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01.02.1985 - 

Düsseldorfer Ingenieurbüro betrat technisches Neuland:

Mit CAD brachte Großauftrag doppelten Gewinn

01.02.1985

DÜSSELDORF (sch) - Um einen unerwartet eingegangenen Großauftrag über die Bühne bringen zu können, kaufte das Ingenieurbüro W. Lörks aus Düsseldorf eine

CAD-Anlage auf Mikrocomputer-Basis. Durch die Anschaffung dieses Systems konnte gegenüber einer konventionellen Bearbeitung doppelt soviel Geld an dem Auftrag verdient werden.

Vor zwei Jahren kam für das Ingenieurbüro Lörks die Stunde der Entscheidung: Um sich einen "großen Fisch" nicht entgehen zu lassen, mußten die Rheinländer entweder mehr qualifiziertes Personal einstellen oder aber ein CAD-System anschaffen. Das dreiköpfige Unternehmen konnte einen umfangreichen Auftrag (895 Zeichnungen) erhalten, der im wesentlichen die Erstellung von Fließbildern und Konstruktionszeichnungen für Wärmetauscher umfaßte. Hinsichtlich der Ausführungsqualität stellte der Auftraggeber ganz präzise Anforderungen: keine Mutterpausen, keine Klebefolien, Normschrift mit vorgeschriebenen Zahlengrößen und Schablonen nach senkrechter ISO-Norm und Abarbeitung des Zeichnungsvolumens innerhalb von maximal vier Monaten.

Anstatt personell aufzustocken, entschlossen sich Firmeninhaber Wolfgang Lörks und seine Mannen für die Einführung von Computer Aided Design in ihrem Betrieb. Bevor das Konstruktionsbüro zur Tat schritt, wurde erst einmal ein Pflichtenkatalog erstellt, der unter anderem folgende Anforderungen enthielt:

- einfache Bedienbarkeit

- variabler Anwendungsbereich (Anlagenbau, Elektrotechnik, Maschinenbau)

- preisgünstige Hardware von renommierten Herstellern

- Ausbaufähigkeit und Portabilität des Systems

Mainframe-Installation war zu kostspielig

Außerdem sollte eine einschlägige Anlage neben der reinen Konstruktion auch Einzelstücklisten, Auszugsstücklisten und Gesamtstücklisten erstellen können. Für die Erfüllung der Zielvorstellungen kamen für die Rheinländer prinzipiell nur CAD-Systeme auf Mikrocomputer-Basis in Frage, da eine Mainframe-Installation bei wenigen Arbeitsplätzen zu hohe Initialkosten verursacht hätte. Nach eingehendem Studium von Informationsmaterial wurden auf der vergangenen Hannover-Messe schließlich 15 Systeme geprüft.

Hardware sollte problemlos aufrüstbar sein

Daß schließlich das Programmpaket "PC-Draft" von rhv, Düsseldorf, eingekauft wurde, lag laut Lörks in erster Linie an dem Preis/Leistungs-Verhältnis. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei ferner die räumliche Nähe seines Unternehmens zum Hersteller gewesen.

Hardwareseitig viel die Wahl auf den IBM-Mikrocomputer "PC". Dazu Lörks: "Wir glauben, diese Hardware auch später ausbauen zu können." Dies beziehe sich insbesondere auf externe sowie den Arbeitsspeicher. Außerdem könne bei Implementierung der PC-Draft-Software ein zweiter hochauflösender Rasterbildschirm und ein zweites Tableau angeschlossen werden. Die Kosten für da Erstanschaffung beliefen sich bei der Hardware einschließlich Plotter auf rund 22 000 Mark und bei der Software auf knapp 6000 Mark.

Dem standen Einsparungen bei den mit Hilfe von CAD zu fertigenden Zeichnungen gegenüber. So errechnete das Ingenieurbüro, daß bei dem eingangs erwähnten Großauftrag die konventionelle Bearbeitung einen Gewinn vor Steuern von rund 15 500 Mark erbracht hätte. Lörks: "Mit Hilfe des CAD-Systems konnten wir unseren Gewinn mehr als verdoppeln, wobei gleichzeitig über den abgearbeiteten Auftrag die Systemeinführung finanziert wurde."

Erfolg setzt systematische Vorbereitung voraus

Der Firmeninhaber konstatierte jedoch in diesem Zusammenhang, daß nur eine qualifizierte Schulung und systematische Vorbereitung des Auftrags den gewünschten Erfolg und eine drastische Kostensenkung gebracht hätten. So seien die Mitarbeiter drei Tage lang in das System eingewiesen worden. Dafür mußten die Düsseldorfer Konstrukteure nochmals 5500 Mark auf den Tisch legen. Ganz und gar von Problemen freikaufen konnte man sich mit diesem Betrag allerdings auch wieder nicht. Trotz Schulung, so Lörks, seien im praktischen Betrieb unerwartete Probleme bei der Systembedienung aufgetreten.

Lörks räumt in diesem Zusammenhang auch ein, daß bei der Software nachträglich noch kleinere Veränderungen vorgenommen werden mußten. Beispielsweise habe die Kopplung der Stücklisten und der Zeichnungen zunächst nicht geklappt.

Was die Vorbereitung des Großauftrags im einzelnen betraf, so legte das Ingenieurbüro zunächst einen umfangreichen Makrokatalog an. Insgesamt wurden 150 Makros erstellt, wobei man jeweils einen Aufwand von 10 bis 30 Minuten benötigte. Mit Hilfe der Makro-Technik konnten die Rheinländer die Erstellung der geforderten Fließbilder eigenen Angaben zufolge außerordentlich beschleunigen. Alles in allem brauchte die Firma knapp 1300 Stunden, um den Auftrag termingerecht zu erledigen.