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30.01.1987 - 

Big Blue deklariert erweiterte Sierra-Familie als "Maschinen bis zum Ende der Dekade":

Mit 3090-Schub will IBM wieder Land gewinnen

Stuttgart/Frankfurt (rs) - Mit zwei neuen 3090-Maschinen und einer insgesamt aufgewerteten Sierra-Familie will die IBM den Spekulationen über eine baldige Ankündigung der 3090-Nachfolge-Generation den Boden entziehen. 10 bis 84 Mips (Millionen Instruktionen pro Sekunde) beträgt jetzt die Leistungsbandbreite der mit dem Zusatz "E" versehenen neuen "alten" Modelle.

Als "Basis für Wachstum in die 90er Jahre" sieht die IBM Deutschland die nach Expertenmeinung aufgrund des schlechten Geschäftsergebnisses der Corporation (siehe Seite 4) vorgezogene Ankündigung. Deutlicher Hinweis auf eine überhastete Reaktion des Marktführers ist die Tatsache, daß ab sofort keine "normalen'' 3090-Maschinen mehr ausgeliefert werden. Alle Neuinstallationen werden "E"-Rechner sein, die in der Leistung indes noch den alten Modellen entsprechen. Erst ab Mai ist mit dem endgültigen Ausbau zum vollwertigen 3090E-System zu rechnen .

Neu ist neben dem Kürzel "E" vor allem das triadische Modell 300, mit dem Big Blue die vom Mitbewerb jüngst gestopfte Lücke zwischen der 3090-200 und der 3090-400 schließt, sowie der Sechsfach-Prozessor 3090-600, mit dem IBM jetzt auch die von der kompatiblen Konkurrenz schon besetzte 80-Mips-Leistungsklasse erreicht.

Die gesamte Familie einschließlich der bereits existierenden Modelle zeichnet sich laut IBM im wesentlichen als durch einen gegenüber der "alten" Serie verdoppelten Zentralspeicher (32 bis 256 MB), eine geringere Zykluszeit. (jetzt 17,2 gegenüber 18,5 Nanosekunden), eine höhere Anzahl von Kanälen (16 bis 120) sowie die Verwendung schnellerer 1-Megabit-Speicherchips im Zentralspeicher (80 statt 160 Nanosekunden Zugriffszeit). Die höhere Geschwindigkeit der Chips erreichten die Entwickler durch den Übergang von Silizium- auf Metall-Gates. Dies hat eine höhere Elektronenbeweglichkeit und damit kürzere Schaltzeiten zur Folge.

Die langsameren 1-Megabit-Chips setzt Big Blue weiterhin im Erweiterungsspeicher ein. Überdies hat IBM die Packungsdichte auf den TCMs (Thermal Conduction Module) erhöht: Jetzt passen 132 Chips auf die Keramik-Unterlage (bislang waren es 100). Zwei Jahre nach der ersten Ankündigung der 3090-Familie stehen die Anwender jetzt vor folgenden Erweiterungsmöglichkeiten und -kosten:

150 auf 180 E: 2 100 000 Mark

180 auf 200E: 5 400 000 Mark

200 auf 300E: 4 600 000 Mark

200 auf 400E: 9 300 000 Mark

400 auf 600 E: 7 700 000 Mark

Die Leistungen in der E-Klasse sowie deren Einstiegspreise sehen so aus (Mips geschätzt aus relativen Leistungsangaben der IBM):

150E (10,5 Mips): 3 400 000 Mark

180E (17 Mips): 5 300 000 Mark

200E (34 Mips): 10 900 000 Mark

300E (47 Mips): 15 200 000 Mark

400E (59 Mips): 20 200 000 Mark

600E (84 Mips): 27 600 000 Mark

Alle E-Modelle lassen sich auch mit den bei der Alt-Serie eingesetzten Vektoreinrichtungen betreiben.

Mehr Durchsatz sollen die 3090-Anwender aber nicht nur durch die Hardware-Veränderungen erreichen: VM-Erweiterungen sowie die MVS/XA-Fähigkeit, jetzt auch den Erweiterungsspeicher adressieren zu können, werden hier nach dem Willen der IBM weitere Verbesserungen bringen.

Enttäuscht äußerte sich der stellvertretende Geschäftsführer der IBM Deutschland GmbH, Bernhard Dorn, in Frankfurt zum Resultat des abgelaufenen Geschäftsjahres. Zwar habe man im Großrechnerbereich rund 45 Prozent mehr "Mipse" installiert als im Vorjahr, doch sei aufgrund einer "echten" Preisreduzierung von insgesamt rund 25 Prozent im Verlauf des Geschäftsjahres weniger Geld in der Kasse geblieben.

Auch hätten sich manche Bereiche nicht so entwickelt, wie man sich das erhofft habe. Ohne konkrete Zahlen der noch nicht testierten GmbH-Bilanz nennen zu können, gab Dorn aber immerhin zu verstehen, daß er nicht mit "Pluszahlen" bei den Zuwachsraten rechnet.