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Microsoft erwirbt nach langem Hickhack Lizenzrechte an Winframe

Mit Citrix-Hilfe wird Windows NT erwachsen

16.05.1997

Im Kern schließt Microsoft mit den jetzt getroffenen Lizenzvereinbarungen eine seit der Einführung von Windows NT im Herbst 1993 bemängelte Funktionslücke. Anders als die Unix-Systeme, gegen die die Server-Variante des Microsoft-Betriebssystems antrat, war NT bislang nicht Multiuserfähig. Diese Möglichkeit, von mehreren Terminals aus Anwendungen auf einem Server-System zu nutzen, wurde damals als unnötiges Relikt aus der Mainframe-Ära abgetan.

Wenn Microsoft sich diese Funktion nun doch ins Haus geholt hat, so beugt sich das Unternehmen eigenen Angaben zufolge dem Druck der Anwender. Dieses Nachgeben war nicht ganz billig. Microsoft erwirbt für 75 Millionen Dollar von Citrix die Lizenzrechte für die Server-Funktionalität der NT-Multiuser-Technik "Winframe". Außerdem unterstützt der Konzern die Softwerker aus Fort Lauderdale, Florida, bei der Optimierung der Technik für die Versionen 4 und 5 von Win- dows NT. Sobald eine Multiuser-Version von NT am Markt ist, verdient Citrix zudem an jeder verkauften Kopie bis zu einer Gesamthöhe von 100 Millionen Dollar.

Dem Deal gingen harte Verhandlungen voraus, in denen Microsoft unter anderem drohte, die Multiuser-Techniken selbst zu entwickeln und damit einen gravierenden Sturz der Citrix-Aktien auslöste (siehe CW Nr. 10 vom 7. März 1997, Seite 6).

War der Kurs damals an einem Börsentag von 28,75 auf unter zehn Dollar gefallen, so stand er am Tag des Vertragsabschlusses bei über 32 Dollar. Daß die Multiuser-Funktionalität nun doch eingekauft wird, erklärt Microsofts Vice-President Paul Maritz mit dem Bemühen, möglichst rasch mit einer Lösung auf den Markt zu kommen. Zu den weiteren Absichten von Microsoft gehört es, den Marktanteil in Unternehmensnetzen zu erhöhen, die aufgrund der hohen PC-Kosten insbesondere bei der Wartung schon bisher auf Terminals gesetzt haben.

Zur Vermarktung der neuen NT-Multiuser-Fähigkeit gibt es noch eine Reihe offener Fragen. Klar ist nur, daß die Funktionen nicht mit jedem Release von NT 4 oder NT 5 kostenlos ausgeliefert werden sollen. Vielmehr ist eine extra Server-Version von NT für die künftig als "Windows-Terminals" bezeichneten Endgeräte vorgesehen.

Unklar ist auch die Bedeutung des gleichzeitig abgeschlossenen Abkommens mit der französischen Prologue S.A., die ebenfalls eine Multiuser-Technik für NT im Programm hat. Auch diese Technik wurde von Microsoft - zu bislang unbekannten Konditionen - erworben und soll gemeinsam weiterentwickelt werden. Citrix macht sich deswegen keine Sorgen. Wechsle Microsoft die Server-Software, verdiene man immer noch an dem Client- beziehungsweise Terminalprodukt, erklärte ein Unternehmenssprecher.