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12.11.1993

Minus von 275 Millionen Dollar im dritten Quartal Wegen hoher Verluste muessen 1800 Amdahl-Mitarbeiter gehen

SUNNYVALE (IDG/vwd) - Schlechte Zeiten fuer IBMs Mainframe-Geschaeft bedeuten auch fuer die Hersteller steckerkompatibler Rechner nichts Gutes. So musste die Amdahl Corp. im dritten Quartal des laufenden Geschaeftsjahres bei stark ruecklaeufigem Umsatz einen Rekordverlust von 275,7 Millionen Dollar ausweisen. Ausserdem kuendigte der PCMer den Abbau von 1800 Arbeitsplaetzen an.

Amdahl machte die anhaltend schwache Nachfrage und den damit verbundenen Preiskampf im Mainframe-Sektor fuer das schlechte Abschneiden im dritten Quartal verantwortlich. Der Umsatz ging im Berichtszeitraum von 588,8 Millionen Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres um rund 33 Prozent auf 393,6 Millionen Dollar zurueck. Das Minus nahm dagegen von 30,7 Millionen auf 275,7 Millionen Dollar zu. Die darin enthaltenen Umstrukturierungsausgaben in Hoehe von 218,2 Millionen Dollar seien vor allem auf die Kosten fuer den jetzt angekuendigten Abbau von 1800 Mitarbeitern sowie auf die Stillegung von Produktionskapazitaeten und Produktentwicklungen zurueckzufuehren, hiess es weiter. Die Anpassungen seien notwendig geworden, um die Ausgaben auf das Niveau der schwachen Nachfrage zurueckzuschrauben. Kuenftig will das Unternehmen mit 5600 anstatt 7400 Mitarbeitern auskommen.

Die Entwicklung eigener - auf Sparc-CPUs von Sun basierender - Unix-Rechner und die Weiterentwicklung des Mainframe-Unix- Betriebssystems UTS wurden bereits zugunsten einer Kooperation mit dem Workstation-Hersteller Sun aufgegeben (siehe auch CW Nr. 39 vom 24. September 1993, Seite 1).

Einige Anwender und Analysten halten die neuerliche Restrukturierung des PCMers fuer nicht ausreichend. Omri Serlin, President der Itom International Inc., Kalifornien, bezeichnete die eingeleiteten Schritte als "eindeutig verspaetet" und charakterisierte das Abkommen mit Sun als "kurzfristige Loesung". John Jones, Vice-President Research bei Salomon Brothers Inc., Kalifornien, erklaerte, dass sich Amdahl selbst in diese missliche Lage gebracht habe, weil man sich fuer die Entwicklung einer eindeutigen Unix-Strategie zu lange Zeit gelassen habe.

Sein Comeback will der Hersteller einerseits durch den Verkauf kostenguenstiger, mit CMOS- anstelle von aufwendig zu produzierenden ECL-Chips ausgeruesteter Mainframes schaffen, zum anderen durch die Ausweitung der Software- und Serviceumsaetze. Diese Strategie hat zwei Schwaechen: Zum einen lassen sich mit CMOS-basierten Mainframes keine so hohen Gewinnspannen erzielen, und zum anderen erreichte der PCMer lediglich 17 Prozent seines letztjaehrigen Umsatzes mit Service und nur drei Prozent mit Software. u