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06.02.1976 - 

Pharma-Turkey-System

"Mit 2700 Mark alles abgedeckt"

MÜNCHEN - Die Verwaltung einer umfangreichen Ärztekartei (20 000 Adressen), die mit manuellem Sortieren und Heraussuchen verbunden war, wurde bei einer Münchner Pharma-Vertriebsgesellschaft Anfang 1975 zu einem echten Zeit- und Menschenproblem.

Schwierigkeiten bereitete vor allem die Bearbeitung der Ärztemuster-Anforderungen, die notgedrungen nach dem "Gießkannenprinzip" erfolgte, was den Werbeetat des Unternehmens, stark belastete. Gründe genug, sich nach einem eigenen Rechner umzusehen.

Dialogfähig und einfach zu bedienen sollte das System sein. Und nicht mehr als 3000 Mark im Monat kosten - da ist die Auswahl bekanntlich nicht groß.

Seit Oktober 1975 ist ein "Midicomp-System" (Micral Dialog-Computer) im Einsatz, das von dem Münchner Systemhaus Rexroth + Szekessy entwickelt wurde. Midicomp ist ein echtes "Mixtum Compositum": Herzstück ist ein Micral-Mikrocomputer mit einem 16 K-Bytes-Prozessor. Die Magnetplatteneinheiten (2 x 2,5 MB) sind von Data Recording Instruments (DRI), Düsseldorf, der Drucker (140 Zeichen/ sec.) von der Firma Rena, Deisenhofen bei München. Das Bildschirmgerät schließlich ist eine Hewlett-Packard-Kreation (Modell 2640 A mit 1920 Zeichen-Display). Als schlüsselfertiges System wird Midicomp mit dem Datenverwaltungssystem Midis (Micral-Dialogsystem) geliefert. Kaufpreis des Hardware-/ Software-Paketes: Rund. 80 000 Mark, das entspricht einer monatlichen Belastung von etwa 2700 Mark.

Modell für den Pharma-Markt

R + S hat für den Pilotanwender ein komplettes Anwender-Paket geschrieben, das unter der Bezeichnung "Infomed" jetzt den rund 600 deutschen Pharma-Großhandlungen angeboten werden soll, von denen der größte Teil Klein- und Mittelbetriebe sind, die bisher noch keine eigene EDV-Anlage haben. Aber auch für die "Großen" im Pharma-Großhandel kann Midicomp als Insellösung interessant sein.

Infomed kostet 5000 Mark.

Charakteristisch für diese Anwendungs-Software ist die Verwendung eines Match-Codes: Beim Suchen eines Ärzteadressen-Satzes über den Bildschirm - die Bedienerführung ist vorprogrammiert - wird dieser Schlüssel eingegeben, der die Kurzfassung der Adresse (Bestandteile aus Postleitzahl, Name, Straße und Hausnummer) enthält. Mit dem Match-Code und einer entsprechenden Datei der physischen Adressen wird erreicht, daß die Adreßdatei ohne Vorsortierung, also völlig ungeordnet, angeregt werden kann.

Midicomp kann stellvertretend für eine Gruppe von Turnkey-Minicomputer-Systemen gesehen werden. Es ist ein spezialisiertes Werkzeug, das vom Anwender ohne jegliche EDV-Kenntnisse betrieben werden kann.