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08.06.2009

Mit der Lieferkette durch die Krise

Obwohl Unternehmen seit langem an den Kosten und Prozessen im Lieferketten-Management feilen, lässt sich vor allem der Einkauf noch optimieren.

Lieferketten-Verantwortliche sind derzeit nicht zu beneiden. Ob nun die Wirtschaftskrise die Ursache oder nur der Anlass ist: Eine neue Sparrunde und viel Arbeit stehen ins Haus. Dies belegt eine aktuelle Umfrage des Personaldienstleisters Resources Global Professionals zu den Problemen und Aufgaben im Supply-Chain-Management (SCM). Kontaktiert wurden branchenübergreifend rund 90 multinationale Großunternehmen in Amerika, Europa und Asien, von denen 30 ausführlich Rede und Antwort standen. Sie erklärten, dass zusätzliche Einsparungen oder zumindest die Deckelung der laufenden Kosten für die Lieferkettenverwaltung (90 Prozent der Befragten), gefolgt von effizienteren Abläufen und einer optimierten Bestandsverwaltung ihre wichtigsten Vorgaben sind. Allesamt altbekannte Forderungen. Immerhin soll der Spar- und Optimierungszwang nicht nur zu Lasten der Mitarbeiter gehen. So planen bislang 13 Prozent der Unternehmen definitiv Entlassungen, während 23 Prozent in diesem Jahr sogar zusätzliches Personal einstellen werden.

Erfolg mit strategischem Einkauf

Auch gibt es offenbar noch genug Möglichkeiten, die Effizienz und Effektivität im SCM zu steigern, statt einfach Personal abzubauen. So sehen praktisch alle Unternehmen im "Strategic Sourcing" (strategischer Einkauf), mit dem 83 Prozent der Befragten bereits gute Ergebnisse erzielt haben, einen Eckpfeiler ihrer künftigen Strategie. Bisher nicht genutzte Einsparmöglichkeiten erkennen einige Unternehmen auch im Einkauf in Niedriglohnländern. Rund die Hälfte der Befragten ist diesen Weg bereits gegangen und will ihre Aktivitäten in der nächsten Zeit ausbauen, weitere 23 Prozent prüfen derzeit diese Option. Weiteres Potenzial steckt im "Purchase-to-Pay", also der durchgängigen Verzahnung vom Einkauf bis zur Kreditorenbuchhaltung. Etwa jedes zweite Unternehmen hat seine Abläufe diesbezüglich bislang analysiert. Ferner gibt es erst in zwei Drittel der Großunternehmen eine Organisationseinheit oder Verantwortlichkeiten, mit denen sich die strategische Weiterentwicklung der Lieferkettenaktivitäten systematisch planen ließe, und gerade einmal 17 Prozent können ein nach ihrer Ansicht funktionierendes Programm für das Lieferanten-Management (Supplier-Relationship-Management) vorzeigen.

Nachholbedarf sehen die Befragten auch bei der technischen Implementierung von SCM-Produkten. Vor allem eine gute Integration zwischen der internen ERP-Software und ihren SCM-Modulen ist bisher nicht die Regel: Nicht einmal ein Drittel der Befragten zeigte sich diesbezüglich zufrieden, 63 Prozent sehen hier noch dringenden Handlungsbedarf. Mit Blick auf einzelne SCM-Produktkategorien war beispielsweise nur jeder dritte Befragte mit seinem E-Procurement-Tool zufrieden, während 43 Prozent noch eindeutige Verbesserungsmöglichkeiten sehen. Ein weiteres Drittel will bislang ganz auf solche Software verzichten. Ebenso gibt es Defizite beim Contract-Management. 40 Prozent der Firmen haben diese als "extrem wichtig" bezeichneten Funktionen implementiert und sind zufrieden, weitere 47 räumen ein, dass sie zu diesem Thema 2009 mehr machen müssen.

Über SCM hinaus stehen zudem Arbeiten in der Logistik ins Haus (gemeint sind Transport, Materialverwaltung, Lagerhaltung sowie Distribution). Nur jedes fünfte Unternehmen hat ein regelrechtes "Logistikprogramm" eingeführt. Über 60 Prozent der Befragten sind auf diesem Gebiet zwar schon aktiv, sehen aber für 2009 noch einige Arbeiten anstehen. Und noch eine Baustelle tut sich auf: 87 Prozent wollen in diesem Jahr ihre bisherigen Prozesse in der Bestandsverwaltung (Inventory) überarbeiten.

Gefragt wurde, wie das eigene ERP-System das Lieferketten-Management unterstützt.
Gefragt wurde, wie das eigene ERP-System das Lieferketten-Management unterstützt.