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19.11.1993

Mit eigenem Netware Requester soll NT im Netware-Netz Einzug halten Microsoft draengt verstaerkt ins Enterprise-Networking-Business

MUENCHEN (hi) - Die Nase voll von Novells Salamitaktik hat jetzt offensichtlich Microsoft. Musste Microsofts neues Netzwerk- Betriebssystem Windows NT bis jetzt mit dem Handikap leben, dass eine Anbindung an Netware aufgrund der fehlenden Requester unmoeglich ist, so hat Microsoft jetzt selbst die Initiative ergriffen und entwickelt einen Netware Redirector for Windows NT.

Den Migrationswillen der Anwender ueberschaetzend, hatte Microsoft- Chef Bill Gates die Einfuehrung von Windows NT als NOS zur Glaubensfrage erhoben: Wer an den Erfolg und die Vorteile von Windows NT glaubt, muss bis jetzt zwangslaeufig auf die Connectivity zu den bestehenden Netware-Netzen von Novell verzichten.

Zwar ist eine Anbindung von NT an bestehende Unix-Netze via TCP/IP moeglich, doch fuer das meistverbreitete Netzsystem Netware fehlt der entsprechende Treiber. Waehrend Insider vermuten, dass Novell die Auslieferung des Requesters absichtlich auf die lange Bank schiebt, um den Einzug von NT ins Corporate Network zu verzoegern, heisst es in der Duesseldorfer Novell-Zentrale, dass ein entsprechender Treiber etwa Mitte Dezember verfuegbar sei.

Fuer ganz Eilige ist bereits via Compuserve eine Betaversion des Netware Redirectors abrufbar. Die spaete Auslieferung der endgueltigen Version begruendet Novell Deutschland damit, dass die Entwicklung des Treibers aufgrund der komplexen Struktur von Windows NT schwieriger ist als angenommen.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, entwickelt Microsoft zur Zeit einen eigenen Requester fuer Netware, um so zu gewaehrleisten, dass die Kunden auch wirklich alle NT-Features im Corporate Network verwenden koennen. Die Microsoft-eigene Treiberentwicklung will Thomas Baumgaertner allerdings nicht im Zusammenhang mit dem schwelenden Konflikt zwischen den beiden amerikanischen Mutterhaeusern sehen - vielmehr betont der Pressereferent der deutschen Microsoft GmbH, dass die Zusammenarbeit mit Novell in Deutschland sehr gut funktioniere.

Trotz aller Harmoniebestrebungen der deutschen Niederlassungen kommt die Gates-Company nicht darum herum, einen eigenen IPX-Code fuer den Requester zu entwickeln, da in den USA das Lizenzabkommen zwischen Microsoft und der Netware-Company aus Utah ausgelaufen ist und nicht verlaengert wurde.

Der Treiber, der sich derzeit noch im Betastadium befindet, unterstuetzt allerdings nicht die Directory-Services von Netware 4.x, sondern verfuegt nur ueber eine Bindery-Emulation. Laut Baumgaertner ist jedoch nicht auszuschliessen, dass eventuell spaetere Releases auch die Directory-Services von Netware unterstuetzen. Genauer festlegen wollte sich der Pressereferent allerdings nicht, da bei der amerikanischen Mutter momentan das Networking-Konzept ueberarbeitet werde.