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Ist Klimatisierung noch nötig?

Mit der Packungsdichte neigt die Wärme

22.10.1976

GIESSEN - "Trotz des Einsatzes von modernen Rechnern mit vollgekapselten integrierten Bausteinen und Dünnschichtspeichern" hält Helmut Weiß (Klimatechnik Karl Weiß, Gießen) auch in Zukunft die Vollklimatisierung von Rechenzentren für notwendig. Weiß nennt als wichtigste "Pro-Klimatisierungs-Argumente":

1. Die modernen integrierten Schaltkreise und Dünnschichtspeicher sind so dicht gepackt, daß pro Kubikmeter Raum mehr Wärme abzufahren ist als bei Rechnern der ersten und zweiten Generation, die mit Röhren und Transistoren arbeiteten.

2. Datenträger wie Lochkarten oder Endlosvordrucke bestehen aus hygroskopischer Zellulose, die bei zu hoher Luftfeuchte aufquillt. Bei zu niedriger Luftfeuchte haften die Karten und das Papier durch elektrostatische Aufladung aneinander.

3. Alle Magnetschichtspeicher erfordern eine staubarme Atmosphäre, da bereits Staubkörner von 10 Ám Größe zwischen Schreibkopf und Magnetoberfläche die Schreibimpulse um

mehr als die Hälfte reduzieren können.

Anforderungen sehr unterschiedlich

Die sich aus diesen Punkten ergebenden Klimaanforderungen an die Rechnerräume weichen je nach Empfindlichkeit der Anlage bei den einzelnen Herstellern stark voneinander ab. Als Normwerte empfiehlt er die in der Richtlinie VDI 2054 "Klimaanlagen für Datenverarbeitungsräume" festgelegten Daten für Geräteklima, Raumklima, Entstaubung, Zugfreiheit, Geräusche sowie Raumüberdruck.

Ein für den Anwender besonders wichtiger Unterschied zwischen den verschiedenen Konstruktionen ist die Art der Luftführung. Die beiden häufigsten Ausführungsformen sind:

1. Lufteinführung von der Decke beispielsweise durch gelochte Deckenplatten; Luftrückführung teils in der Decke, teils durch Wandgitter über Boden.

2. Lufteinführung durch Doppelboden; Strömung zur Doppeldecke, in deren Hohlraum sie wieder zum Klimagerät zurückgeführt wird. In dieser Anordnung sieht Weiß den Vorteil, daß die Gerätewärme und Beleuchtungswärme direkt abgeführt werden, ohne die Raumlufttemperatur wesentlich zu beeinflussen.

Für scharfe Rechner

Klimaanlagen für EDV-Räume müssen - so Weiß - einer "strengen Wirtschaftlichkeitsberechnung" unterworfen werden.- "In die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung kann und darf nicht nur der Anschaffungspreis der Klimaanlage einbezogen werden. Vielmehr müssen die kosten für die Betriebsenergie, die Betriebsmittel, die Unterhaltungskosten und auch die Kosten für den Mietwert des Platzbedarfs berücksichtigt werden. Im Anschaffungspreis billige Geräte, die beispielsweise mit niedriger Kühloberflächentemperatur arbeiten, haben eine große Kompressorleistungsaufnahme und müssen ständig nachbefeuchten. Ein im Anschaffungspreis teueres Gerät mit einer geregelten Entfeuchtung ist somit in kurzer Zeit durch die geringeren Betriebskosten amortisiert." uk