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26.09.1980 - 

Einstandspreis bei Personalcomputern prägt Kaufverhalten doch:

Mit der Wartung ist der Kunde unzufrieden

Der Trend, Personal Computer kommerziell einzusetzen, nimmt zu. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Fachbereichs Betriebswirtschaft der Fachhochschule München, die im vergangenen Jahr bei Anwendern von Personal Computern durchgeführt wurde. Damit parallel dazu nicht auch die Probleme zunehmen, verrät Professor Klaus Jamin einige Spielregeln, die Fehlinvestitionen verhindern helfen können.

Vor etwa einem Jahr wurde durch die Fachhochschule München, Fachbereich Betriebswirtschaft, eine Umfrage im Bereich der Anwendung von Personal Computern durchgeführt. Die damaligen Ergebnisse, hier in Kurzform dargestellt, ließen bereits interessante Schlüsse zu. Die Tendenz nach einem Jahr ist um so interessanter und soll hier als Ergebnis einer "Nachuntersuchung" dargestellt werden.

Die Fragen eines Fragebogens wurden wie folgt beantwortet:

- Warum haben Sie sich für einen bestimmten Computertyp entschieden?

Mehrfachnennungen waren möglich.

- Wo setzen Sie Ihren Mikrocomputer ein?

Aus diesen Ergebnissen, kann geschlossen werden, daß auch im Jahre 1980 der Trend zum kommerziellen Einsatz von "Personal Computern" anhält und daß der private Einsatz von Mikrocomputersystemen relativ gering ist, ganz im Gegensatz zu den USA, wo der Trend zum persönlichen Computer unvermindert anhält. Während jedoch in den USA wesentlich häufiger fertige Spielprogramme oder Programme für den häuslichen Bereich eingesetzt werden, die bereits als fertige Softwarepakete im Computershop gekauft werden, entwickelte der deutsche Anwender 1979 seine Programme zu 87 Prozent selbst, im Jahre 1980 sind es allerdings nur noch 70 Prozent. Hier ist eine deutliche Trendwende zu erkennen.

Software besser - Wartung schlechter

Auch beim Zufriedenheitsgrad zeigen sich Änderungen. Während im Jahre 1979 nur 14 Prozent mit der gekauften Software sehr zufrieden waren, 53 Prozent Zufriedenheit äußerten, und 29 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden waren und der Rest sich dazu nicht äußerte, sind heute fast 75 Prozent der Kunden mit der gekauften Software zufrieden oder sehr zufrieden, nur zirka 18 Prozent sind weniger oder nicht zufrieden, der Rest enthält sich der Stimme, weil er wahrscheinlich die Qualität von Programmen nicht beurteilen kann. Anders sieht es mit dem Service aus. Während im Jahre 1979 noch 67 Prozent der Kunden noch zufrieden oder sehr zufrieden waren, sackte die Zahl auf unter 50 Prozent ab. Vielleicht ist aber dieses Ergebnis nicht wenig erstaunlich, denn bei den Ansprüchen, die an Personal Computer gestellt werden und bei den vielen Privatleuten, die ihre Geräte zu allen möglichen Versuchen heranziehen, sind diese kleinen Geräte häufig überfordert. Überfordert ist jedoch auch der Händler selbst. Einerseits möchte er bei der geringen Gewinnspanne möglichst viele Systeme verkaufen, andererseits ist jedoch häufig das Servicepersonal völlig überlastet.

Vielleicht kommt einmal der wartungsfreie Personal Computer?

Prüfen Sie!

Um Probleme mit diesem Computersystem zu vermeiden, könnte ein Anwender unter anderem folgende Fragen klären:

- Prüfen Sie, ob der Computer-Hersteller ein genügend großes Vertriebsnetz aufgebaut hat.

- Prüfen Sie, ob der Kundendienst gewährleistet ist und ob der örtliche Verkäufer eine eigene Serviceabteilung für den Computertyp unterhält beziehungsweise Spezialisten einsetzt.

- Prüfen Sie, ob beim Verkäufer zumindest ein Fachmann anwesend ist der über fundierte Kenntnisse in der Datenverarbeitung verfügt.

- Lassen Sie sich Schulungsunterlagen und Literatur zur Bedienung des Computers geben, prüfen Sie, ob diese Schulungsunterlagen nach methodisch-didaktischen Gesichtspunkten aufgebaut sind. Besonders hier zeigt sich die Stärke oder Schwäche eines Unternehmens. Häufig sind Unterlagen aus dem Amerikanischen übersetzt worden, fehlerhaft, ungenau, auf einem alten Stand und damit unbrauchbar.

- Prüfen Sie, ob es eine Schulungskassette gibt, auf der sich der Computer selbst in seine Bedienung einführt.

- Prüfen Sie, ob es einen Benutzerclub gibt, der die Mitglieder aber auch Außenstehende mit Informationen unterstützt.

- Prüfen Sie, ob der Hersteller Informationen in Form von Rundbriefen, Produktinformationen etc. an seine Käufer weitergibt.

- Prüfen Sie die von Ihnen gekauften Programme ausführlich. Bedienen Sie dabei das Gerät selbst.

- Testen Sie die Programme auch auf Bedienerfreundlichkeit, Ausfallsicherheit, Bearbeitung von ausgefallenen Eingaben und Wiedergewinnung von Zwischenergebnissen bei Programmunterbrechung.

- Prüfen Sie, welche peripheren Geräte lieferbar und ob entsprechende Anschlußmöglichkeiten vorhanden sind.

- Erkundigen Sie sich nach zukünftigen geplanten peripheren Geräten.

- Erkundigen Sie sich nach den Ausbaustufen des Systems und den geplanten Erweiterungen durch den Hersteller.

- Prüfen Sie, ob der Verkäufer auch Schulungskurse zur Bedienung und zur Einführung in die Programmierung anbietet.

- Prüfen Sie, ob der Verkäufer auch Schulungskurse zur Einführung in die verkaufte Software anbietet.

- Lassen Sie sich Adressen von Benutzern der Hard- und Software geben. Rufen Sie diese Benutzer an und erkundigen Sie sich nach deren Erfahrungen.

- Erkundigen Sie sich nach dem Kulanzverhalten und den Garantiebedingungen des Verkäufers.

Nur wenn auch der Anwender von Mikrocomputern mündig wird und sich an gewisse Spielregeln, die im Bereich der "größeren" bereits üblich sind, hält, wird er es vermeiden, eine Fehlinvestition zu tätigen.