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19.01.1996 - 

Softwaretochter soll verkauft werden

Mit Dun & Bradstreet spaltet sich der naechste US-Konzern auf

Dun & Bradstreet steigt in die Fussstapfen von AT&T und kuendigt wie der grosse TK-Konzern die Aufteilung des Unternehmens an. "Die Regeln des Ueberlebens haben sich geaendert. Heute liegen die Wettbewerbsvorteile im Marktfokus und in der Schnelligkeit", begruendet CEO Robert Weissman den Umbau des 155 Jahre alten Unternehmens, das bislang eigenen Angaben zufolge auf Wettbewerbskraft durch Economies of Scale vertraute.

Das auf die Gesundheitsbranche spezialisierte Marktforschungsunternehmen IMS, Nielsen Media Research, die IT- Beratung Gartner Group und die Marktforscher von Dataquest sowie Pilot Software und Erisco werden unter dem Dach der Cognizant Corp. zusammengefasst. Als CEO und Chairman fungiert Weissman. Zur Dun & Bradstreet Corp., der mit Dun & Bradstreet Information Services das Kerngeschaeft der Business-to-Business-Informationen zugeschlagen wird, gehoeren die Rating-Agentur Moodys sowie der Telefonbuchverlag Reuben H. Donnelley. Neuer Chairman und CEO des Unternehmens wird Volney Taylor, der bislang die Position eines Executive Vice-President eingenommen hat. Die auf Konsumgueter fokussierte Marktforschungsfirma A.C. Nielsen wird ebenfalls verselbstaendigt und untersteht dann dem bisherigen Chief Financial Officer und Vice-President Finanzen, Nicholas Trivisonno. President und Chief Operating Officer wird Robert Lievense.

Trennen will sich das Unternehmen von seiner Tochter Dun & Bradstreet Software. Analysten sehen den geplanten Verkauf sowohl fuer D&B Software als auch fuer deren Kunden positiv. Das Softwarehaus hatte im letzten Jahr mit "Smartstream" ein Konkurrenzprodukt zu R/3 von SAP und zu der Client-Server-Loesung von Peoplesoft auf den Markt gebracht, liess aber nach Meinung von Branchenbeobachtern eine klare Konzeption vermissen. "Es ging immer nur um Zahlen", erinnert sich Frank Dodge, vormals CEO bei der von Dun & Bradstreet uebernommenen Softwarefirma McCormack & Dodge.

Die Analysten der Meta Group raten den Smartstream-Anwendern, ihrem eingeschlagenen Kurs treu zu bleiben. Die Nutzer der Mainframe-Applikationen sollten jedoch aggressiv mit dem Hersteller ueber Maintenance-Ver-traege verhandeln oder zu Third- Party-Anbietern wechseln. In der ersten Januarwoche hatte Doug McIntyre, CEO von D&B Software, die Fortfuehrung der Client-Server- Entwicklung versprochen. Dafuer sollen laut McIntyre 100 Software- Entwickler eingestellt sowie im Jahr 1996 rund 70 Millionen Dollar in die Entwicklung neuer Produkte investiert werden.

Die Kosten der Restrukturierung werden im vierten Quartal mit 448 Millionen Dollar zu Buche schlagen, warnt D&B. Ohne diesen einmaligen Aufwand sei fuer 1995 mit einem Gewinn von 3,80 Dollar pro Aktie zu rechnen.

Grosse personelle Veraenderungen sollen im Zuge der Aufsplittung nicht anfallen. "Wir rechnen mit einer Reduktion der Belegschaft um weniger als zwei Prozent", aeussert der derzeitige D&B-CEO und kuenftige Cognizant-Chef Weissman. Momentan stehen bei Dun & Bradstreet 48000 Mitarbeiter auf der Payroll, 1989 waren es noch ueber 70000 gewesen.