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Die Stärke der 32-Bit-Rechner liegt in der dezentralen Aufgabe:\


02.07.1982 - 

Minis als preiswerte Timesharing-Lösung

WIESBADEN - Weil vielen Unternehmen heute das Geld für zusätzliche Rechnerleistung fehlt, obwohl die Forderungen der Endbenutzer größer denn je sind, beschäftigen sich die DV-Planer letzt intensiv mit den vorhandenen Mainframe-Alternativen. Als eine Möglichkeit, das Maschinenbudget trotz steigender Kosten in den Griff zu bekommen, sieht Benno Pöhler, Marketing-Manager bei der Wiesbadener Prime Computer GmbH, den Einsatz von Superminis. Insbesondere in Timesharing-Anwendungen hätten sich die 32-Bit-Rechner im Felde der kommerziellen Jumbos inzwischen einen Namen gemacht.

Das Topmanagement, aufgeschreckt durch rezessive Betriebsergebnisse, speckt momentan ab, wo es nur geht. Das EDV-Budget bleibt davon - zum Leidwesen der DV-Chefs - keineswegs verschont. Vorsitzende, Geschäftsführer und Finanz- oder Produktionschefs sind inzwischen zunehmend in Sachen EDV beurteilungsfähig geworden. Somit müssen die Datenverarbeiter heute um jedes Upgrade härter kämpfen als je zuvor.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, das da herniedersaust, denn einerseits fehlt das Geld für weitere Hardwarekapazitäten, und andererseits wird noch mehr Effizienz, Leistung, Rationalisierung vom "Dienstleistungsbetrieb DV-Abteilung" erwartet: eine schwierige Situation, die Initiative, Konzeptflexibilität und nicht zuletzt ein Umdenken von den Betroffenen erfordert.

In den letzten Jahren hat sich eine Rechnerspezies herausgebildet, die dem Anwender als Helfer in der Budget-Not dienlich sein könnte: die 32-Bit-Minis. Zunächst als typischer Rechner für chnisch-wissenschaftlichen Applikationen eingesekt, erobern sie momentan immer mehr kommerzielle Bereiche.

Betrachtet man das Konzept eines modernen Minirechners, so stützt sich dies häufig schon auf Timesharing-Anwendungen und ist keineswegs als Träger schwerer Batch-Lasten zu sehen. Eine "Mini-Lösung" stellt somit vielmehr eine Ergänzung zu den zentralen Mainframe-Rechnern dar.

Mochte vor einigen Jahren noch eine gewisse softwareseitige Restriktion bestehen, so ist diese heute weitgehend beseitigt. Das Angebot an moderner Minicomputer-Software ist immens schnell gewachsen. Nahezu deckungsgleich gegenüber Großrechnersystemen stehen inzwischen alle Computersprachen und Softwarewerkzeuge zur Verfügung.

Die wesentliche Stärke der Minis ist aber letztlich darin zu sehen, daß sie für dezentrale Aufgaben entwikkelt und angeboten werden. Die Verlagerung von Rechnerleistung an den Ort des Geschehens, Versorgung des Frontbenutzers mit einer Rechnerverfügbarkeit, die fast bei hundert Prozent liegt, sind Merkmale, die der modernen EDV-Konzeption entgegenkommen.

Die meisten Minihersteller haben heute erkannt, daß sie nur mit dem Host überleben können und haben sich entsprechend gewappnet. Alle gängigen Protokolle sind verfügbar.

Mit den Diensten der Bundespost, insbesondere Datex-P/X.25 wird den Minis die Chance zur Realisation von Netzwerken ermöglicht. Internationale Netze werden heute in erster Linie von Minis als Knoten-und Frontrechner getragen.

Je mehr Betriebszweige die EDV als willkommene Dienstleistung für nahezu alle Problemstellungen als selbstverständlich in Anspruch nehmen, desto mehr Gewicht erhält ein dezentrales, kostengünstiges Konzept. Unter diesem "Preis-/Leistung-/Service-/Budget-Druck" ist das Minikonzept eines der vielversprechendsten.