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06.07.1979 - 

Realtime-Auswertung und Bildschreiter-Ausgabe bei Dornier:

Minicomputer manipuliert Wetterbilder

FRIEDRICHSHAFEN - Die Bedeutung der grafischen Datenverarbeitung wird am Beispiel der modernen Meteorologie besonders deutlich. In der neusten Ausgabe ihrer Hauspostille berichtet die Dornier GmbH, Friedrichshafen, über einige laufende und abgeschlossene Entwicklungen auf diesem Gebiet. Als Wetterbild-Verarbeitungsrechner wird eine PDP-11/70 von Digital Equipment eingesetzt.

An den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hat Dornier eine "Primary Data Users Station" (PDUS) für den Empfang der Wolkenbilder geliefert, die vom europäischen geostationären Wettersatelliten "Meteosat" mit hoher Auflösung (2500 Bildpunkte/Zeile) digital übertragen werden.

Es werden Bilder von drei Sensoren gesendet, die im sichtbaren und infraroten Bereich arbeiten. Die verschiedenen Formate zeigen sowohl die gesamte Erdkugel als auch vergrößerte Ausschnitte des nördlichen Teils der Scheibe für die Anwender in Europa. Die Rohbilder, die er Sensor im Satelliten sieht, werden zunächst im Satelliten-Operationszentrum Darmstadt aufbreitet und dann wieder vom Satelliten an die Nutzer abgestrahlt.

Die Bodenstation besteht aus einer 3,3-Meter-Parabolantenne, Empfangseinrichtungen und einem Bildaufzeichnungsgerät, das die elektrischen Signale auf photographischem Weg auf einen Film überträgt. Das. Ergebnis ist ein Bild der Erdscheibe als Negativ auf einem Film im Format 40 x 40 Zentimeter. Davon können dann beliebig viele Kontaktabzüge gemacht werden. Die empfangenden Bilddaten werden von den Meterologen sowohl für die Forschung als auch für die Wettervorhersage eingesetzt.

800 Bildpunkte pro Zeile

Zur Zeit befindet sich eine WEFAX/ APT-Station in Entwicklung. Diese Station empfängt ebenfalls Bilder von Meteosat, die mit einem analogen Übertragungsverfahren (WEFAX) gesendet werden. Die Auflösung dieser Bilder ist etwa 800 Bildpunkte pro Zeile, und auch die Zahl der Graustufen, die sich mit den verwendeten Bildschreiben erreichen lassen, ist wesentlich niedriger als bei einer PDUS. Der Vorteil dieser Station ist jedoch der wesentlich günstigere Preis. Diese Stationen werden ausschließlich zur Erstellung der kurzfristigen Wettervorhersage eingesetzt.

Die Station wird so ausgelegt, daß sie auch die analog übertragenen Bilder des "Tiros"-Satelliten empfangen und darstellen kann, Die Anlage besteht aus einem 2-Meter-Parabolspiegel, Verstärker, Umsetzer, Empfänger, Bildaufbereitungs-Prozessor und dem Bildaufzeichnungsgerät.

Dornier System arbeitet augenblicklich an einem Wetterbild-Verarbeitungssystem. Es handelt sich dabei um einen Prozeßrechner PDP-11/70, der zusammen mit einem prozessorgesteuerten Farbdisplay-System arbeitet. Diese Anlage übernimmt von den empfangenen Wetterbildern die Bilddaten und bereitet sie so auf, daß den Meteorologen die Auswertung erleichtert wird. Die Anlage soll zunächst vorwiegend zur Entwicklung geeigneter Auswertemethoden eingesetzt werden.

Massenspeicher-Auslese

Mit der Anlage lassen sich verschiedene Bildmanipulationen durchfuhren, die zur Kontrasterhöhung notwendig sind. Außerdem lassen sich viele, nacheinander aufgenommene Bilder schnell hintereinander aus einem Massenspeicher auslesen, so daß zeitliche Wolkenverschiebungen über den Kontinenten im Zeitraffertempo ablaufen und dem Meteorologen bei der Wettervorhersage schnelle Auskünfte über die Großwetterlage geben. Die Bildausgabe kann in Farben geschehen. Der Deutsche Wetterdienst hat eine solche Anlage bei Dornier bestellt.

Dornier hat eine Empfangsstation für die digitalen hochaufgelösten Bilder der auf polaren Bahnen laufenden Satelliten der Tiros-Serie entwickelt. Die erste Station dieser Art wird derzeit bei Dornier zusammengebaut.

Kalibrieren, Entzerren und Vergrößern

Diese Aufgabe übernimmt ein Prozeßrechner, der ständig den momentanen Standort des Satelliten errechnet, die Antenne auf den Punkt ausrichtet und ihn verfolgt. Die empfangenen Bilddaten werden in Echtzeit zur besseren Auswertung aufbereitet und auf einem Bildschreiber ausgegeben. Sie können dabei kalibriert, entzerrt und vergrößert oder verkleinert werden. Die Bildhelligkeit kann manipuliert und die Infrarot-Bilder können mit Isolinien versehen werden. Die Tiros-N-Satelliten senden kontinuierliche Bilder, die von dem Zeitpunkt an empfangen werden können, wo der Satellit am Horizont auftaucht. bis er schließlich wieder in entgegengesetzter Richtung am Horizont verschwindet. Die erste Dornier Tiros-N-Bildempfangsanlage wurde an das Amt für Wehrgeophysik im Mai 1979 ausgeliefert.