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04.09.1992 - 

Anwender setzt Lernprogramme zum Thema SAP ein

Mit einem guten CBT-System läßt sich viel Geld einsparen

Das Einführen neuer DV-Systeme verlangt eine ständige Weiterbildung der Mitarbeiter. Um die Kosten dieser Schulungen nicht ausufern zu lassen, denken Anwender über den Einsatz von Lernprogrammen nach. Angela Dripke* zeigt am Beispiel der FAG Kugelfischer AG, Schweinfurt, Möglichkeiten und Vorteile des Computer Based Training (CBT).

Mit etwa 35 000 Beschäftigten ist die FAG Kugelfischer AG in Schweinfurt eines der weltweit operierenden Unternehmen der Präzisionstechnik. Rund 6000 Mitarbeiter haben mit DV-Systemen zu tun, 400 davon besitzen eine spezielle Ausbildung im DV-Bereich, beispielsweise als Informatiker, Programmierer oder DV-Kaufmann.

Parallel zum Ausbau der Datenverarbeitung verlief der Ausbau der DV-Qualifizierungs- und Schulungsmaßnahmen. Ein Problem stellten insbesondere die Neuanschaffungen der Hard- und Software dar, die in den letzten beiden Jahren vorgenommen wurden. Michael Bangert, DV-Ausbildungsverantwortlicher, meint dazu: "Durch die vielen Neuanschaffungen der letzten Jahre waren verstärkte Trainings- und Qualifikationsmaßnahmen nötig. Natürlich mußten wir viele Mitarbeiter auf Spezialseminare zu den Anbietern schicken und auch Referenten zu uns ins Haus kommen lassen."

Gleichzeitig suchte das Unternehmen nach fortschrittlichen Qualifikationsmedien für Standardprogramme, etwa für SAP, zur flexiblen Inhouse-Schulung. Bangert entschied sich für Applied Learning. "Die Kurse sind auf CD-ROM gespeichert und da wir auch künftig zu Qualifikationszwecken auf CD-ROM zurückgreifen, paßte dieses Angebot in unsere Strategie."

Für das CBT-Multimedia-Training hat man sich bei FAG wegen der jederzeitigen Verfügbarkeit, der dadurch entstehenden Kostenreduktion und der Personalknappheit in diesem Bereich entschieden.

Die Euphorie läßt nach einem halben Jahr nach

Das Unternehmen hat einen festen CD-ROM-Lernarbeitsplatz eingerichtet, der aus einem PC mit Einsteckkarte und einem CD-ROM-Player besteht. Die Mitarbeiter müssen sich anmelden, wenn sie einen Kurs absolvieren wollen. Der Lernplatz wird für einen halben Tag reserviert, den sich der Lernende nach Belieben einteilen kann.

Anfänglich waren unternehmensintern keinerlei Werbemaßnahmen notwendig, um die Mitarbeiter zur Fortbildung zu bewegen. Diese Euphorie ließ aber nach rund einen Jahr nach. Das innerbetriebliche Marketing hat nun entsprechende Werbemaßnahmen in Form von schriftlichen Informationen eingeleitet, die die Mitarbeiter in periodischen Abständen erhalten. Bei Inhouse-Schulungen, die zeitlich gebunden sind, werden die davon betroffenen Personen gezielt angesprochen.

FAG setzt die CD-ROM-Kurse "Grundlagen SAP" und "Arbeiten im Dialog SAP" sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache ein. Für das weltweit tätige Unternehmen ist eine zweisprachige Verfügbarkeit der Kurse von Vorteil, da der Präzisionstechnik-Konzern Mitarbeiter zwischen den Niederlassungen austauscht. Ein englischsprachiger Mitarbeiter, der im Rahmen eines Austauschs in der deutschen DV-Abteilung eingesetzt wird, kann den Kurs in der ihm vertrauten Muttersprache absolvieren und hat damit den gleichen Kentnisstand wie seine deutschen Kollegen. Mißverständnisse, die allein aufgrund der Sprache auftreten würden, sind so von vornherein ausgeschlossen. Automatisch geschult werden alle Mitarbeiter, die in irgendeiner Form mit SAP in Berührung kommen - sei es als Anwenderseite oder als Mitarbeiter im DV-Bereich selbst. Seit einigen Monaten läuft der CD-ROM-Kurs "Grundlagen der Programmierung in ABAP/4" mit großem Erfolg.

Einen Kritikpunkt, den Bangert an den Kursen vorbringt, ist die fehlende schriftliche Zusammenfassung. So kommt es nach der Kursbearbeitung unter den Mitarbeitern immer wieder zu Diskussionen bezüglich der Inhalte. Sein Vorschlag zur Abhilfe: Teilnehmer sollten Zusammenfassungen in Form von Handouts erhalten, die die wichtigsten Lerninhalte in kurzer Form wiedergeben. Die Schweinfurter haben für die dort eingesetzten Kurse inzwischen entsprechende Materialien angefertigt. Zuvor mußte jeder Mitarbeiter die relevanten Informationen selbst mitschreiben, was natürlich recht zeitaufwendig war.

Lernerfolge sind nur schwer festzustellen

FAG wird im Fort- und Weiterbildungsbereich auch künftig auf die CD-ROM-Technologie setzen. Lineares und interaktives Video hat man früher eingesetzt, ist aber inzwischen davon abgekommen. Bildplattensysteme waren in Form von Pilotprojekten installiert, sie sind aber noch zu teuer und stellen daher unter Kosten-Nutzen-Aspekten betrachtet, derzeit keine denkbare Alternative dar.

Lernerfolge sind nur schwer festzustellen und zu vergleichen, setzen sie sich doch häufig nicht in eine direkt meßbare Leistungssteigerung um. Bangert meint dazu: "Nach meinen Erfahrungen kann man mit einem guten CBT bis zu 50 Prozent Geld und Zeit einsparen." Der Manager führt weiter aus: "Ich unterstütze insbesondere auch die Forderung Bildungszeit statt mehr Freizeit', da die meisten Menschen, die ich kenne, gerne lernen, solange sich der Aufwand dafür in bezug auf Zeit und Kosten - im Rahmen hält. Weshalb also sollten wir den vorhandenen Bildungsdrang nicht fördern?".

Multimedia-Angebot zu herstellerspezifisch

Auf die Frage, ob das derzeitige Produktangebot den Bedarf von FAG abdeckt, antwortet der DV-Ausbildungsverantwortliche mit einem eindeutigen Nein. Er sieht sich zwar vor ein breites multimediales Produktangebot gestellt. Für seinen Geschmack ist es aber zu herstellerspezifisch und deckt kaum allgemeine DV-Themen ab. Dabei schweben ihm vor allem Sachgebiete wie "Relationale Datenbanken", "Telekommunikation und ISDN", "Die wichtigsten Schnittstellen" und "Client-Server-Architekturen" vor.

Bangert glaubt aber, daß mit der breiten Akzeptanz der CD-ROM-Technologie auch die Anwendungen zunehmen: "Sinkende Hardwarepreise und eine größere Anzahl von installierten CD-ROM-Systemen führen dazu, daß auch allgemeine Themen in CD-ROM-Form verfügbar sein werden. Die Tendenz ist bereits klar ersichtlich."

*Angela Dripke arbeitet als Journalistin in Wiesbaden.