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Komplikationen treten fast immer auf


12.01.1996 - 

Mit Client-Server wollen Firmen ihre Organisationen optimieren

Einen ungewoehnlichen Vergleich zwischen dem Verlauf von Client-Server-Projekten und dem Heranwachsen von Kindern zieht Gartner-Analyst Ken Dec. Zu Beginn, so der Vice-President, wecken Babys wie Client-Server-Projekte gleichermassen groesste Hoffnungen bei ihren "Eltern". Im Verlauf der Kindheit werden sie dann schwieriger und nehmen mehr Zeit und Geld in Anspruch. Und schliesslich, so Dec, fragen sich die Eltern, ob aus ihren Teenagern ueberhaupt jemals etwas werden kann.

Der Marktforscher begruendet seinen Sarkasmus mit Untersuchungsergebnissen, denen zufolge 55 Prozent der Unternehmen in einer Befragung bekundeten, ihr Projekt dauere laenger als vorgesehen. Die Haelfte klagt ueber unerwartet hohe Kosten, und fast 60 Prozent aergern sich ueber Komplikationen, die nicht vorherzusehen gewesen seien. Trotz dieser Rueckschlaege sind nur vier Prozent der Ansicht, ihr Projekt verlaufe erfolglos. Allerdings geben 27 Prozent an, es sei noch zu frueh, eine Bilanz zu ziehen.

Dec weist in dem Bericht "Client/Server: A Study of Usage and Benefits" darauf hin, dass Client-Server-Projekte vor allem mit dem Ziel gestartet wuerden, Geschaeftsprozesse zu verbessern. Das Argument der Kostensenkung sei weniger wichtig.

Im Detail sagen 85 Prozent der Unternehmen, ihr Client-Server-Projekt trage dazu bei, organisatorische Ablaeufe zu optimieren. Knapp 80 Prozent wollen "die Integration einer Vielzahl von Prozessen auf dem Desktop" realisieren, und 78 Prozent sehen eine Steigerung der Anwenderproduktivitaet als wichtigsten Vorteil. Schlusslicht in der Prioritaetenliste ist die Hoffnung, das Hardwarebudget zu senken: Nur zehn Prozent haben dieses Ziel im Visier.

Was die Einsparungen angeht, erfuellen viele Client-Server-Projekte nicht die Erwartungen. Dennoch fuehrt wohl kein Weg an der Reorganisation der Unternehmens-DV vorbei, wenn es darum geht, den Zugriff auf Informationen zu beschleunigen. Das Management kann schneller auf Veraenderungen im Unternehmen und am Markt reagieren. Welchen Vorteil es hat, Prozessablaeufe zu verkuerzen und die Produktivitaet der Anwender zu erhoehen, laesst sich jedoch kaum quantifizieren - ein Grund dafuer, dass Client-Server-Projekte immer wieder in die Schusslinie geraten.

Dass es auch positive Beispiele gibt, zeigt der Fall Colgate-Palmolive Co. Forrest Jerome, Direktor der technischen Informationssysteme und -services, hat nach eigenem Bekunden keine Probleme mit unerwarteten Kosten oder Zeitverzoegerungen. Seiner Ansicht nach entsteht Ungemach vor allem dann, wenn Client-Server pauschal mit Downsizing gleichgesetzt werde und der Kostenaspekt vorrangig sei. Jerome kritisiert, dass Projekte nicht genuegend vorbereitet wuerden. Unternehmen beschliessen demnach Prozessstrukturen, die sie durch fehlerhafte Implementierungen am Ende nicht umsetzen.

Schwierigkeiten gesteht dagegen Joe Marconi ein, Systems Information Manager des Consumer-Produktgeschaefts der Bristol-Myers Squibb Company in Stamford, Connecticut. Ein Grossprojekt, das 1993 begonnen wurde, schloss das Unternehmen deutlich spaeter als vorgesehen ab. Zur bisherigen Anwendungsentwicklung kam laut Marconi eine Vielzahl neuer Aufgaben, die in ihrer Breite und Vielfalt nicht vorherzusehen gewesen seien. Auch ein zweites, kleineres Projekt im Einkaufsbereich habe sich um zwei Monate verzoegert - gluecklicherweise sei der Budgetrahmen nicht gesprengt worden.