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29.04.1988 - 

Altes 370-Betriebssystem stiehlt DB2 Version 2 die Schau:

Mit DOS/VSE der 9370 auf die Sprünge helfen

STUTTGART (CW) - Die Sensation versteckte sich hinter einer ganzen Serie von Ankündigungen: IBM hat das von vielen Analysten bereits totgesagte Betriebssystem DOS\VSE nicht nur wiedererweckt, vielmehr ist es offensichtlich dazu ausersehen, den bislang abwartend reagierenden Anwendern den Abteilungsrechner 9370 schmackhaft zu machen.

Immer noch läuft auch auf den größeren Rechnern der 370-Familie vielerorts DOS/VSE-trotz der unverhohlenen und durch Migrationshilfeprogramme unterstützten Absicht der IBM, dort MVS zu etablieren (siehe auch CW Nr. 36 vom 4. September 1987, Seite l0:" Das 4381-Betriebssystem ist eine Frage des nötigen Adreßraums"). Anscheinend hat der Hersteller sich nun entschlossen, diesem Votum der Anwender entgegenzukommen. Indem das Betriebssystem für die Low-End-Modelle der Serie 370 bereitgestellt wird, erhält es auch eine Option auf die Einbindung in das herstellereigene Architekturkonzept SAA .

In diesem Punkt hatte sowohl auf Anwender- als auch auf Analystenseite erhebliche Unsicherheit geherrscht. Bislang stand für die 9370 lediglich eine spezielle Version des designierten SAA-Betriebssystems VM zur Verfügung. Beide Systeme, so Big Blue, können künftig parallel gefahren werden.

VSE/SP Version 3.2 bietet nach Herstellerangaben einen erweiterten virtuellen Speicherraum von 128 statt bisher 40 Megabytes; die neue Ausführung des Betriebssystems unterstütze insgesamt neun Adreßräume. Darüber hinaus will IBM auch das Bürosystem Disoss unter CICS/ VSE verfügbar machen. CICS/VSE soll ebenfalls einen Platz im SAA-Konzept erhalten.

Angekündigt wurde jetzt auch die Version 2 des relationalen Datenbank-Management-Systems DB2 - sowie eine Reihe von weiterentwickelten MVS-Systemkomponenten. Diese Serie von Announcements steht im Zusammenhang mit der im Februar vorgestellten ESA-Architektur, die auch eine eigens dafür entwickelte MVS-Version umfaßt. DB2 Version 2, so die IBM Deutschland GmbH, Stuttgart, sei "das Datenbanksystem für MVS/ESA".

Das DBMS-Paradepferd der Armonker bekommt demnach jetzt die Sporen: Neben der referentiellen Integrität, ist ein laut Anbieter um mehr als die Hälfte gesteigerter Durchsatz Hauptmerkmal der aktuellsten DB2-Ausführung. Gerade auf dem Gebiet der Transaktionsverarbeitung hatte das vorangegangene Release 1.3 des Datenbankprodukts eklatante Schwächen aufgewiesen (siehe dazu ebenfalls CW 36 vom 4. September 1987, Seite 13: "DB2 hat bei Transaktionen zuwenig Power.")

Zu den erweiterten MVS-Komponenten gehören auch IMS/VS, CICS, TSO/E, JES2 und JES3 sowie DFSMS. In Kombination mit dem voraussichtlich ab dem dritten Quartal dieses Jahres erhältlichen MVS/ESA sollen die aufgefrischten Systemkomponenten bessere Systemleistung, vergrößerten virtuellen Speicher und erweiterte Funktionalität gewährleisten. Auf diese Weise werde die neue MVS-Version und damit die gleichzeitig angekündigten E-Modelle der 3090-Familie sicherlich erheblich attraktiver ( vergleiche CW Nr. 9 vom 26. Februar 1988, Seite 1: "Neues Design soll IBM-Großsystem aufwerten"). Zwischen August 1988 und Juni 1989 werden die MVS/ESA-Komponenten auf den deutschen Markt kommen.

Wie die deutsche IBM-Niederlassung mitteilte, ist die Auslieferung von DB2 Version 2 für November dieses Jahres geplant. Was den Performance-Gewinn angeht, so teilen nicht alle Marktbeobachter den Enthusiasmus der Armonker. "Es gibt heute noch zu wenige umfangreiche Applikationen in der Praxis, um beurteilen zu können, ob ein Labor-Benchmark repräsentativ ist", äußerte sich Per Flaaten, Technologie-Forscher beim Marktforschungsunternehmen Arthur Andersen & Co. mit Sitz in Chicago, gegenüber der CW-Schwesterpublikation "Computerworld". Der Analyst geht jedoch davon aus, daß die im Business-Bereich erzielten Ergebnisse immerhin eindrucksvoll genug sein werden, um zu bestätigen, daß IBM sich geirrt habe, als sie DB2 bei der Ankündigung vor drei Jahren als ein Enduser-Produkt bezeichnete.