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09.11.1984 - 

Erhebliches Einsparpotential - Auch kleine Serien werden rentabel

Mit den Robotern gegen die Kostenflut

MÜNCHEN (CW) - Der Wettbewerb auf den verschiedenen Märkten ist hart. Wer beim internationalen Preiskampf nicht auf der Strecke bleiben will, muß Kosten sparen. Für viele Unternehmen wird das Wort Industrieroboter immer mehr zu einer Zauberformel. Das Einsparpotential durch den Einsatz dieser neuen Technik ist trotz hoher Investitionen zumeist erheblich. Gleichzeitig läßt sich die Flexibilität der Produktion erheblich steigern. ohne daß die Wirtschaftlichkeit darunter leidet. Zudem wird durch Roboter auch die Fertigung kleiner und mittlerer Serien rentabel.

Der Anreiz für den Einsatz von Industrierobotern liegt zunächst in der Chance, die Produktionskosten zu senken. Eine direkte Kosteneinsparung ergibt sich vor allem

- bei den Lohnkosten, die vordem an diesem Werkplatz angefallen waren (inklusive der damit verbundenen Lohnnebenkosten),

- bei Materialeinsparungen aufgrund geringer Abfälle oder auch niedrigeren Verbrauchs.

- Bei manchen Produkten sind die Qualitätsanforderungen heute so hoch, daß sie praktisch nur noch automatisch gefertigt werden können. Vor allem im Elektronikbereich konnten dank der Automation die vorher ernorm hohen Ausschußquoten vermieden werden.

Darüber hinaus tragen weitere indirekte Fragen zur Kosteneinsparung bei:

- Arbeitsschutz- und Sicherheitsauflagen entfallen;

- indirekte Personalkosten (wie beispielsweise durch Krankheit und anderen Arbeitsausfälle, Stellenwechsel, Streik) werden ebenso eingespart wie Überstundenzuschläge.

Diesen Positionen müssen die Kapital-, Betriebs- und Wartungskosten des Roboters gegenübergestellt werden, also

- der Zins- und Abschreibungsaufwand für die Anschaffung des Roboters und der ihn ergänzenden Aggregate und Teile,

- die Installationskosten,

- der laufende Energieverbrauch,

- die Kosten für Programmierung und für Schulung des Fachpersonals,

- die höheren Betriebskosten für die Anlaufphase sowie die laufenden Kosten für die Beaufsichtigung und Wartung der Roboteranlage.

Beim Vergleich beider Kostenblöcke ergibt sich oft ein beachtliches Einsparpotential, bei dem die Aufwendungen für die Umsetzung oder Abfindung des bislang an diesem Arbeitsplatz tätigen Personals berücksichtigt werden müssen. Aber selbst wenn die Kostenrechnung alleine keine eindeutige Entscheidung für den Robotereinsatz bringt, so sprechen oft produktionstechnische Gründe dafür.

Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist ein weiteres, in der Fertigungstechnik liegendes Motiv. Fest installierte automatische Schweiß- und Pressenstraßen zum Beispiel erforderten bisher nicht nur einen hohen Investitionsaufwand, sondern konnten nur bei großen und über längere Zeit unveränderten Modellserien wirtschaftlich arbeiten. Der Markt erzwingt jedoch einen immer kürzeren Produktzyklus. Damit wächst das Risiko von Fehlinvestitionen, ganz abgesehen von den Fällen, daß ein anlaufendes Serienprodukt nicht in erwartetem Umfang abgesetzt werden kann.

Mit dem Robotereinsatz läßt sich nun die Flexibilität der Produktion erheblich steigern, ohne daß die Wirtschaftlichkeit darunter leidet: Frei programmierbare Roboter erlauben den Durchlauf von verschiedenen Modellen auf dem gleichen Fertigungsband. Bei Auslaufen eines Modells muß die Anlage (beziehungsweise Teile der Anlage) nicht mehr verschrottet, sondern nur noch neu programmiert und mit anderen Werkzeugen ausgestattet werden. Die Fabrikation von kleinen und mittleren Serien wird so in vielen Fällen erst rentabel. Dies eröffnet den Industrierobotern zweifellos neue Anwendungsfelder, so vor allem in mittelständischen Unternehmen.

Mit der Weiterentwicklung der Roboter-Modelle sind die Anschaffungskosten enorm gestiegen: Sie reichen von 80 000 bis 200 000 Mark für Ein-Funktions-Roboter, 500 000 und mehr Mark für programmierbare Automaten und sogenannte Montageroboter; hinzu kommen noch die beträchtlichen Kosten für die Anpassung des Umfeldes des "Roboter-Arbeitsplatzes".

In einer von drei Bundesministerien in Auftrag gegebenen Studie haben Prognos und Mackintosh Consultants bereits 1979 die Amortisationszeit eines programmierbaren Industrieroboters (einschließlich Installation) auf nur eineinhalb bis zwei Jahre veranschlagt. Bei einer betriebsüblichen Nutzungsdauer von immerhin fünf bis sieben Jahren ergeben sich also erhebliche Kosteneinsparungen.