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Mit Mac-Classic, Mac LC und Mac II SI steigt Apple in den Preiskampf ein

Mit Billig-Macs reagiert Apple auf Windows-Herausforderung

14.09.1990

MÜNCHEN (cw) - mit drei neuen Macintosh-Rechnern reagiert Apple Mitte Oktober auf den Preisverfall bei DOS-PCs und den Erfolg von Windows 3.0. Nach Angaben aus Apple-nahen Kreisen handelt es sich um einen echten "Billig-Mac" auf Basis des 68000 zu einem Preis von rund 2000 Mark, ferner einen 68020-Rechner für rund 4000 Mark und schließlich einen abgespeckten Mac II Cl für etwa 7000 Mark.

Mit den neuen Mac-Systemen rückt Apple erstmals erkennbar von seiner Hochpreispolitik in Sachen Hardware ab. Die stolzen Preise konnte sich das Unternehmen einerseits in seiner Position als Monopolist leisten, andererseits waren viele Anwender bereit, für die einzigartige Benutzeroberfläche und die damit verbundene ausgeteilte Software einen höheren Preis als für DOS-PCs zu zahlen. Doch mittlerweile, wo AT-kompatible Rechner weniger als 2000 Mark kosten und Windows 3.0 eine ähnliche grafische Benutzerführung bietet, lag für Apple die Gefahr nahe, daß besonders Neueinsteiger und Großanwender zu den kompatiblen PCs tendierten.

Erste Anzeichen einer Preissenkung waren der als Sonderaktion für Lehre und Forschung getarnte "Ausverkauf" des Mac SE 1/20 und 1140. So kostete ein SE 1120 statt rund 7000 Mark nur noch 2600 Mark. Man versteht den Sinn dieser Aktion umso besser, wenn man sich einmal das neue Einstiegsmodell näher ansieht. Unter dem Namen "Mac Classic" bringt Apple einen Mac-Plus und -SE-Nachfolger, allerdings gegenüber dem Original etwas "abgespeckt". Das Design wurde leicht geändert, der Bildschirm hat nicht die gleiche Qualität wie der SE und es fehlt der beim SE übliche Steckplatz. Die Standardkonfiguration besteht aus 1 MB RAM und 20-MB-Festplatte.

Der offizielle Listenpreis in den USA liegt bei rund 1500 Dollar, Insider gehen aber bereits jetzt davon aus, daß der Mac-Classic von vielen Händlern für rund 1000 Dollar verkauft werden wird. In Deutschland dürfte sich der Preis dann um die 2000 Mark einpendeln. Apple-Kunden, die sich für knapp 600 Mark mehr einen SE aus der Sonderaktion angeschafft haben, haben trotzdem ein gutes Geschäft gemacht: Der bessere Bildschirm und besonders der Steckplatz des SE rechtfertigen den Preisunterschied. So wird man an den neuen Billig-Mac weder Großbildschirme noch Beschleunigerkarten mit dem Prozessor 68030 anschließen können.

"Macintosh LC" ist die Bezeichnung für den neuen 68020-Mac, den Apple als neuen Standard-Mac für breite Anwenderkreise im Markt positionieren will. Der Mac LC ist modular aufgebaut, auf der Hauptplatine ist die Farbkarte implementiert, die Taktfrequenz beträgt 20 Megahertz. Dieser modulare Mac verfügt über einen Steckplatz für Erweiterungen, zur Grundausstattung gehören 2 MB RAM und eine 40-MB-Festplatte. Preislich kommt er rund 40 Prozent günstiger als vergleichbare Vorgängermodelle: Rund 5000 Mark statt vorher 9000.

Das Top-Modell bei den Neuankündigungen ist der Macintosh 11 SI, ein abgespeckter Mac II CI mit weniger Steckplätzen und Erweiterungsmöglichkeiten sowie einer Taktfrequenz von 20 Megahertz. Dieser Rechner wird je nach Grundausstattung ab etwa 7000 Mark verkauft werden.

Vergleicht man die Preise mit DOS-PCs unter Windows 3.0, so hat Apple einen entscheidenden Schritt gemacht, sich dem Wettbewerb zu stellen. Besonders mit dem Mac-Classic wird das Unternehmen neue Anwender, etwa Studenten, erschließen.

Der Mac LC ist zwar ein wenig teurer als vergleichbare PCs, hat dafür die Benutzeroberfläche fest integriert und gute Chancen, an Büro-Arbeitsplätzen Akzeptanz zu finden. Das dritte Modell schließlich dürfte seine Anwender unter Power-Usern finden, die den technischen Überhang von Nubus-Steckplätzen nicht benötigen.