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16.04.2007

Mit dem Zweiten lebt man besser

Lieber Dr. T., mein Chef meint, wir müssten unbedingt ein Ladengeschäft in Second Life eröffnen. Ich halte ja nicht viel von diesem hochgejubelten Online-Rollenspiel. Was meinen Sie?

Ihr Chef hat wie immer Recht: Second Life - oder SL, wie der coole Checker sagt - ist die beste Erfindung seit der Entwicklung des wiederverwendbaren Sprüh-Kondoms. Linden Labs, die Betreiber, haben meiner Ansicht nach den Friedensnobelpreis verdient. Schließlich geben sie allen, die es im First Life (FL) zu nichts gebracht haben, eine zweite Chance. Schon über fünf Millionen Menschen nutzen dieses Angebot. Ich bin natürlich auch dabei, aber dazu später mehr.

Zugegeben, im Vergleich zu den sechs Milliarden im FL sind fünf Millionen ziemlich mickrig, und bei der Zählung ihrer Einwohner sind die SL-Macher ähnlich kreativ wie die CeBIT beim Vermelden neuer Besucherrekorde. Aber Millionen Fliegen - äh Nutzer - können sich nicht irren. Das haben sich auch Unternehmen wie Cisco, IBM, Adidas oder Sony Ericsson gedacht und Zweigstellen im SL gegründet. Im virtuellen Laden von Adidas kann man sogar virtuelle Schuhe kaufen. Ob man von denen auch virtuelle Schweißfüße bekommt, konnte ich leider nicht herausfinden.

SL ist nicht nur dazu gut, sich vor Problemen im FL zu flüchten, man kann dort auch zu Geld kommen. Laut Betreiber haben im März 2007 über 800 Nutzer mehr als 1.000 Dollar - etwa 770 Euro - im SL verdient. Von so einer Statistik können Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nur träumen. Massive Unterschiede zwischen den FNFLL (Fünf Neue First Live Länder) und SL gibt es auch bei der Arbeitsmarktsituation: Jobs schießen im SL aus dem Boden wie im Spreewald die Pilze. Die Bundesagentur für Arbeit ist gut beraten, neben "unterirdisch bezahlt", "dreckig", "gesundheitsschädlich", "würdelos", "halbkriminell" und "hinterm Mond" auch "virtuell" in den Kriterienkatalog für zumutbare Arbeit aufzunehmen. Wenn man dann noch Hartz IV in der SL-Währung Linden Dollar auszahlt, könnte man die Staatskassen enorm entlasten Schließlich ist so ein Linden Dollar umgerechnet nur 0,3 Cent wert.

Am besten an SL gefällt mir aber das Avatar-Prinzip. Das ist ein Art Alter Ego, das man völlig losgelöst von den im FL angeborenen oder erworbenen Unzulänglichkeiten gestalten kann. So haben sich die beiden Schwaben-Ikonen "Äffle" und "Pferdle" im baden-württembergischen SL-Auftritt als "Greif" und "Hirsch" verkleidet. Auch ich war kreativ und habe mir einen weiblichen Avatar mit langen blonden Haaren gebastelt. Leider bin ich bei der Angabe der Körperproportionen etwas durcheinandergeraten. Wenn Ihnen also im SL eine Blondine mit den Maßen 60-90-60 über den Weg läuft - machen Sie lieber einen großen Bogen um die unförmige Dame. Die ist nämlich immer noch ziemlich schlecht gelaunt, warnt Ihr

Dr. T.

P.S.: Das Gerücht, dass die CeBIT 2008 nur noch in Second Life stattfindet, ist natürlich ebenso erfunden wie die Behauptung, der Betreiber plane bereits eine Online-Welt für Katzen namens "Nine Lives".

Dr. T.’s Sprechstunde finden Sie alle zwei Wochen real in ChannelPartner und virtuell im CP Forum. Haben auch Sie oder Ihr Avatar eine Frage an Dr. T.? Dann schreiben Sie eine E-Mail an thafen@channelpartner.de.