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17.04.1998 - 

Gerüchte um eine Beteiligung von Big Blue am Chiphersteller

Mit AMD-Hilfe rüttelt IBM am Thron von Intel

Schon im Februar war die IBM durch ein umfangreiches Abkommen mit AMD auch als potentieller Langzeitgefährte in die Diskussion geraten.Big Blue fertigt seither im Auftrag der Kalifornier Intel-kompatible Chips und kauft Prozessoren für die eigene PC-Fertigung von AMD.Doch bei dieser Form der Zusammenarbeit wird es nach Informationen der US-Investmentbank Piper Jaffray nicht bleiben.

IBM plant demnach eine Kapitalbeteiligung größeren Ausmaßes an AMD, um die finanziell angeschlagene Company wieder flottzumachen.Dabei würden die Armonker jedoch weniger von Nächstenliebe geleitet als von dem Plan, "AMD als strategische Waffe in der Entscheidungsschlacht gegen Intel" einzusetzen.

Hinter der martialisch klingenden Formulierung der Investmentbanker steht die von vielen Branchenkennern unterstellte Absicht, IBM wolle Intels Dominanz in der Halbleiterindustrie brechen.Die Produktionsanlagen der Armonker gelten als erstklassig, längst lassen auch andere Intel-Wettbewerber wie National Semiconductor und IDT bei Big Blue fertigen.

Mit AMD als branchenweit hochgeachtetem Technologieanbieter im Boot würde IBM damit an der Spitze einer Reihe von Chip-Produzenten für "Billig-PCs" stehen. Zudem könnte AMD mit einer Geldspritze von IBM die aufwendige Eigenproduktion seiner K6-Chips deutlich erhöhen.

Überdies wären die Kalifornier in der Lage, ihren demnächst auf den Markt kommenden 350- beziehungsweise 400-Megahertz-Versionen des K6-Prozessors durch entsprechendes Marketing zum Durchbruch zu verhelfen und sie auch in höherpreisigen Segmenten des PC-Marktes gegen Intel zu positionieren.

Als weitere Kampfansage von IBM an Intel wird auch die Ankündigung gewertet, zwei neue PC-Modelle ("E84" und "E56") der Aptiva-Serie bis auf weiteres nur mit K6-Prozessoren zu bestücken.Die Rechner kommen jetzt in den USA und kurze Zeit später auch in Europa zu einem Preis von unter 1500 Dollar auf den Markt. Sowohl IBM als auch AMD lehnten bis dato eine Stellungnahme zu diesen Spekulationen ab.

Das Ergebnis, das AMD vergangene Woche für das erste Quartal 1998 bilanzierte, deutet jedoch auf dringenden Handlungsbedarf hin.Der Chipproduzent erwirtschaftete bei einem Umsatz von 540,9 Millionen Dollar einen Verlust nach Steuern von 55,8 Millionen Dollar respektive 39 Cent je Aktie.Die Prognosen der meisten Wallstreet-Experten lagen bei 29 Cent Defizit je Aktie.

AMD-Chef Jerry Sanders begründete das erneute Minus mit der anhaltend schwachen Nachfrage nach Speicherbausteinen in Asien, aber auch in anderen wichtigen Märkten sowie dem damit verbundenen Preisverfall.Gleichzeitig machte der AMD-Frontmann die noch immer nicht gelösten Probleme beim Fertigungsanlauf des neuen "K6"-Prozessors für den Einbruch verantwortlich.

Sanders Prognose, mit diesem Chip den Markt von unten aufrollen zu können, halten Marktbeobachter für Wunschdenken.Intel habe einen Preiskampf angezettelt, in dem AMD mit seinen hohen Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei geringen Produktionsvolumina langfristig nicht mithalten könne.