Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.06.1996 - 

Unix-Server mit neuen PA-8000-CPUs frühestens im September 1996

Mit 64 Bit steuert HP gegen Sun und ins WWW

Die ersten Rechner mit dem neuen PA-8000-Chip sind lieferfertig. Bei den neuen Geräten handelt es sich um Maschinen für den technischen Markt sowie für Vi- sualisierungs- und Simulationsaufgaben. Anwender, die für ihre kommerziellen Anwendungen Server unter HPs 64-Bit-Architektur nutzen wollen, müssen sich aber noch bis zum Herbst gedulden.

Mit den alten 32-Bit-Maschinen hing HP den Leistungsdaten der Konkurrenz seit einiger Zeit hinterher. Die PA-8000-RISC-Chips in Verbindung mit überarbeiteten Grafik-Subsystemen beschleunigen laut HP die "Visualize"-Workstations auf Spitzenwerte im Konkurrenzumfeld. HP gibt bei der puren Rechenleistung 20,2 Specfp95 und 11,8 Specint95 an. Die Grafikleistung (2D und 3D) soll ebenfalls gegenwärtig unerreicht sein. Allerdings wurden schon kritische Stimmen laut, die von HP verwendeten Benchmarks seien wenig aussagekräftig, weil sie in der Branche nur noch selten benutzt würden.

Erreicht wird die Rechenleistung durch drei neue Grafik- Subsysteme. Als Einstiegsgerät gilt das Modell "Visualize-EG". Dessen 2D-Leistung beziffert HP mit 36,1 Xmark 93. Für medizinische, wissenschaftliche und geowissenschaftliche Applikationen ist "Visualize-IVX" gedacht, und als Spitzensystem positioniert HP das Modell "Visualize-48XP". Anwendungen für diese Maschine sieht HP vor allem in der 3D-Modellierung für Entwurf und Analyse großer Baugruppen und komplexer Komponenten.

Die fünf neu vorgestellten Rechner verteilen sich auf zwei Tisch- und drei Beistellmodelle aus der C- beziehungsweise der K-Klasse. Damit hofft HP, im Markt der technischen Workstations Boden speziell auf Sun Microsystems gutzumachen. Die Listenpreise der Grafik-Workstations liegen zwischen 24000 und knapp über 100000 Dollar.

"Pure Rechen- und Grafik- Power ist nirgends so wichtig wie in Simulations- und Visualisierungsanwendungen", betonte Dick Watts, General Manager von HPs Computer Systems Organization. Um diese Leistungsfähigkeit zu optimieren, enthält der Befehlssatz der PA- 8000-Prozessoren grafikspezifische Instruktionen. Komplexe Grafikberechnungen erledigt so direkt die CPU und nicht ein nachgeordneter Chip.

Wo, bitte schön, sind die Daten?

Darüber hinaus macht sich das Grafik-Subsystem beziehungsweise dessen Geometriebeschleuniger die Gleitkomma-Arithmetik des PA- Prozessors zunutze. Bei HP heißt diese Konstruktion "verteilte Grafikverarbeitung". Watts verspricht, allein damit würden sich die monatelangen Entwicklungszeiten technischer Güter und mechanischer Konstruktionen um einige Wochen verkürzen lassen.

Nackte Grafik- und Rechenleistung kann indes keine Antwort auf die organisatorischen Herausforderungen in verteilten Arbeitsumgebungen sein. HP behauptet (und bezieht sich dabei auf die Marktforschungen von Coopers & Lybrand), Unternehmen stellten ein riesiges Bermuda-Dreieck für Daten dar. Bei der Entwicklung technischer Produkte, von Automobilen zum Beispiel, gingen bis zu 70 Prozent der Zeit für die Suche nach Daten verloren, die irgendwo im Unternehmen, ob lokal oder an einem anderen Standort, gespeichert sind.

Diesen Problemen will HP künftig mit seinem "Empowered- Engineering"-Konzept begegnen. Darunter verbirgt sich die Benutzeroberfläche "Mpower Web", die jetzt mit allen HP- Workstations ausgeliefert wird. Es handelt sich dabei um ein Instrument zur Verwaltung technischer Daten unabhängig von deren Speicherort und -format. Mpower Web soll sowohl in reinen Unternehmensnetzen und Intranets als auch unter Einbindung des Internet verwendet werden können.

Zu dem Zweck enthält die Oberfläche einen marktüblichen Netscape- Browser mit Java-Unterstützung. Um auch Daten, die nicht Web- geeignet sind, auf diesem Wege anzeigen und benutzen zu können, offeriert HP zudem die "Information Access Engine" zur Konvertierung herkömmlicher Datenformate in die Hypertext Markup Language (HTML).

HP-Kunden, die darauf warten, ihre Unix-Server für Transaktionsverarbeitung und Datenbanken auf 64 Bit umzustellen, werden sich nach Auskunft von Manager Watts noch mindestens bis zum September dieses Jahres in Geduld fassen müssen. So lange brauche man noch für die Anpassung von Betriebssystemen und Software. Anfang 1997 dann sei damit zu rechnen, daß auch das untere Leistungsende der HP-Workstation-Palette auf den 64-Bit- Prozessor umgestellt werde.

*Heinrich Seeger ist freier Journalist in Hamburg.