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13.04.1984

Missing Link

"Die Zeit der einsamen Großrechner ist wohl endgültig vorbei", schrieb die COMPUTERWOCHE, "der Bildschirm kommt zum Arbeitsplatz." Das war im November 1975. Diese Analyse hätte aber auch heute Gültigkeit. Und darin liegt kein Widerspruch.

Anfang der siebziger Jahre trat das dumme Terminal seinen Siegeszug durch die Fachabteilungen großer Organisationen an. Alle wollten in einem TP-Netzwerk schwarzweiß fernsehen. Zu Beginn der Achtziger wurde es chic, mit farbigen, intelligenten Arbeitsplatzrechnern zu computern - ohne Netz und doppelten Boden. Jetzt sucht man nach dem "Missing Link": Die Zeit der einsamen Inselrechner ist endgültig vorbei.

Big Blue hat in Amerika eine Wagenladung Software für das Mikro-Business-System "IBM-PC" auf den Markt geworfen. Es handelt sich dabei, im besonderen, um "Bridgeware", die den Mikro in die IBM-Mainframe-Welt einbinden soll, um einen Kompatibilitätsausgleich, im allgemeinen, der auf eine Flurbereinigung im bislang recht diffusen Office-Automations-Angebot des Marktführers abzielt.

Da gab es zwar eine Vielzahl von Office Products - ein einheitliches "Büro"-Konzept der IBM war indes nicht auszumachen. Stets mußten strategische OA-Entscheidungen beim Anwender zwischen dem vermeintlichen Meilenstein des totalen Durchblicks gefällt werden, und absoluter Planungsunsicherheit, was künftige IBM-Produktentwicklungen betrifft.

Die Integration des sogenannten "Personal Computers", der dadurch eine Umdefinierung erfährt, soll nunmehr den vorläufigen Schlußpunkt setzen: Der "PC" wird zum Terminalcomputer, zur multifunktionalen Workstation im Büro. Bereits das 3270-PC-Announcement zeigte die neue Marschrichtung an. Daß hier freilich ein altes Lied gesungen wird, muß den DV-Managern in mittleren und großen Unternehmen durchaus nicht unangenehm sein. Zu einfach wäre es nämlich, die gelernten Datenverarbeiter pauschal als Mikro-Hasser hinzustellen. Merke: Was ich nicht weiß (nicht wissen muß), macht mich nicht heiß - kein Grund also zur Aufregung.

Denn mit dem Einsatz von Tischrechnern für individuelle, autonome Aufgaben am Arbeitsplatz (Stichwort "Notizbuch") war die DV-Organisation die befaßt, wird sie nie befaßt sein. Das heißt: Intelligente Kugelschreiber, elektronische Zeichenlineale, digitale Abakusse vernetzt man nicht. Motto: Mein Toolcomputer, mein Werkzeug (Beispiel der MAC von Apple) gehört mir.

Das Konzept der verteilten Intelligenz in geordneten Anwendungsumgebungen, die über den Schreibtischrand des einzelnen Sachbearbeiters hinausreichen, durch Organisation "von unten", vom Endbenutzer her zu realisieren, war immer das Ziel der DV/Org.-Leute. Hier hatten wir, das weiß jeder Fachmann, nie eine Konfliktsituation, etwa derart, Integration zu fordern (MIS), gleichzeitig aber die Datendistribution (DDP) abzulehnen.

Bisher klemmte es bei den Datenendgeräten und Controllern (327X etc.). Ob der Terminal "PC" (Stichwort "Mikronetze") bereits die optimale Bürolösung darstellt, vor allem in puncto Kommunikationssoftware, steht freilich dahin. Die IBM ist stets für Überraschungen gut - und der DV-Mann ist noch immer damit fertig geworden.