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06.05.1983

MIS-Verständnis

Eine Epidemie grassiert in den Fachbereichen großer Organisationen: Die Dialog-Diarrhöe, auch bekannt als Online-Krankheit, ist ausgebrochen. Der Erreger wurde erstaunlich schnell isoliert: Prestige. Offenkundig wurmt es noch bildschirmlose Abteilungsleiter, wenn andere bereits Datenbanken haben. So kommt es zu dem Kuriosum, daß viele Endbenutzer just die Fehler machen, die sie den DV-Spezialisten nie nachsahen. Gestritten wird darüber, ob der direkte Weg zum Host gewählt oder "geclustert" werden soll. Neuerdings ziehen die Kaderschmieden auch autonome Personal Computer ins Kalkül. Es ist ja nicht unbedingt erforderlich, daß einer von der Sache etwas versteht.

Zur Begründung ihrer Beschaffungspolitik können die Fachbereichsmanager darauf verweisen, daß die Geräteapreise geradezu schwindelerregend nach unten gegangen sind, Verbesserungen auch im Bereich der Betnutzer-Schnittstellen erzielt wurden. Daß sich Entscheider heute einen kommunikationsfähigen Mikro als Intelligenzverstärker auf den Schreibtisch stellen, sagt freilich nicht viel.

Offensichtlich sind viele Führungskräfte des mittleren und oberen Managements mit der "Bildschirmarbeit" heute noch überfordert, schon gar, wenn über reine Trivialabfragen hinaus mehr aus dem Arbeitsplatzrechner herauszuholen wäre. Dies berührt die Getchenfrage nach dem Wert der Information, über die schon ganze "MIS"-Manager-Generationen gestolpert sind (MIS = Management-Informations-System)

-eine Frage aus der alten Litanei, für die es nur eine einzige Antwort gibt: Aus Datenbanken frisch auf den Tisch.

Nun kann es nicht so schwer sein, Verfallsdaten zu notieren und zu kontrollieren. Was hindert also die DV-Verantwortlichen daran, gezielt zu prüfen, wann welche Datenbank- Informationen zum letzten Male abgefragt wurden? Daten prophylaktisch zu bunkern, ob zentral oder dezentral, ist nach wie vor ein teures Vergnügen. Schwerer wiegt, daß Files ranzig werden und so ständig die Gefahr der Informationsvergiftung besteht. Die "Verbraucher" auf diese Möglichkeit hinzuweisen, Aufgabe der DV-Spezialisten. Wenn diese versagt haben dann hier. Angehende "Manager of Informations" sehen jedoch mittlerweile ganz klar, daß eine große Aufgabe vor liegt, die Anwender auf "MIS-Verständnis" zu schule. Für die zunehmende Verbreitung solcher Betrachtungsweise im DV/ Org.

-Bereich gibt es genug Anzeichen.

In eigener Sache

Der Bericht über Lothar F. W. Sparberg (CW Nr. 16 vom 15. April -1983, Seite 1), seit dem 4. Mai 1983 Vorsitzender der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, hat uns einen Tadel der IBM-Presseabteilung eingebracht. Wir hätten es unterlassen, den Wahrheitsgehalt unserer Aussagen mit den Öffentlichkeitsarbeitern in der Stuttgarter IBM-Zentrale abzuklären. Aus nicht gegebenem Anlaß möchten wir den Ball zurückspielen. Oft genug, meinen wir, haben CW-Redakteure versucht, IBM-Pressesprechern durch Anfragen mehr als den berühmten Standardspruch zu entlocken: "Wir spekulieren über zukünftige Ereignisse." Daß Berichte und Kommentare dann nicht selten Gerüchten nachgingen, die von Big Blue weder dementiert noch bestätigt wurden, hat der CW bei einigen Lesern zu dem Prädikat "IBM-kritisch" verholfen - durchaus nicht in positivem Sinne. Sonst blieben unsere Spitzen gegen den Marktführer erwartungsgemäß ohne Folgen. Vielleicht ein Grund zum Grämen, gewiß Ansporn zum Weitermachen.