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22.11.1996 - 

Beratung zur Systemauswahl

Mit EDM erreichen Fertiger ein integriertes Informations-Management

Das EDM-Geschäft in Deutschland wuchs in den Jahren 1994 bis 1995 um nahezu 60 Prozent. Die hohe Nachfrage kam nicht von ungefähr, sah sich doch die Fertigungsindustrie zunehmend gezwungen, auf die veränderten Marktanforderungen mit flexibleren Unternehmensprozessen zu reagieren. Um diese Ziele zu erreichen, die besonders die entwicklungsintensiven Unternehmensbereiche betrafen, setzten viele Firmen auf die Einführung von EDM-Systemen.

Engineering Data Management fungiert dabei als Integrationsplattform, die verschiedene Applikationen wie CAx- und PPS-Anwendungen über Schnittstellen in ein Gesamtsystem einbinden.

Zu den Kernfunktionen einer EDM-Lösung zählen:

-Datenadministration (Anlegen, Suchen etc.),

-Klassifizierung (Klassifizierungsbäume, Sachmerkmalleisten, Nummernsysteme etc.),

-Strukturierung von Objektdaten, etwa zur Auflösung verschiedener Stücklistenarten und Teileverwendungsnachweise oder zur Referenzierung von Objekttypen,

-Benutzer- und Zugriffsverwaltung sowie

-Funktionen zur Modellierung und Steuerung von Geschäftsprozessen (Freigabe- und Änderungsprozesse).

Daneben werden unter anderem Funktionen zur Archivierung, zur Steuerung von Ein- und Ausgabegeräten (Scanner, Drucker, Plotter), zum Viewing sowie zur Kommunikation über E-Mail oder Internet angeboten.

Sind die Potentiale des EDM-Einsatzes im Unternehmen erkannt, stellt sich die Frage nach der geeigneten Technologie sowie nach der Ausprägung hinsichtlich des benötigten Funktionsumfangs. Die für die Auswahl eines EDM-Systems relevanten Aspekte können grob in technologische, funktionale und organisatorische Kriterien eingeteilt werden. Bei den technologischen Gesichtspunkten spielt zum Beispiel neben der Unterstützung von bereits eingesetzten Unternehmensdatenbanken die Lauffähigkeit des Systems auf heterogenen Hardwareplattformen, unterschiedlichen Betriebssystemen sowie Netzwerkprotokollen eine Rolle.

Zur Bewertung der funktionalen Kriterien ist das Augenmerk zunächst auf die Systemarchitektur zu richten. Hier unterscheiden sich die marktgängigen Angebote außer im grundlegenden Systemaufbau vor allem in ihrer Modularität. Diese gewährleistet im Einführungsstadium mehr Flexibilität, wenn es etwa darum geht, das angebotene Funktionsspektrum auf die Anforderungen des Unternehmens abzustimmen. Zudem läßt sich bei einem modularen Produkt über Migrationskonzepte eine stufenweise Einführung realisieren.

Neben der Systemarchitektur beeinflußt auch das zugrundeliegende Datenmodell die langfristigen Nutzungsmöglichkeiten sowie den komfortablen und flexiblen Einsatz des EDM. Von Bedeutung ist hier neuerdings die konsequente Umsetzung von Objekttechnik. Der EDM-Interessent muß sich fragen, wie die verschiedenen Objekte (Produkte, Dokumente, Benutzer etc.) aufgebaut sind, ob die Möglichkeit zur Nutzung von Vererbungsmechanismen durch hierarchische Strukturen besteht und inwieweit sich das Datenmodell an internationalen Standards wie Step orientiert.

Im Vorfeld der EDM-Einführung sollte ebenfalls untersucht werden, welche Konfigurationswerkzeuge das Produkt zur Verfügung stellt - schließlich ermöglichen sie die Anpassungsfähigkeit an die Unternehmensbelange sowie spätere Systemerweiterungen. Dies gilt auch für die Bereitstellung von Datenhaltungs- und Sicherungsmechanismen. Gerade bei standortübergreifenden EDM-Konzepten sind die Funktionen zur verteilten Datenhaltung sowie der damit verbundene Zugriffs- und Transaktionsschutz einer genauen Analyse zu unterziehen, da auf diesem Gebiet deutliche Unterschiede zwischen den verfügbaren Systemen zu erkennen sind.

In bezug auf die Arbeitsweise mit dem System spiegelt sich eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche im strukturierten Aufbau der Arbeitsmasken und der Verfügbarkeit von grafischen Browsern sowie deren Funktionsumfang wider. Unterschiede bestehen auch in den Verwaltungsmöglichkeiten von Objekten. So sollte ein EDM beispielsweise neben der Verwaltung von Produkt-, Dokument- und Benutzerdaten auch das Management von Projektdaten unterstützen. Außerdem ist sicherzustellen, ob das System flexible Klassifizierungsverfahren durch Sachmerkmalleisten sowie eine Abbildung von Objektvarianten bietet.

Individuelles Arbeiten gewährleistet eine EDM-Software dann, wenn sich benutzerspezifische Rollen im Programm abbilden lassen. Bei diesem Konzept werden, der Funktion des Mitarbeiters im Unternehmen entsprechend, Rollen wie Konstrukteur, Prüfer oder Projektleiter definiert. Darauf abgestimmt wird dann die Arbeitsweise mit dem Produkt festgelegt, worunter bestimmte Zugriffsrechte auf Daten oder Systemfunktionen beziehungsweise bestimmte Sichten auf das Datenmodell fallen.

Weitere Unterscheidungsmerkmale ergeben sich in den Konzepten zur Abbildung von Geschäftsprozessen. Die diesbezüglichen Funktionen der Produkte reichen von der einfachen Modellierung eines Änderungsablaufs durch Objektstati ("in Arbeit", "geprüft", "freigegeben") bis hin zur komfortablen, interaktiven Abbildung und Steuerung komplexer Prozesse über grafische Browser.

Der Einsatz eines EDM-Systems als Integrationsplattform hängt entscheidend von den Schnittstellen zu anderen Applikationen ab. Neben der Anbindung von CAD-Programmen und einem Informationsaustausch mit den wichtigsten PPS-Lösungen werden auch Interfaces zu anderen CAx-Anwendungen, Office-Produkten, Normteilebibliotheken oder Projekt-Management-Systemen angeboten. Dabei unterscheiden sich EDM-Programme nicht nur in der Anzahl standardmäßig verfügbarer Schnittstellen, sondern auch in der Integrationstiefe etwa der angebotenen CAD-Kopplungen. Das Spektrum reicht hier vom rudimentären Austausch weniger Datentypen über das Erkennen von Produktstrukturen und Referenzen zwischen verschiedenen Objekttypen bis hin zur Unterstützung von Concurrent-Engineering-Konzepten.

EDM-Marktstudie

Das EDM-Beratungszentrum des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat kürzlich eine EDM-Marktstudie herausgegeben, in der die Leistungsfähigkeit von 13 führenden EDM-Lösungen behandelt wird. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Beschreibung der technologischen Merkmale und der Schnittstellen, etwa zu CAD- und PPS-Systemen. Zudem sind das Profil der Hersteller und die Zusatzlösungen von Distributoren berücksichtigt.

*Diplomingenieur Reimar Hartmann arbeitet am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaftund Organisation (IAO) in Stuttgart.