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21.09.1990 - 

Softwarepaket MS-Works wird mitgeliefert

Mit dem "PS/1" will Big Blue in den Home-Markt eindringen

MÜNCHEN (zek) - Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft hat die IBM jetzt auch in Deutschland mit der Auslieferung des Einstiegs-PCs "PS/1" begonnen. Big Blue will mit diesem Gerät eine völlig neue Käuferschicht ansprechen.

Nach Aussage von Wolfram Ischebeck, bei der IBM-Deutschland zuständig für alle Produkte, die über Handel und Vertrieb verkauft werden, wurde der PS/1 für den Anwender zuhause, für PC-Einsteiger, Studenten und Selbständige konzipiert. Mit dem 286er-PC wird die Software MS-Works bereits von konfiguriert geliefert. Ischebeck meinte anläßlich der Produktvorstellung, daß die 90er das Jahrzehnt des privaten DV-Anwenders werden könnten. Deshalb wolle die IBM jetzt weltweit mit dem PS/1 auch in diesem Markt tätig werden. Einen ersten Versuch, einen Home-PC zu etablieren, machte Big Blue bereits 1985 mit dem "PC Junior". Dieses Gerät war jedoch relativ teuer und wurde nur auf dem US-Markt angeboten. Man habe sich damals, so Ischebeck, nicht an die PC-Standards gehalten und das System deshalb auch nicht in Europa angeboten. Das PS/1 sei aber ein Bekenntnis zu den Standards der PC-Welt und könne von jedem Laien bedient werden.

Der Anwender brauche, so IBM, das Gerät nur auszupacken und mit der Arbeit beginnen. Neu ist auch der Vertriebsweg, den Big Blue bei seinen Einstiegs-PCs wählte: Der PS/1 wird nur über Händler angeboten, dazu zählen auch Kaufhäuser und Kaufmärkte.. Zur Markteinführung gibt es 500 lizenzierte Händler, Ischebeck rechnet aber mit einer Verdoppelung dieser Zahl.

Bei dem PS/1 handelt es sich um einen PC mit dem Prozessor 80286 und einem Speicher von 640 KB in einem kleinen Gehäuse, alle wesentlichen Treiberbausteine sind auf der Hauptplatine untergebracht. Über einen speziellen Steckplatz kann eine separate Erweiterungseinheit für kurze Standardkarten angeschlossen werden. Außerdem steht optional eine Audio-Karte zur Verfügung, die Elemente des MIDI-Standards bieten soll. Eine Maus gehört zur Grundausstattung.

Mit dem Einstieg in den Home-Markt dringt die IBM nach Ansicht von Branchenkennern in die Domäne der Billig-Cloner aus Fernost und der spezialisierten Homecomputer-Anbieter wie Commodore oder Atari ein. Weitere Wettbewerber sind mit Sicherheit die neuen "Mac-Classic"-Rechner von Apple. Besonders im Bereich der Schulen und Studenten dürfte es hier zu einem Konkurrenzkampf kommen. Der Mac-Classic kostet zwar inklusive Festplatte etwas weniger als ein gleichwertiges PS/1, ihm fehl jedoch die Anwendungssoftware, die es bei IBM reichlich geben soll.

IBM gründet PS/1-Benutzerklub

Beim PS/1 befindet sich das Betriebssystem im ROM, das integrierte Paket MS-Works wird entweder auf Festplatte oder Diskette mitgeliefert. Zusätzlich hat IBM eine einfache grafische Benutzeroberfläche in Works implementiert, damit der Neueinsteiger mit wenigen Mausklicks zu Arbeiten anfangen kann.

Mit der Ankündigung des PS/1 wurde von der IBM auch gleich einer sogenannter "PS/1-Benutzerklub" aktiviert. Er ist über eine Btx-Nummer erreichbar und soll, so Big Blue, "die Kommunikation und den Erfahrungsaustausch zwischen den PS/1-Benutzern fördern und sie mit aktuellen Informationen von der IBM versorgen".

Für den PS/1 wurde ein dazu passender Drucker vorgestellt. Er verwendet die 24-Nadel-Technologie, verfügt über vier Schriftarten und bedruckt sowohl Einzelblätter als auch Endlospapier. Der Preis liegt bei rund 800 Mark. In Sachen Preise für die PS/1-Produkte wollten die IBM-Vertreter keine konkreten Angaben machen. Sie seien, so Wolfram Ischebeck, Sache der Händler. Diese wiederum müßten die Systeme in Paletten zu 380 Stück übernehmen, eine Mengen- oder Rabattstaffelung gebe es nicht. In den USA wird das Einstiegsmodell mit Diskettenlaufwerk und Monochrom-Monitor bereits für weniger als 1000 Dollar angeboten. Marktkenner gehen davon aus, daß die IBM-Homecomputer bei uns zwischen rund 2000 Mark und rund 4500 Mark (mit 30-MB-Platte und VGA-Farbmonitor) betragen werden.