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21.02.1997 - 

95 Prozent aller Entwicklungen auf neue Architekturen gemünzt

Mit Client-Server-Struktur spart Delta Airlines Zeit und Geld

Mainframes sind aus dem Alltagsgeschäft der DV-Zentralen von Fluggesellschaften nicht wegzudenken. Hierzu sind die gemeinhin als Legacy Systems bezeichneten Hosts viel zu stark in die IT-Anwendungsstrukturen verwoben.

Doch immer dann, wenn Unternehmen ihr Geschäftsmodell auf sich wandelnde Bedürfnisse der Klientel neu ausrichten, um wettbewerbsfähiger und kosteneffizienter zu agieren, kommen neue DV-Strukturen ins Spiel. Delta Airlines bestätigt diese Erkenntnis einmal mehr mit seinem Operations Control Center.

Das OCC-Projekt wurde seit November 1995 gemeinsam von HP und der Transquest Information Solutions Inc. geplant und mittlerweile zu zwei Dritteln verwirklicht. Transquest ist die von Delta Airlines ausgelagerte und ihr als hundertprozentiges Subunternehmen zugeordnete IT-Division. Die DV-Infrastruktur des OCC setzt auf einer dreistufigen (three tier) Client-Server-Topologie auf. Als deren Rückgrat fungieren drei HP-9000-Maschinen "T500", die jeweils mit fünf PA-RISC-Prozessoren ausgestattet sind. Auf ihnen laufen Oracles Datenbank sowie HPs Hochverfügbarkeits-Software "MC-Service-Guard", ferner geschäftskritische (mission critical) Anwendungen.

Eine Ebene darunter verarbeiten über zehn HP-9000-Server der "K"-Klasse Produktions-, Entwicklungs- sowie Qualitätssicherungsprogramme. Als Front-end dienen über 100 HP-Unix-Workstations, aber auch Sun-Systeme.

Zusammengehalten, das heißt verwaltet, wird die gesamte OCC-Topologie aus Servern und Clients von HP, IBM, Sun, Stratus sowie einem DEC-VAX-Mainframe von HPs "Openview Node Manager".

Vom Start bis zur Landung alles im Griff

Mit dem OCC will Delta Airlines nach den Worten von Transquest-Mann Chris Stellwag sämtliche Delta-Aktivitäten besser in den Griff bekommen, die vom Start bis zur Landung aller Delta-Flieger weltweit notwendig werden, im Fachjargon als Gate-to-gate-Operation bezeichnet. Hierzu gehört, beispielsweise bei ungünstigen Wetterbedingungen Flüge umleiten oder Fluggäste möglichst früh über Anschlußoptionen informieren zu können.

Im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE schätzt Stellwag, Deltas Outsourcing-Tochter Transquest konzentriere mittlerweile rund 95 Prozent aller Entwicklungen auf Anwendungen im Client-Server-Umfeld. Als Beispiel für neue Anwendungen, die im Zuge sich ändernder Geschäftsmodelle aufgelegt werden, nennt der Transquest-Mann aus Atlanta, Georgia, das Thema "Electronic Ticketing", der vom Fluggast nur mehr elektronisch abgewickelte Kauf und die Einbuchung von Flügen also. Dieser Kundenservice sei seit zwölf bis 18 Monaten in Betrieb. Delta nutze hierzu NCRs "Worldmark"-Server.

Transquest stellte allerdings auch einige Mainframe-Applikationen auf die Unix-Client-Server-Umgebung um. Hierzu gehört etwa eine Anwendung, mit der Flugrouten dirigiert und umgeleitet sowie Wartungszeitpläne aufgesetzt und kontrolliert werden können. Dieses Programm lief bis dato auf einem DEC-VAX-Mainframe. Allerdings habe man, so Stellwag, bei der Entwicklung von neuen Anwendungen nie mit einem weißen Blatt Papier beginnen müssen. Vielmehr konnte man bei der Migration Teile des Altsystems noch verwenden.

Mit dem Client-Server-Modell des OCC gewinne man erheblich mehr Flexibilität bezüglich der Integrationsoptionen heterogener Hardware. Außerdem könnten Anwender jetzt komplexe Abfragen auf unterschiedlichen Datenbanken starten - etwas, das unter herkömmlichen Mainframes nicht möglich war.

Außerdem habe man mit den neuen Anwendungen, die für das OCC entwickelt wurden, bereits zirka 20 Millionen Dollar einsparen können. Dieses Geld benötigte Delta früher, um seinen Fluggästen Hotelzimmer oder Ausweichflüge zu bezahlen, wenn Maschinen ihr geplantes Ziel nicht pünktlich oder gar nicht erreichten.