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05.10.1990 - 

Neue Möglichkeiten der Rehabilitation

Mit der DV-Ausbildung steigen Berufschancen der Behinderten

In der Bundesrepublik leben mehr als vier Millionen Behinderte. Wichtig ist nach Meinung von Franz Fischbach*, die Folgen der Schicksalsschläge zu mildern. Hierbei bietet gerade die EDV vielseitige Hilfsmöglichkeiten an, zum Beispiel für Blinde den "sprechenden Bildschirm".

Grundsätzlich erfolgt der Einsatz von Computern im Behindertenbereich nicht allein, um Benachteiligungen durch die ein oder andere Behinderung zu kompensieren, sondern überweigend deshalb, weil es die heutige Arbeitsmarktlage erfordert, das heißt, weil zukünftig ohne Computer nichts mehr geht. Deshalb muß der Behinderte entsprechend ausgebildet beziehungsweise umgeschult werden. Je besser die Hilfsmittel und die Ausbildung, desto größere Chancen hat auch ein Behinderter, einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden.

Mit den Errungenschaften der EDV erhalten auch viele Behinderte unabhängig von der Art ihrer Behinderung eine Chance, die jeweiligen persönlichen Nachteile mit Hilfe von "intelligenten Geräten" der unterschiedlichsten Bauart auszugleichen. Personal-und Mikrocomputer sind beispielsweise ohne weiteres in der Lage, schriftliche Informationen auch für Blinde entweder zum Abfühlen in der Art der Blindenschrift oder auf akustischem Wege erfaßbar aufzubereiten. Das geht entweder auf taktilem Wege mit beweglichen Stiften, die der Blinde ähnlich der Brailleschrift im wahrsten Sinne des Wortes "begreift", oder auditiv, weil der Computer beispielsweise den Inhalt einer Bildschirmseite über eine künstlich erzeugte Sprache ansagt.

Viel Technik ist um uns, die ausschließlich unserer Bequemlichkeit dient. So oder ähnlich ist unser normales Verhältnis zur Technik. Behinderte sehen das anders. Sie brauchen Brücken, die aus der Isolation herausführen. Dabei bietet insbesondere die Computertechnik vielerlei Möglichkeiten, um Brücken zu bauen. Intelligente Geräte mildern sehr oft die Nachteile, die nun einmal durch Gebrechen entstehen. Wem die Technik gar dazu verhilft, einen Beruf zu erlernen, wird freier und selbstbewußter. Denn das eigentlich Belastende der Behinderung liegt darin, der Umwelt ständig demonstrieren zu müssen, wie dankbar man für ihre Lebenshilfe ist.

Lebenshilfe, die von der Technik kommt, erwartet keinen Dank. Geräte nehmen auch nichts übel, wenn mal etwas nicht klappt. Technische Unterstützungen sind Hilfen zur Selbsthilfe und damit die beste Voraussetzung, Behinderten das Leben zu erleichten. Das ist es, wovon Behinderte träumen. Manchmal geht sogar ein solcher Traum in Erfüllung.

Nicht selten stellen Banalitäten den Erfolg gutgemeinter Aktionen oder Hilfsmittel in Frage. Denken wir beispielsweise nur daran, welche Probleme ein Rollstuhlfahrer zu überwinden hat, wenn er zwar an einem gut eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz sitzt, aber wegen zu enger Türen die Toilette nicht ohne fremde Hilfe aufsuchen kann. Ein Hauptproblem besteht im Abbau von für Behinderte ungeeigneten organisatorischen Standards, ein anderes in der Bereitstellung von geeigneten Hilfs- und Arbeitsmitteln, die manchmal nur geringfügig geändert werden müssen, damit sie Behinderten entgegenkommen und neue Arbeitsplätze in der Industrie, der Wirtschaft oder der Verwaltung anbieten.

Tatsache ist, daß nicht nur EDV-Systeme, sondern auch viele andere Hilfsmittel dazu beitragen können, das Arbeiten sowohl für den Behinderten als auch für den Nichtbehinderten zu erleichtern.