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28.03.1997 - 

SAP kündigt Java-GUI für R3 an

Mit BAPIs Dinosaurier zerschlagen

Mit sogenannten BAPIs - Programm-Schnittstellen für betriebswirtschaftliche Anwendungen - und dem Application-Link-Enabling-(ALE-)Verfahren, einer Neuauflage des 25 Jahre alten File-Transfers Batch-Input, habe man Möglichkeiten geschaffen, SAPs Standardpaket aufzuteilen. Softwaremodule seien damit wie Bausteine flexibel austauschbar, erläuterte Plattner.

Derzeit seien rund 150 Internet-BAPIs verfügbar, die sowohl über DCOM- als auch über Corba-konforme Standards implementiert wurden. Der Softwaregigant hat bei der Erstellung von Java-fähigen BAPIs auf Microsofts Visual Basic und auf C++ zurückgegriffen. Künftig soll jedoch auch Java eingesetzt werden.

Als wesentlichste Neuerung präsentierte Plattner auf der CeBIT eine neue Generation von BAPIs: Während die bisherigen Programme Schnittstellen zur Anwendungsschicht darstellten, würden die neuen BAPIs innerhalb der Anwendungsschicht von R/3 eingesetzt.

"Das Internet führt dazu, daß Geschäftsprozesse künftig im großen Stil geändert werden müssen", begründet Plattner das neue BAPI-Konzept. "Wir wollen damit die Anwendungsebene, also die grafische Darstellung der Geschäftsprozesse und den dazugehörigen Workflow, von der Ausführungsebene, dem Zugriff auf die Datenbankebene, entkoppeln."

Durch diese Entkopplung wolle man erreichen, daß die Präsentations- und Steuerungslogik unabhängig von der Zugriffsebene zu entwickeln sei. Man könne somit schneller auf veränderte betriebswirtschaftliche Anforderungen reagieren und Prozeßketten ändern. Derzeit sollen rund 600 Prozeßketten im R/3-Referenzmodell verfügbar sein, die mit der geteilten BAPI-Technik über Methodenzugriff änderbar sein sollen.

Bei der Definition der BAPI-Schnittstellen greift die SAP auf hauseigene Standards zurück. Man könne nicht warten, bis sich die Standardisierungsgremien einigten, verteidigte Plattner dieses Vorgehen. SAP würde die BAPI-Spezifikation jedoch offenlegen.

Als erster Schritt sei geplant, das Modul Human Resource (HR) aus dem R/3-Gesamtpaket herauszulösen. Über die BAPIs könnten sich Anbieter wie Peoplesoft mit der eigenen Personalwirtschaftslösung an R/3 anhängen.

Auf der CeBIT stellten die Walldorfer BAPIs zu Microsofts "Merchant Server" für Order Processing, zu "Lotus Notes" und zu "Aspect", einem Anbieter elektronischer Produktkataloge, vor. Im Zuge des Einsatzes der Komponententechnik soll das Business Repository (Teil des R/3-Referenzmodells) künftig die Unified Modeling Language (UML), einen Standard für Objekt- und Schnittstellen-Definition, unterstützen. Eines der ersten mit UML kompatiblen Repositories, das Microsoft Repository, soll somit direkt aus R/3 Informationen erhalten können.