz der Essener U-Bahn

GELSENKIRCHEN (CW) - Zum Ausbau des U-Bahn-Netzes in Essen bestellte die Stadtbahn-Gesellschaft Rhein-Buhr mbH, Gelsenkirchen, vier weitere Minicomputer der Sperry Univac. Zusammen mit Peripherie und Software handelt es sieh nach Angaben von Sperry Univac, Sulzbach/Taunus, um einen Auftragswert von 1,5 Millionen Mark. Die neuen Rechner, die bis Ende 1980 in Betrieb der Essener und Mülheimer Verkehrs-Gesellschaften installiert sein sollen, sind für den Ausbau auf der Bahnhofsebene, der Zuglenkungs- und Dispositionsebene gedacht.

"Die betrieblichen Aufgaben der Stadtbahn sind hierarchisch ähnlich gegliedert wie die eines Produktionsbetriebes", erklärt Jürgen Lindner, der bei der Stadtbahn-GeseIlschaft für die betriebstechnische Ausrüstung verantwortlich ist. Auf der untersten Ebene, den Bahnhöfen, sind nach Angaben von Sperry bisher zwei mal sieben Hardware-gesteuerte Mikro-Rechner installiert.

Über sie werden, wie der Nahverkehrsexperte erläutert, Routineaufgaben wie Lautsprecher, Fahrkartenentwertung und Fernsehanlage gesteuert. Auf der Ebene der Zuglenkrechner sind nach Auskunft von Sperry bisher zwei mal zwei 16 Bit-Minicomputer mit 64 K je einer Magnetbandanlage und zwei Wechselplattenanlagen mit 2,5 MB in Betrieb. Angeschlossen sind bei einem der beiden Doppelrechner fünf Bildschirme, ein Matrix- und ein Zeilendrucker, bei dem anderen Zuglenkrechnern acht Bildschirmterminals, ein Matrix- und ein Zeilendrucker.

Doppelrechner zur Hardware-Sicherheit

Die gerätemäßige Doppelausstattung dieser Stufe, die die Aufgaben einer Stellwerkes wahrnimmt, oder um mit Lindner bei dem Vergleich mit dem Produktionsbetrieb zu bleiben: "operative Funktionen ausführt", ist aus Gründen der Hardware-Sicherheit notwendig. Anhand eines örtlich begrenzten Streckenmodells werden hier Entscheidungen wie die Freigabe eines von mehreren Zügen derart getroffen, daß bei einem von mehreren gleichzeitig beanspruchten Weg die gegenseitige Behinderung minimal bleibt, erläutert Lindner.

Auf der Dispositionsebene, auf der bisher ein Minicomputer mit vier Bildschirmen und einem Matrixdrucker installiert ist, erfolgt die Überwachung des gesamten Systems in dem Betriebsbereich der Leitstelle. Außerdem werden dort die Entscheidungen für all die Fälle getroffen, bei denen der Betriebsablauf von den vorgegebenen Plänen abweicht. Von dort aus erfolgt auch die Betreuung der Bahnhöfe sowie der wartenden Fahrgäste. Zu allen Zuglenkrechnern hat die Leitstelle Informations- und Befehlszugriff. "Unser Problem ist, daß wir im Schaufenster produzieren. " Hinzu kommt, daß im öffentlichen Nahverkehr nicht auf Lager gearbeitet werden kann, erläutert Lindner die besonderen Probleme der verteilten Intelligenz des Betriebsführungssystems.

Die Software, die das Sperry Univac Systemhaus, Aachen, lieferte, baue auf den Analysen und Entwürfen der Stadtbahn-Gesellschaft auf.

Der Prozeßablauf stehe jetzt fehlerfrei zur Verfügung. "Mit zunehmender Erfahrung verschwinden die Fehlerquellen, die beim Entwurf als nicht vorhergesehene Ereignisse übersehen wurden." Mit der angekündigten Erweiterung in Essen werden insgesamt 23 Minicomputer in dem Netz verbunden sein.

Geplant ist der Gelsenkirchener Stadtbahn-Gesellschaft zufolge auf weite Sicht eine Ankopplung des führerlosen Zugbetriebes im "closed loop"- System.