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Stärkung des System-Management-Portfolios


09.04.2004 - 

Mit Candle baut IBM Tivoli aus

MÜNCHEN (CW) - Big Blue hat angekündigt, den Performance-Management-Spezialisten Candle Corp. zu übernehmen. Das Know-how des Anbieters soll eingesetzt werden, um die Management-Plattform "Tivoli" auszubauen und IBMs Aktivitäten im Bereich On-Demand-Computing voranzutreiben.

Candle hat sich ursprünglich mit Produkten wie "Omegamon" im Umfeld des Managements von IBM-Mainframes einen Namen gemacht. Der Hersteller hat seine Produkte jedoch im Laufe der Jahre weiterentwickelt und auch an das Verwalten von Unix-, Linux- und Windows-basierenden Umgebungen angepasst.

Das Spezialgebiet von Candle ist das Überwachen von Faktoren wie Systemverfügbarkeit und Leistungsfähigkeit. Neben Omegamon gehören Lösungen wie "Pathwai" (Management von Anwendungsinfrastrukturen wie zum Beispiel "Websphere"), "AF/Operator" (Performance- und Konsolenautomatisierung von z/OS-Umgebungen) und "Intelliwatch Pinnacle" (Verwalten von "Lotus Notes") zum Portfolio des Anbieters mit Sitz im kalifornischen El Segundo. Eine weitere Spezialität des Herstellers ist das Management von IBMs Messaging-System "MQ Series".

Das 1976 gegründete Unternehmen gehörte von Anfang an zu IBMs Business-Partnern und bedient eigenen Angaben zufolge gegenwärtig mehr als 3000 Kunden weltweit. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht. Schätzungen der Analysten von Forrester Research zufolge könnte die Übernahme einen Wert von bis zu 600 Millionen Dollar haben - entscheidend hierfür ist die Höhe von Candles Barreserven. Der Kauf soll vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden im zweiten Quartal 2004 abgeschlossen werden.

Aus Sicht der IBM stellt der Zukauf eine Ergänzung ihrer System-Management-Lösungen dar und ist geeignet, die On-Demand-Initiative des Konzerns voranzutreiben. Big Blue plant, Candle und seine Produkte in seine Tivoli-Sparte einzugliedern. Nach Angaben von Steven Mills, Senior Vice President von IBMs Software Group, überlappen sich die Portfolios der beiden Hersteller nicht. Die Lösungen seien vielmehr "komplementär" zueinander, weswegen er auch keine kartellrechtlichen Probleme erwartet. Candles Produkte würden beispielsweise im Bereich Mainframe-Management und -Analyse für Highend-Maschinen der Z-Series-Reihe sogar eine derzeit vorhandene Lücke schließen.

Kritiker sind anderer Meinung: Jasmine Noel, Analystin bei Ptak, Noel and Associates, sieht "Spannungspotenzial" zwischen den Angeboten der beiden Unternehmen: "Es gibt so viele Überschneidungen zwischen den Produkten, dass es unklar ist, welche Lösungen weiterbestehen werden." IBM laufe zudem Gefahr, Omegamon- und Pathwai-Kunden zu verlieren. Es sei daher keine Option, diese einfach zu einem Wechsel zu Tivoli-Lösungen zu zwingen. (ave)