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Gruber, Titze & Partner mehrheitlich in Cap-Gemini-Besitz


27.11.1992 - 

Mit Beraterhilfe will SAP den Weltmarkt angehen

MÜNCHEN/PARIS (CW) - Der Software- und Beratungskonzern Cap Gemini Sogeti (CGS) verstärkt sein Engagement in Deutschland. Jüngster Coup des Branchenriesen ist die mehrheitliche Übernahme der Bad Homburger Unternehmensberatung Gruber, Titze & Partner GmbH (GTP) durch die Tochtergesellschaft Gemini Consulting. Darüber hinaus kooperieren die französischen Berater jetzt intensiv mit der SAP AG.

Cap Gemini will SAP-Kunden künftig rund um den Globus bei der Einführung der Standardsoftware-Produkte R/2, vor allem aber bei der neuen unter Unix lauffähigen Client-Server-Software R/3 unterstützen. Zwar erhalten die Berater nicht die Vertriebsrechte für SAP-Produkte - dieser Sonderstatus wird derzeit nur Siemens-Nixdorf eingeräumt -, doch in Sonderfällen, nämlich dort, wo der Konzern als Generalunternehmer auftritt, soll er die SAP-Software vermarkten können.

Ein ähnliches Abkommen über Business Development und Systemintegration haben die Walldorfer vor wenigen Wochen mit der Londoner Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price Waterhouse geschlossen. Auch mit Andersen Consulting kooperiert die SAP, obwohl die Berater ebenfalls eigene Softwareprodukte anbieten. Vereinbarungen dieser Art, so erklärt Alliance-Manager Manfred Heisen, gehe die SAP ein, um die Betreuung ihrer weltweit agierenden Großkunden garantieren zu können. In Kürze sei mit weiteren Verträgen zu rechnen.

Im Zeitalter der offenen Systeme müsse sich SAP auf mehr Konkurrenz einstellen und deshalb mit einer Vielzahl von Beratern kooperieren.

Diese Partner könnten ihren Kunden in der Regel nicht nur SAP-Produkte sondern auch die Software anderer Hersteller anbieten. Daher sei man darauf angewiesen, möglichst viele Partner zu finden und sich über die Produktqualität zu bewähren.

So betreut Cap Gemini derzeit Lösungen von rund 150 Software-Anbietern in Europa und den USA. Entsprechend einseitig interpretieren die Franzosen das Abkommen mit der SAP: "Vorrangig versuchen wir, Lieferanten an uns zu binden, die auf ihrem Landes- oder Regionalterritorium das Zeug zur Marktführerschaft besitzen", erläutert etwa Vice-President Philippe Gluntz, der bei CGS für den Ausbau des Branchengeschäfts zuständig ist.

Das nötige Know-how für eine erfolgreiche SAP-Beratung müssen die Franzose erst noch aufbauen. Das dürfte jedoch nicht schwerfallen, zumal mit dem englischen Softwarehaus Hoskyns und der holländischen Volmac bereits vor geraumer Zeit zwei potente europäische Partner mit SAP-Beratungsexpertise übernommen werden

konnten.

Die Präsenz in Deutschland ausgebaut

Bedeckt hält sich die Cap-Gemini-Beratungsgesellschaft Gemini Consulting (GC) in bezug auf die soeben vollzogene mehrheitliche Anteilsübernahme der Bad Homburger Unternehmensberatung GTP. Die französische Seite beschreibt die Verbindung als "Fusion". Branchenkenner nehmen allerdings an, daß ein Großteil der Transaktion "Cash free" erfolgte . Dafür spricht, daß Wolfgang Titze, Gründer und Geschäftsführer von GTP, weiterhin den deutschen Teil der Gruppe leitet. Außerdem erhielt er Sitz und Stimme im Exekutivausschuß von GC.

In der Bundesrepublik kommen die beiden Berater zusammen auf einen Umsatz von rund 170 Millionen Mark.

Jean-Pierre Durant des Aulnois, bei der Sogeti-Holding zuständig für den Beratungssektor, sieht die Bedeutung des GTP-Deals für das Pariser Unternehmen vor allem in "unserer deutlich ausgebauten Präsenz in Deutschland als größtem Consulting-Markt der EG". Vormals habe GC den Schwerpunkt dieses Geschäfts auf Großbritannien gelegt.

GTP indes ist in den klassischen Feldern der Unternehmensberatung, darunter Vertrieb, Marketing, Personalberatung und Informations-Management, zu Hause. Das nach eigenen Angaben zweitgrößte deutsche Consulting-Unternehmen beschäftigt gegenwärtig 295 Berater und ist dabei, seine Kontakte zu lokalen Unternehmensberatungen im osteuropäischen Raum auszubauen.